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Zwei Zeitungen unter einem Dach

ALTSTÄTTEN. Die Aktionäre der rva Druck und Medien AG, welche die «Rheintalische Volkszeitung» herausgibt, haben gestern Abend deutlich Ja gesagt zu einem Zusammengehen von «Rheintalischer Volkszeitung» und «Rheintaler» – mit 1833 Aktienstimmen dafür und nur 111 dagegen.
Gert Bruderer
Bald keine Konkurrenten mehr: Die «Rheintalische Volkszeitung» und «Der Rheintaler» werden ab 1. Januar 2011 von der Rheintal Verlag AG herausgegeben – einer neuen Firma, an der rva und rdv beteiligt sind. (Bild: Gert Bruderer)

Bald keine Konkurrenten mehr: Die «Rheintalische Volkszeitung» und «Der Rheintaler» werden ab 1. Januar 2011 von der Rheintal Verlag AG herausgegeben – einer neuen Firma, an der rva und rdv beteiligt sind. (Bild: Gert Bruderer)

Das Ergebnis freue ihn ausserordentlich, sagte rva-Verwaltungsratspräsident Paul Thür. Er hatte mit mehr Nein-Stimmen gerechnet, denn «die Nostalgie hat einen hohen Stellenwert und darf den auch haben». Vor der Abstimmung hatten sich zwei Aktionäre kritisch gegen die künftige Herausgabe der beiden Lokalzeitungen unter einem Dach geäussert.

Redaktionell unabhängig sein

Der ehemalige Katechet Leo Keel meinte, der geistliche Wert, den die «Rheintalische Volkszeitung» seit über 150 Jahren ausstrahle, sei ihm tausend mal mehr wert als eine Dividende.

Der freie Journalist Markus Rohner, dessen Vater Eugen viele Jahre als Chefredaktor der «Volkszeitung» gewirkt hatte, bezeichnete die Lösung für die wirtschaftlichen Probleme der «Volkszeitung» zwar als «recht gut» und würdigte auch die Grosszügigkeit der Rheintaler Druckerei und Verlag AG (rdv), die den «Rheintaler» herausgibt.

Das Bernecker Unternehmen habe seine Position der Stärke nicht ausgenutzt, sondern sei «auf den Kleinen eingegangen». Rohner plädierte für einen Zeitungs-Lokalteil, der «offen für alle Gruppierungen ist», und betonte die Wichtigkeit redaktioneller Unabhängigkeit. Mit seinem Vorschlag, die Einsetzung einer Redaktionskommission zu prüfen, stiess Rohner bei Paul Thür auf offene Ohren. Die journalistische Freiheit, versicherte Thür, stehe an erster Stelle.

Neu: Rheintal Verlag AG

Vor der Abstimmung hatte Paul Thür die wirtschaftliche Lage der «Volkszeitung» als bedrohlich dargestellt. Anders als der «Rheintaler», der sehr rentabel ist und Jahr für Jahr einen Cashflow weit über dem Branchendurchschnitt erwirtschaftet, seien für die «Volkszeitung» die Weichen neu zu stellen. Der rva-Verwaltungsrat habe daher verschiedene Varianten geprüft und sich recht bald auf das Gespräch mit dem «Rheintaler» konzentriert – zugunsten eines eigenständigen lokalen Zeitungsverlags mit solider wirtschaftlicher Grundlage.

Nach dem gestrigen Ja der rva-Aktionäre im Altstätter Sonnensaal wird nun die neue Rheintal Verlag AG gegründet, welche künftig den «Rheintaler» und die «Rheintalische Volkszeitung» herausgeben wird.

An diesem neuen Verlagshaus ist die rva mit 18 % beteiligt, die rdv mit 82 %. Diese Besitzverhältnisse kommentierte rva-Verwaltungsratspräsident Thür so: «Lieber mit 18 % an einer guten Unternehmung beteiligt sein als mit 100 % an einer schlechten.» Die rva bzw.

die «Rheintalische Volkszeitung» könne «auf ein top-komfortables Gefährt aufsteigen», meinte Thür, auch darum, weil man trotz der Minderheitsbeteiligung ein grosses Mitspracherecht habe.

So ist die rva Druck und Medien AG zum Beispiel mit zwei Mitgliedern im fünfköpfigen Verwaltungsrat der neuen Rheintal Verlag AG vertreten, und in wichtigen Fragen können die rva-Vertreter nicht einfach überstimmt werden.

Bestimmte Entscheide setzen nämlich laut Statuten die Zustimmung von mindestens vier der fünf Verwaltungsräte voraus.

Zwei Kündigungen

Das Zusammengehen von «Rheintalischer Volkszeitung» und «Rheintaler» ist mit einem Personalabbau verbunden, von dem 7 bis 8 Mitarbeitende betroffen sind. Dank Frühpensionierungen, erleichterten Stellenwechsels und interner Lösungen sind heute «nur» zwei Mitarbeitende wegen des Zusammengehens der beiden Zeitungen in gekündigter Stellung.

Der langjährige Chefredaktor der «Rheintalischen Volkszeitung», René Jann, geht etwas früher in Pension. Ihm und seinem Team dankte Paul Thür gestern «herzlich für die gute Arbeit, die geleistet wurde». Die Aktionäre schlossen sich diesem Votum an – mit einem kräftigen, anhaltenden Applaus.

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