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Zukunftsgerichteter Blick fehlt

Das Spital soll in ein Notfallzentrum umgewandelt werden. Der Stadtrat wehrt sich in einer Stellungnahme.
Der Stadtrat sieht in der Spitalstrategie für Altstätten keine längerfristig tauglichen Lösungen und wirft der Regierung vor, mit dieser Placebo-Politik bestehende Strukturen zu zerstören, anstatt zukunftsgerichtet zu handeln.Bild: Archiv/Gert Bruderer

Der Stadtrat sieht in der Spitalstrategie für Altstätten keine längerfristig tauglichen Lösungen und wirft der Regierung vor, mit dieser Placebo-Politik bestehende Strukturen zu zerstören, anstatt zukunftsgerichtet zu handeln.Bild: Archiv/Gert Bruderer

Altstätten Die am vergangenen Mittwoch vom Regierungs- rat publizierte Spitalstrategie «4plus5» stützt die im Grobkonzept des Verwaltungsrates vorgeschlagene Reduktion auf vier Spitalstandorte im Kanton St.Gallen. Darüber hinaus sollen an den anderen heutigen Spitalstandorten sogenannte Gesundheits- und Notfallzen­tren entstehen. Diese Zentren bieten einen jederzeit zugänglichen Notfalldienst, eine kleine Bettenzahl für kurze stationäre Aufenthalte über Nacht und ein noch nicht genauer definiertes ambulantes Angebot der Grund- und Spezialversorgung.

Wohnortnahe Altersmedizin fehlt

Die Regierung übernimmt damit einen Teil des vom Altstätter Stadtrat eingebrachten Lösungsvorschlags für eine sinnvollen Spital- und Notfallversorgung im Rheintal, unter anderem den Walk-in-Notfall und das Angebot für Kurzlieger. Je nach Ausprägung der ambulanten Angebote könnten auch Vorsorgeberatungen und -untersuchungen sowie weitere Leistungen inte­griert werden. Das mit Blick auf den demografischen Wandel und die damit einhergehenden künftigen Herausforderungen vorgeschlagene wohnortnahe Leistungsangebot im Bereich der Altersmedizin wird von der Regierung jedoch nicht gestützt. Insbesondere werden hierfür betriebswirtschaftliche Gründe ins Feld geführt.

Angebot fast wie eine Hausarztpraxis

Die vorgeschlagenen Gesundheits- und Notfallzentren stellen auf den ersten Blick ein positives Bekenntnis der Regierung zur wohnortnahen Grundversorgung dar. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass das Pflichtangebot dieser Zen­tren (Labor, Röntgen, Ultraschall) kaum über die Leistungen einer herkömmlichen Hausarztpraxis hinausgehen.

Geplante Zentren wohl kaum nachhaltig

Einzig die durchgängige Zugänglichkeit und die rund vier stationären Betten zur Überwachung von Patientinnen und Patienten stellen einen Mehrwert dar. Der Kanton finanziert dieses Angebot je Standort mit jährlich 1,25 Mio. Franken. Der Stadtrat befürchtet, dass diese Zentren als eigenständige Angebote kaum sinnvoll und nachhaltig betrieben werden können. Es ist zu erwarten, dass diese ohne ergänzende Angebote im stationären Bereich mittelfristig erneut in Frage gestellt werden. Der Stadtrat sieht deshalb in der von der Regierung erarbeiteten Spitalstrategie kaum Fortschritte gegenüber dem unausgegorenen Grobkonzept des Verwaltungsrates und verortet ent- sprechend einen erheblichen Entwicklungs- und Ergänzungsbedarf.

Während man sich andernorts intensiv mit neuen Modellen der wohnortnahen Versorgung, insbesondere für die ältere Generation auseinandersetzt, geht die Regierung im Kanton St.Gallen offensichtlich davon aus, dass in unserem Kanton die medizinische und gesellschaftliche Entwicklung weitgehend stillstehen wird.

Altstätten würde sich für neue Modelle anbieten

Dem ausgewiesenen künftigen Bedarf an integrierten Modellen der medizinischen, pflegerischen wie auch sozialen Betreuung der älteren Bevölkerung wird zu wenig Rechnung getragen. Das Risiko, in der St.Galler Gesundheitspolitik einmal mehr von der Wirklichkeit überholt zu werden, ist entsprechend gross. Gerade am Spitalstandort Altstätten wäre die Ausgangslage für die Realisierung neuer integrierter Modelle im Bereich der Altersmedizin und -pflege optimal. Mit mehreren Alters- und Pflegeheimen sowie einer Alterssiedlung in der direkten Umgebung zum Spital sind die Grundlagen zur Einführung zukunftsgerichteter Lösungen entlang der gesamten Versorgungskette in der geriatrischen Grundversorgung gegeben.

Bestehende Strukturen werden zerstört

Stattdessen will die Regierung bereits bestehende Strukturen, Leistungen und Abläufe nun herausbrechen und in den Zen­trumsspitälern in St.Gallen und Grabs integrieren. Dies ist weder sinnvoll noch nachhaltig und zukunftsgerichtet.

Der Stadtrat wird sich in die anstehenden Diskussionen und Vernehmlassung zur künftigen kantonalen Spitalstrategie einbringen und den politischen Prozess aktiv begleiten. Dabei wird er sich auch weiter in der im letzten Jahr gegründeten Spitalkonferenz mit den anderen Spitalstandorten und den Personalverbänden eng abstimmen. Dem Stadtrat liegt viel an der Realisierung zukunfts- und konkurrenzfähiger Lösungen, insbesondere in der wohnortnahen Versorgung sowie im Bereich der Altersmedizin und -pflege. Es gilt für den Kanton St.Gallen, in der Gesundheitsversorgung gegenüber anderen Kantonen nicht ins Hintertreffen zu geraten. Die Auswirkungen einer solchen unerwünschten Entwicklung wären fatal. (sk)

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