Zum Licht und zur Klarheit

ALTSTÄTTEN. Vor vier Jahren kündigte Verena Brassel ein Geschenk an die Stadt Altstätten an. Am Donnerstag löste sie ihr Versprechen ein und übergab der Stadt ein Kunstwerk. Es hängt im Foyer des Ratssaals.

Monika von der Linden
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Verena Brassel und ihr Mann Albert haben Freude, dass das dreiteilige Bild nun im Foyer des Rathauses hängt und im Tageslicht besonders gut zur Geltung kommt. (Bild: Monika von der Linden)

Verena Brassel und ihr Mann Albert haben Freude, dass das dreiteilige Bild nun im Foyer des Rathauses hängt und im Tageslicht besonders gut zur Geltung kommt. (Bild: Monika von der Linden)

Mehr als fünf Jahre hat die Stadt Altstätten darauf gewartet, dass Verena Brassel ein von ihr spontan gegebenes Versprechen einlösen würde. Vergebens ist das Warten nicht gewesen. Dass es sich gelohnt hat, davon kann sich jede und jeder ab sofort überzeugen: Im Foyer des Ratssaals, im fünften Obergeschoss des Rathauses, hängt seit Donnerstag ein grossflächiges Bild der Künstlerin.

Versprechen an Weihnachten

Mehr als vier Jahre sind seit dem Tag vergangen, an dem Verena Brassel ein Versprechen gab. Es war in der Adventszeit 2011. Gerade hatten die Altstätter Stimmbürger Ja gesagt zum Neubau des Rathauses. Vizestadtpräsidentin Margrit Mattle-Lindegger und der damalige Stadtschreiber Robert Haller besuchten die Weihnachtsausstellung im Atelier von Verena Brassel.

Von der Vorfreude auf das neue Rathaus inspiriert, sprach es die Künstlerin gegenüber den beiden Vertretern der Kulturkommission aus: Sobald der Neubau eröffnet sein würde, dürfte der Stadtrat ein Bild von ihr auswählen. Es sollte ein Geschenk an die Bevölkerung der Stadt werden, in der Verena und Albert Brassel seit vierzig Jahren leben und längst heimisch sind.

Geschenk ist gut angekommen

«Verspreche ich spontan etwas, dann kommt es von Herzen», sagte Verena Brassel am Donnerstagnachmittag, als sie ihr Versprechen einlösen konnte. Deshalb habe sie es auch niemals bereut. «Ich schenke das Bild der Stadt als Zeichen meines Dankes.» Es drückt ihre Wertschätzung aus gegenüber all jenen Menschen, die ihre Bilder positiv beeinflusst haben.

«Heute ist für uns ein Freudentag», sagte Margrit Mattle, als sie das Kunstwerk enthüllen durfte. In der vergangenen Adventszeit besuchte sie wieder die Weihnachtsausstellung in dem inzwischen seit zwanzig Jahren bestehenden Atelier. «Wir haben ein Bild auswählen dürfen. Es passt ausgezeichnet hierher.»

Einheit schaffen

Verena Brassel ist mit der Auswahl sehr einverstanden. «Der Stadtrat hat richtig entschieden», sagte sie.

Das Werk besteht aus drei Einzelbildern. Die Künstlerin hat sie zu einer Einheit zusammengefügt. Das Hauptbild ist das mittlere. Es stelle das Streben von der Dunkelheit zum Licht dar, ist unten dunkel und wird gegen oben heller. Der Blick des Betrachters wird zum Licht gelenkt.

«Alles strebt nach Helligkeit, nach Klarheit der Gedanken und nach Entwicklung», erläuterte Brassel. Die Wirkung verstärke sich durch die Farbe. Das Blau stehe für Leichtigkeit und Unbegrenztheit. Eine besondere Wirkung entfaltet das Bild, laut Brassel, weil es nicht wie üblich auf Leinwand, sondern auf einer mit Aluminium beschichteten Kunststoffplatte entstanden ist. Es braucht viel Geduld, bis die Farbe Schicht um Schicht aufgetragen und eine Struktur entstanden ist.

So wie Verena Brassel auch Geduld brauchte, bis sie das Geschenk übergeben konnte.

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