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ZUR PERSON: Kaplan freut sich aufs Rheintal

Simon Niederer ist der künftige Seelsorger von St. Georg. Er wohnt und arbeitet ab 1. November im katholischen Pfarrhaus. Niederer verlässt seine alte Pfarrstelle aus Solidarität.
Monika von der Linden
Der Umzug steht Simon Niederer noch bevor. Ab 1. November ist er Pfarreibeauftragter in Marbach. (Bild: Monika von der Linden)

Der Umzug steht Simon Niederer noch bevor. Ab 1. November ist er Pfarreibeauftragter in Marbach. (Bild: Monika von der Linden)

Monika von der Linden

Lediglich drei Monate lang währte die Vakanz im Pfarramt der Katholiken. Am 1. November übersiedelt Simon Niederer von Zuz­wil nach Marbach. Er wird Pfarreibeauftragter in St. Georg sowie Kaplan in der Seelsorgeeinheit Altstätten.

Vor ein paar Tagen feierten Sie Ihr Silbernes Weihejubiläum. Warum werden Sie jetzt als Kaplan und nicht wieder als Pfarrer arbeiten?

Simon Niederer: Alle Mitglieder eines Pastoralteams (Priester, Pastoralassistenten und Diakone) sind gleichberechtigt. Es gibt aber nur einen Pfarrer, denn er ist der operative Vorgesetzte. In der Seelsorgeeinheit Altstätten ist dies Roman Karrer. Er ist von allen Kirchgemeinden gewählt.

Ihr Abschied in Zuzwil war unschön. Ihnen ist gekündigt worden, weil sie sich öffentlich vor die Pfarrsekretärin gestellt haben.

Die Kirchenverwaltung hat es versucht. Wir haben uns aber gefunden. Meine Tätigkeit als Pfarrer habe ich per 1. Mai beendet. Im Gegenzug mache ich ein Sabbatical.

Sie sind einen vermeintlich sicheren Job abrupt los?

Ich hatte deshalb manch schlaflose Nacht. Es gab eine grosse Ungewissheit, wo ich eine neue Stelle finden würde. Unser Bistum ist nicht sehr gross. Der Konflikt war eine Zäsur für mich.

Bereuen Sie Ihr Handeln?

Ich bin froh, dass ich zur Pfarrsekretärin gestanden habe und täte es wieder. Die Vorwürfe, die gegen sie erhoben wurden, waren haltlos. Bischof Markus Büchel hat in der Chrisammesse vor Ostern gesagt, dass die Kirche dafür da sei, sich gegen Ungerechtigkeit einzusetzen. Diese Bestätigung war mir Seelenbalsam.

Das Schicksal führt Sie nun nach Marbach?

In den fünf Jahren, die ich in Gams lebte, lernte ich das Rheintal und den Menschenschlag schätzen. Die Menschen sind offen und etwas rau. Aber ich weiss sofort, woran ich bin. Die Fürstenländer sind zurückhaltend. Meine erste Begegnung mit dem hiesigen Verwaltungsrat hat meinen Eindruck bestätigt. Ich habe es noch nie erlebt, dass ich so herzlich und mit solch grossem Vertrauensvorschuss begrüsst worden bin. Das ist sehr schön.

Das Marbacher Pfarramt war schon lange nicht mehr mit einem Priester besetzt. Warum mit Ihnen jetzt wieder?

Pater Justin Mat wechselt Ende November nach Uzwil. Durch meinen Einsatz ist das Obere Rheintal wieder im etwa gleichen Umfang mit Priestern versorgt. Dadurch bleibt die Zahl an Eucharistiefeiern gleich.

Worin besteht der Unterschied zwischen Pfarrer und Kaplan im Berufsalltag?

Als Kaplan widme ich mich mehr den seelsorglichen als den administrativen Aufgaben. Mich erwartet Seelsorge vom Feinsten, ein Privileg für einen Priester.

Erklären Sie das bitte?

Ich bin froh, dass ich hier Kaplan bin und nicht für das Administrative verantwortlich bin. Den Aufbau der Seelsorgeeinheit Fürstenland habe ich mitgeprägt. Das war kraftintensiv, weil an dem komplexen Gebilde viele Gremien beteiligt sind. Hier ist die Aufbauarbeit abgeschlossen, die Einheit muss weiterentwickelt werden. Ich freue mich, wieder mehr Seelsorger zu sein.

Was gefällt Ihnen daran?

Viele Menschen kommen nur noch punktuell mit der Kirche in Berührung. Wenn es um die Sakramente geht, treffe ich sie oft in einer Grenzerfahrung. Bei einer Hochzeit oder Taufe ist es Glück, bei einer Bestattung sind es Trauer oder Verzweiflung. Es entsteht dann oft eine Nähe mit grosser Qualität, mit Vertrauen und Diskretion. Und das Feiern der Eucharistie ist der Höhepunkt, weil es den ganzen Glauben ausdrückt.

Simon Niederer hat den Jahrgang 1966. Er wuchs in der Stadt St. Gallen auf und besuchte dort die Schulen. Am 13. September 1992 weihte ihn Bischof Otmar Mäder in der Kathedrale zum Priester. Die ersten fünf Jahre als Kaplan verbrachte Niederer in Gams/Sennwald. In den letzten zwanzig Jahren wirkte er als Pfarrer in Zuzwil und Umgebung. Niederer wird im Gottesdienst am Sonntag, 29. Oktober, in der Pfarrei St. Georg begrüsst. (vdl)

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