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«Zuerst dachte ich, es sei ein Hund»: Eine Widnauer Familie entdeckte einen Dachs im Garten und wollte ihn verjagen – das wäre beinahe schief gegangen

Familie Seitz hat vergangenen Sonntag in ihrem Garten Besuch bekommen. «Ungewöhnlich, normalerweise zeigen sich Dachse am helllichten Tag nicht in einem Garten», sagt Wildhüter Mirko Calderara.
Kurt Latzer
Das schöne Tier in Familie Seitz’ Garten hat sich sogar genähert, als Donata Seitz die Kamera betätigte. Laut dem Wildhüter ist es eher ungewöhnlich, dass sich Dachse tagsüber zeigen, sie sind dämmerungs- und nachtaktiv. (Bild: Donata Seitz)

Das schöne Tier in Familie Seitz’ Garten hat sich sogar genähert, als Donata Seitz die Kamera betätigte. Laut dem Wildhüter ist es eher ungewöhnlich, dass sich Dachse tagsüber zeigen, sie sind dämmerungs- und nachtaktiv. (Bild: Donata Seitz)

Gerade, als er am späteren Nachmittag vom Besuch der Motorworld Classics aus Friedrichshafen zurück war, bemerkte Manuel Seitz den Besucher im Garten. Er sah das Tier zuerst nur von hinten, weshalb er es als Hund identifizierte. «Den Dachs erkannte ich erst, als er sich umdrehte», sagt Manuel Seitz, «ich wusste nicht, dass Dachse so gross werden.» Sofort rief er seine Frau Donata, die den Besucher fotografierte: aus sicherer Entfernung, hinter der geschlossenen Terrassentür. Auf eine Grösse von 70 bis 80 Zentimeter schätzte der Widnauer Unternehmer den Gast. Als Massstab diente ihm ein Blumentopf mit einem Durchmesser von gut 30 Zentimetern. Seitz sagt:

«Ich machte Lärm, um den Dachs zu vertreiben. Dann verkroch er sich unter die Thujenhecke neben dem Grill.»

Bewaffnet mit einem Besen habe er sich genähert, bis er ein Knurren hörte. Danach sei das Tier verschwunden.

Ungefährlich, ausser man greift sie an

«Das war eine sehr gefährliche Situation», sagt der kantonale Wildhüter Mirko Calderara, «das hätte durchaus mit einem Spitalbesuch enden können.» Dachse warnen ihre vermeintlichen Angreifer mit einem deutlich hörbaren Knurren. Lässt man nicht ab, gehen die grossen Marder zum Angriff über. Mirko Calderara:

«Wenn Dachse knurren, wird es richtig gefährlich.»

Er rät dringend davon ab, sich Dachsen zu nähern. In Artikeln über Dachse ist zu lesen: «Wenn Dachse von Hunden angegriffen werden, verlieren in der Regel die Hunde.» Denn Dachse haben ein sehr starkes Gebiss. Eigentlich sind die Tiere Nützlinge, denn sie fressen Engerlinge und andere Insekten, die sie dank ihres ausgeprägten Geruchsinns unter der Erde aufspüren. Das Problem ist, sie reissen auf der Suche nach Fressbarem 5 bis 10 Zentimeter grosse Löcher in den Rasen.

Auf dem Land bauen sie selten bei Häusern

Gerade als der Wildhüter wegen des Dachses den Anruf der Redaktion bekam, war er wegen eines solchen «Grimbarts», wie die Tiere in der Fabel genannt werden, in der der Stadt St.Gallen unterwegs. «In ländlichen Gebieten findet man Bauten von Dachsen weniger bei Wohnbauten», sagt Mirko Calderara. Anders sehe das in Städten aus, wo Dachse seit Jahren immer öfter anzutreffen seien.

Grösster Marder

Wie in der Fachlektüre zu lesen ist, handelt es sich beim europäischen Dachs um ein Raubtier aus der Familie der Marder. Sein Nahrungsspektrum ist gross, je nach Jahreszeit unterschiedlich und besteht aus tierischer oder aus pflanzlicher Kost. Einen grossen Anteil machen Regenwürmer, Insekten, Kleinsäuger, Feldfrüchte und Beeren aus. Lockere Böden mit Büschen sind bevorzugte Bauplätze. Unter Terrassen oder Gartenhäusern finden Dachse einen geschützten Ort für sich oder die Familie. Im ländlichen Raum findet man die Bauten vor allem an Hängen, was im Rheintal unter anderem an Dämmen zu Problemen führen kann. Generell sollte man vermeiden, Katzen- und Hundefutter draussen stehen zu lassen. Auch Lebensmittelreste auf dem Komposthaufen können für die grossen Marder interessant sein. Weil Dachse sehr geruchs- und lärmempfindlich sind, lassen sie sich gemäss Fachlektüre durch sehr viel Lärm vertreiben. Auch Hundehaare können bei der Abwehr von Dachsen hilfreich sein. (kla)

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