Zwei der drei Schläger müssen ins Gefängnis

Der Angriff dreier Schläger auf einen Bauern in Rehetobel hat für die Aggressoren höhere Freiheitsstrafen zur Folge.

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TROGEN. Das Obergericht wies damit die Berufung eines Mittäters, der Wache hielt, ab – und hiess die Berufung der Staatsanwaltschaft teilweise gut. Es ist das erste Mal, dass ein Prozess vor Obergericht im schriftlichen Verfahren laut neuer Strafprozessordnung durchgeführt wurde.

Im Juni 2010 hatten drei maskierte Schläger im Auftrag eines neidischen Nachbarn einen Bauern in dessen Stall brutal zusammengeschlagen. Zwei Angreifer traktierten ihn mit Fäusten, Tritten und einem Holzstock mit Eisenstück. Der Nachbar behauptete, das Opfer habe seinen Kühen Gift gespritzt und sie krank gemacht. Er wollte ihm einen Denkzettel verpassen und heuerte für 17 500 Franken drei Schläger an.

Spitalreif geschlagen

Der 34-jährige Bauer erlitt bei der Attacke eine leichte traumatische Hirnverletzung (Hirnerschütterung), Frakturen und Rissquetschwunden an Kopf, Rumpf und Händen, einen Nasenbeinbruch und einen Bruch des Mittelhandknochens. Das Kantonsgericht als Vorinstanz qualifizierte die Tat als «einfache Körperverletzung». Die Anklage hatte auf schwere Körperverletzung plädiert. Laut Strafgesetzbuch und Lehre liegt «schwere Körperverletzung» erst vor, wenn «Lebensgefahr» besteht oder ein wichtiges Organ verstümmelt wird.

Gegen das erstinstanzliche Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Sie forderte Schuldsprüche wegen schwerer, eventuell versuchter schwerer Körperverletzung: Die Täter seien mit «Kaltblütigkeit und ausserordentlicher Brutalität» vorgegangen. Das Obergericht entschied nun auf qualifizierte einfache Körperverletzung und Angriff. Ausschlaggebend war die Attacke mit einem Holzstock mit Metallteil. In seinem Urteil sieht es das Obergericht als erwiesen an, dass der Täter mit dem Metallteil auf das Opfer eingeschlagen habe.

Sehr schweres Verschulden

Das Obergericht geht von sehr schwerem Verschulden der Täter aus. Der Vorbestrafte, der mit dem Stock zuschlug, wird zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von vier Jahren verurteilt. Der Mann ist allerdings unbekannten Aufenthalts. Der Mittäter, der mit Fäusten zuschlug, wird zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt. Die Hälfte muss er absitzen. Der Mann, der Wache hielt, wird zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Das Urteil können sie ans Bundesgericht weiterziehen. (sda)