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Zum Gähnen

Es gibt noch alltägliche Dinge, die wenig erforscht sind. So fand in Paris neulich der erste internationale Kongress zum Thema Gähnen statt. Die Chasmologie, wie die Gähnforschung wissenschaftlich genannt wird, steckt selbst für Experten noch voller Rätsel.
Yves Solenthaler (Bild: Archiv)

Yves Solenthaler (Bild: Archiv)

Es gibt noch alltägliche Dinge, die wenig erforscht sind. So fand in Paris neulich der erste internationale Kongress zum Thema Gähnen statt. Die Chasmologie, wie die Gähnforschung wissenschaftlich genannt wird, steckt selbst für Experten noch voller Rätsel. Allerdings können sich auch nur die wenigsten Forscher auf das Gähnen konzentrieren, oft müssen sie sich auch noch dem Blinzeln widmen.

Alle gähnen, aber keiner weiss warum. Die Erkenntnisse beschränken sich auch nach der Konferenz in Paris auf die technischen Aspekte: Dauer (sechs Sekunden) und Mundöffnung (vier Zentimeter) des Durchschnittsgähnens sind bekannt. Vor und nach dem Schlaf gähnen Menschen am häufigsten, ebenso vor speziellen Herausforderungen, zum Beispiel Fallschirmspringer vor dem Sprung.

Dass Gähnen ansteckend ist – wie oft behauptet –, können die Forscher nicht beweisen, vermuten es aber: So gähnen Menschen häufiger, wenn sie einen Text übers Gähnen lesen, als einen über den Schluckauf. Schimpansen gähnen, wenn sie Animationen sehen, die einen Artgenossen mit weit aufgerissenem Mund zeigen. Andrew Gallop von einer Universität im Bundesstaat New York ist laut «Spiegel» überzeugt davon, dass Gähnen eine Funktion hat: Denn ein Fötus gähnt schon nach zwölf Wochen, früher als er zu schlucken beginnt.

Doch sein Vortrag war unter den Chasmologen in Paris umstritten. Denn seine Beweisführung, wonach unter anderem der Gähndrang bei kaltem Duschen nachlässt, fusste auf nur zwei Probandinnen.

Unsicher ist auch die Richtigkeit der im Volk verbreiteten Ansicht, dass Gähnen von Müdigkeit verursacht wird. Nach Meinung der meisten Chasmologen ist das Gähnen eine Form der Kommunikation, so seien etwa Menschen leichter ansteckbar, je besser sie sich in andere hinein versetzen können.

Einige vertreten dabei die Ansicht, dass Gähnen ein Zeichen sexueller Erregung sei. Jetzt hoffe ich darauf, nächstens in einer Bar von einer hübschen Frau angegähnt zu werden.

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