Zwei kurzweilige Stunden

Die Hauptversammlung der CVP St. Margrethen wartete mit einer Überraschung auf: Ein Junger liess sich in den Vorstand wählen. Ein gar nicht so Alter zog sich deshalb aus diesem zurück. Dies tat er jedoch mit Stolz.

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ST. MARGRETHEN. Quasi einem Ritual gleich laufen die Hauptversammlungen der örtlichen CVP ab. Ein gemütliches «Beisammenstehen» beim Apéro eröffnet den Anlass. Dann steht das Abendessen an. Allerdings musste diesmal eng zusammengerückt werden, wurde doch jeder Stuhl im Saal in Beschlag genommen. Danach stand die Ansprache des Präsidenten Roland Kluser auf dem Programm.

Dass er keinesfalls nur leichte Kost servieren würde, das war den Anwesenden klar. Sie wurden nicht enttäuscht. Vor allem über das «Vorspiegeln falscher Tatsachen», etwa wenn Kandidierende in Wahlkämpfen praktisch zu Übermenschen mit herausragendem Charakter hochgejubelt werden, und über fehlende Gesprächskultur zog er her. Das reine Geschrei und das blosse verbale Fertigmachen der Gegenpartei würden unserer Demokratie und dem Milizsystem schaden. Wer wolle sich denn noch für ein Amt zur Verfügung stellen, wenn er oder sie deswegen in aller Öffentlichkeit fertiggemacht würde? Er nahm aber auch die Bürgerschaft ins Gebet: Statt die Arbeit der Behörden sachlich zu beurteilen, werde unverhältnismässig kritisiert. Kurz: Kluser mahnte im (politischen) Umgang miteinander etwas mehr Anstand und Rücksichtnahme an.

Ein Jungspund im Vorstand

Nach dem präsidialen Wort galt es, einige statutarische Angelegenheiten zu erledigen. Aber ob es um Protokolle, Budgets oder Buchhaltung ging, alles stiess auf ungeteiltes Wohlwollen. Die mit den Aufgaben Betrauten hatten also wie gewohnt beste Arbeit verrichtet.

Dass es eine Änderung im Vorstand geben würde, das hatte sich schon vor der HV herumgesprochen. Der erst 24-jährige Andreas Zoller, der in Zürich Politikwissenschaft und Kommunikation studiert, hatte sein Interesse an einem Posten im Führungsgremium angemeldet. Da über ihn nichts Nachteiliges bekannt ist, wäre es schlicht ein Unsinn gewesen, hätten sich die CVPler seinem Ansinnen verschlossen. Er passierte folgerichtig die Wahl problemlos. Dies war allerdings Grund für den Rücktritt Bruno Zollers aus dem Vorstand. Dieser dürfe nicht zu einer Familienangelegenheit verkommen, andererseits wolle er den Ambitionen seines Sohnes nicht im Wege stehen. Und wer daraus so etwas wie Vaterstolz zu hören vermeinte, der lag wohl richtig. Nicht zu vergessen, Bruno Zoller bleibt der St. Margrether Politik als Gemeinderat erhalten.

Das lange Diskutieren

Als der Präsident mit dem Traktandum «Allgemeine Umfrage» das Wort freigab, hätte ein neutraler Beobachter gestaunt. Statt gelangweilt auf das Ende der HV zu warten, wollte sofort Einer etwas loswerden, dann ein Nächster, und noch Einer – bis etwas nach zehn Uhr doch der Schluss anstand. Aufgegriffen wurden Themen wie: neue Wege um Mitglieder zu gewinnen; die CVP St. Margrethen gestern und heute; hält das C Interessierte vom Eintritt in die Partei ab?

Auch nach dem Ende der HV wurde weiter munter disputiert und argumentiert. (pd)

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