Zwei Rhoden, eine Ortsgemeinde

Knapp 40 Bürgerinnen und Bürger der Inneren und Äusseren Rhode haben sich gestern Abend im Restaurant Sonne über die Pläne der Rhodsverwaltungen und der Ortsgemeinde Eichberg informieren lassen.

Kut Latzer
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Die Rhodsbürgerinnen und -bürger wollten über die Pläne der Verwaltungen nicht lange diskutieren. (Bild: Kurt Latzer)

Die Rhodsbürgerinnen und -bürger wollten über die Pläne der Verwaltungen nicht lange diskutieren. (Bild: Kurt Latzer)

EICHBERG. Viel Besitz, wenig Geld und Kandidaten für die Vorstände: Kurz zusammengefasst sind dies die Hauptgründe, die die Rhodsverwaltungen veranlasst hat, eine Inkorporation der Äusseren und der Inneren Rhode in die Ortsgemeinde Eichberg ins Auge zu fassen. Gestern Abend haben sie ihre Pläne vorgestellt. Christian Schlegel, Präsident der Äusseren Rhode und der Ortsgemeinde Eichberg, hat die Ausgangslage und das Geplante näher vorgestellt.

Schon einmal vereint

«Die Innere und die Äusserer Rhode werden aufgelöst und in die Ortsgemeinde überführt», sagte Schlegel nach einer kurzen Vorstellung «seiner» Rhode. Die besitzt 168 Hektaren Wald sowie einige Liegenschaften, die meisten auf den vier Alpen. Zur Geschichte der Korporationen sagte Schlegel: «In alten Unterlagen haben wir gelesen, dass es bis 1556 nur die Rhode Eichberg gegeben hat.» Zur geplanten «Fusion» haben die Räte verschiedenste Punkte bewogen. Da ist einmal das Personelle. Es werde immer schwieriger, vor allem bei der Inneren Rhode, Kandidaten für einen Vorstandsposten zu finden.

Rhoden auflösen

Mit der Inkorporation wär statt drei, nur noch eine Verwaltung und eine Rechnungsrevision durch das Departement des Inneren nötig. Ausser dem Alprecht in der Schwägalp und mit Ausnahme von Pachtverträgen bestehen keine Verpflichtungen. Die Äussere Rhode besitzt neben den Liegenschaften 168 Hektaren Wald, die Innere Rhode nur 50 Hektaren Wald, ein Haus mit Stall und Wiesland, wie Ernst Fenk, Präsident von der Inneren Rhode Eichberg sagte. Sollte die Bürgerschaft im kommenden Jahr zur Auflösung der Rhoden und der Überführung in die Ortsgemeinde ja sagen, gingen alle Passiven und Aktiven in die Ortsgemeinde über. Nur wenn die Bürgerschaft beider Rhoden zustimmt, kann Fusioniert werden.

Angst vor Verlust

Gross diskutieren wollten die rund 40 Personen gestern Abend nicht. Es gab nur wenige Wortmeldungen und die waren meist für das Geplante. Hans Obrist erinnerte daran, dass vor etwa 25 Jahren schon einmal ein Versuch zum Zusammenschluss unternommen wurde und scheiterte. Er glaubte sich zu erinnern, die Rhoden hätten sich schon einmal vereint und dann wieder getrennt. Ein Bürger meldete Bedenken an. Er fürchtet, dass aller Besitz weg sei, wenn nach einer Inkorporation die politische Gemeinde eines Tages fusioniere. Ihn beruhigte Alex Arnold, Gemeindepräsident von Eichberg und frisch Eingebürgerter: «Selbst wenn es eine Fusion gäbe, würde das am Besitz der Ortsgemeinde nichts ändern.» Übersteht das Vorhaben die Bürgerversammlungen und das fakultative Referendum, folgen die Anpassung der Gemeindeordnung und Wahlen im Herbst. Danach könnte die «neue» Ortsgemeinde Eichberg 2017 starten.