Zweimal Gold und Silber

Rheintaler Bike-Teams sind beim Zwölf-Stunden-Rennen in Churwalden erfolgreich.

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MOUNTAINBIKE. Einige Rheintaler Biker versuchten es mit der Langdistanz. Die Bike-Rennen sind üblicherweise auf eine Dauer von einer Stunde ausgelegt, deshalb bot das Zwölf-Stunden-Rennen von Churwalden eine besondere Herausforderung. Von den Rheintalern war keiner so verrückt, als Einzelsportler an den Start zu gehen. Bei den Vierer-Teams waren es zwei Mannschaften, beim Drei-Stunden-Rennen der Kinder deren drei. Die Mannschaften setzten sich auch aus verschiedenen Teams zusammen, wie bskGraf, Pink Gili Swiss, RSS Rheintal, Lindi Bike, kbike, RV Schaan.

Taktik: Keine Taktik

Bereits im Vorfeld wurden taktische Szenarien durchgerechnet. Soll in jeder Runde gewechselt werden, soll nach der Rennhälfte von einigen eine Doppelrunde gefahren werden, damit für die anderen längere Pausen entstehen. Was machen, wenn jemand in der ersten Runde einen Defekt erleidet und die Ablösung nicht bereit ist? Im Rennen war alles ganz anders. Achtung, fertig, Vollgas! Die Runden waren so intensiv, dass keiner mehr auf die Idee einer Doppelrunde kam. Gleich nach dem Start wurden die Positionen bezogen. «No name» setzten sich gleich von Beginn an ab und gewannen ihr Rennen klar mit fünf Runden Vorsprung und mit einer beachtlichen Durchschnittsgeschwindigkeit von 20,8 km/h. In den zwölf Stunden bewältigten sie eine Distanz von 250 km, trotz des Durchschnittsalters von fast nur 17 Jahren. Beim bskGraf-Team, einer Vierer-Mannschaft gemischt, drückte Nadja Neff das Durchschnittsalter auf 47 Jahre hinunter. Das Team bewältigte eine Distanz von 224 km mit einem Durchschnitt von 18,4 km/h. Das vor ihm platzierte Team Lucky Star Sargans, mit einem geschätzten Durchschnittsalter von rund 30 Jahren, übernahm sofort die Führung. Weil diese aber nur mit drei Personen antraten, mussten sie im letzten Viertel des Rennens der Anstrengung Tribut zollen. Der Vorsprung verringerte sich auf knappe sechs Minuten. Das bskGraf-Team verfügte mit Nadja Neff über die wahrscheinlich schnellste Frau des Feldes, konnte die Lücke aber nicht mehr schliessen. Dafür wurden die Drittplatzierten mit zwei Runden Vorsprung auf Distanz gehalten.

Positiv: Mit- statt gegeneinander

Am Nachmittag nahmen von 14 bis 17 Uhr die Kinder das Rennen auf. Auf der für sie verkürzten Strecke mit weniger Höhenmetern absolvierten sie die drei Stunden. Die Gruppe Speed, mit einem Durchschnittsalter von 13,5 Jahren und Vertretern der Teams bskGraf, Pink Gili Swiss und kbike, siegte klar mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20,9 km/h. Sie gewann mit einer Runde Vorsprung auf das Mädchen-Team (verstärkt mit dem elfjährigen Romano Püntener) «Born to be a biker». Auch diese Gruppe setzte sich aus Mitgliedern des Teams Pink Gili Swiss, Pink Gili Junioren, RV Schaan und Lindi Bike zusammen. Zur Erfahrung, für einmal nicht gegeneinander, sondern miteinander zu fahren, kam noch dazu, dass das Startgeld bei den Kindern von Pirelli übernommen wurde. Das zehnte Zwölf-Stunden-Bike-Rennen in Churwalden fand bei etwas warmen, aber sonst perfekten Bedingungen statt. Die Strecke war technisch gut befahrbar, doch die 167 Höhenmeter pro Runde machten sich zunehmend bemerkbar. Der gut organisierte Anlass verdient es, dass es 2016 noch mehr Teilnehmer geben wird. Infos unter 12h-bike race.ch. (aw)