Zwei Schüler reisen nach Peking

An der ersten Schweizer Geografie-Olympiade glänzten zwei Rheintaler. Dank exzellenter Leistungen nehmen Rebekka Künzler und Franz Daxinger mit zwei anderen Schweizer Gymnasiasten an der Weltmeisterschaft iGeo in China teil.

Seraina Hess
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HEERBRUGG. Der erste Schnee in Bern hätte Rebekka Künzler fast scheitern lassen. Aber eben nur fast. Irgendwie gelang es der Gymnasiastin trotz durchnässtem Papier und klammen Händen, das Gebiet um das Paul-Klee-Museum kartografisch darzustellen. So gut, dass es am Ende für eine der vier Goldmedaillen an der Schweizer Geografie-Olympiade reichte.

Nicht nur die St. Margretherin, die die Kantonsschule Burggraben in St. Gallen besucht, hat sich für die internationale Geografie-Olympiade in Peking qualifiziert. Auch der Widnauer Franz Daxinger, Schüler an der Kantonsschule Heerbrugg, glänzte in den englischsprachigen Tests, die von Multiple-Choice-Aufgaben über die Analyse von Diagrammen bis hin zu Schätzungen der Bevölkerungsdichte reichten. Für die Schüler hiess das: Einmal quer durch den Stoff der Geografie. Doch auch eine gute Allgemeinbildung sei Voraussetzung für den Erfolg gewesen.

Fünf von 23 sind von der KSH

Von der Vorausscheidung für den Schweizer Final – ein Multiple-Choice-Online-Test im Frühjahr – hatte Rebekka Künzler im Unterricht erfahren. Gelöst hat sie ihn freiwillig in der Mittagspause. Ganz anders Franz Daxinger: Seine Geografie-Lehrerin überzeugte die gesamte Klasse, den Wettbewerb als Teil des Unterrichts zu sehen. Cornelia Bally war sich sicher: Die Schüler mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt würden gut abschneiden. «Vergleicht man den Notendurchschnitt, ist es die beste Klasse des Jahrgangs an der Kanti Heerbrugg». Cornelia Ballys Vermutung hat sich bewahrheitet: Neben Daxinger qualifizierten sich vier weitere Klassenkameraden für das vorbereitende Sommerlager im Kanton Aargau und damit für den Final in Bern, an dem 23 der 230 Anwärter aus der Deutschschweiz teilnehmen durften. Es sind Paul-Michael Jokiel aus Montlingen, Sebastian Graf aus Diepoldsau, Timo Loher und Fabian Jin aus Heerbrugg. Die Gymnasiallehrerin ist stolz: «Es ist schön, wenn der Unterricht Früchte trägt.»

Chancen sind eher gering

Die vier erstplatzierten Teilnehmer des Wettbewerbs reisen im August nach China, wo sie an der iGeo gegen internationale Konkurrenz antreten werden. Trotz schweizweitem Erfolg im Lieblingsfach malen sich weder Franz Daxinger noch Rebekka Künzler wirklich Chancen aus. «Vor allem in Asien gibt es Schüler, die regelrecht auf den Wettbewerb gedrillt werden», erklärt die Viertklässlerin. Sich nochmals durch den gesamten Geografie-Stoff zu büffeln, nachdem das Fach an der Vormatura bereits abgeschlossen wurde, beabsichtigt keiner der beiden. Ausserdem stehen schon bald die Maturaprüfungen bevor.

Lohnen dürfte sich der Trip für Rebekka Künzler und Franz Daxinger aber auf jeden Fall: Fünf Tage des zweiwöchigen Aufenthalts hat die Schweizer Delegation für Exkursionen reserviert.

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