Zu Weihnachten spenden – Blut

OBERRIET. Kurz vor den Festtagen ist das Herz und auch so manches Portemonnaie offener als sonst. Zum Spenden aufgerufen haben auch die Oberrieter Samariter. Die wollten allerdings kein Geld, sondern Blut. 204 Spenden wurden gestern für das Blutspendezentrum St. Gallen abgezapft.

Max Tinner
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«Jetzt sticht's gleich ein wenig…» Pascal Sieber kennt's schon; Nicole Schönauer spendet das erste Mal. (Bild: Max Tinner)

«Jetzt sticht's gleich ein wenig…» Pascal Sieber kennt's schon; Nicole Schönauer spendet das erste Mal. (Bild: Max Tinner)

Zurzeit erhält man nahezu jeden Tag Post von Hilfswerken, die um Spenden bitten. Vor Weihnachten sitzt halt so manchem das Portemonnaie etwas lockerer als das Jahr hindurch. Zum Spenden haben auch die Samariterinnen und Samariter von Oberriet aufgerufen: Gestern führten sie zusammen mit dem regionalen Blutspendezentrum St. Gallen in der Oberstufen-Aula eine Blutspende-Aktion durch. Und der Aufruf blieb nicht ungehört: Bereits vor Spendebeginn um 17 Uhr stellten sich die ersten Spenderinnen und Spender in die Schlange, um den medizinischen Fragebogen auszufüllen.

Über 80 Liter

Bis zum Ende der gut dreistündigen Blutspendeaktion wurden 204 Beutel mit jeweils 400 ml von dem wertvollen Saft gefüllt. Einige wenige wie der Eichenwieser Pascal Sieber waren eigens per SMS aufgeboten worden, weil sie eine eher seltene Blutgruppe haben. Von den anderen Spenderinnen und Spendern kamen die wenigsten aus der Motivation heraus, vor Weihnachten etwas Gutes tun zu wollen – die meisten kommen regelmässig: Oberriet gehört zu den Orten im Einzugsgebiet des Blutspendezentrums St. Gallen mit den höchsten Spenderzahlen. Dazu trägt auch bei, dass der Samariterverein alle, die 18 Jahre alt werden, anschreibt und zum erstmaligen Blutspenden einlädt. Immerhin 15 Erstspender durfte man auch gestern begrüssen. Früher sind allerdings bedeutend mehr Spenderinnen und Spender gekommen als heutzutage.

Vor Turnfesten klemmt Oberriet

Ruth Bischofberger, die Präsidentin des Samaritervereins, erinnert sich an Spendeaktionen mit über 300 Spenden. Auch damals kamen freilich nicht immer gleich viele. Ganz ungünstig sei in Oberriet ein Spendetermin vor einem Turnfest: Dann fürchten die sportlichen Oberrieterinnen und Oberrieter nämlich, nach einer Blutspende weniger leistungsfähig zu sein. Und in den Dörfern der Gemeinde Oberriet gibt es viele Sportvereine. Wie das Mitmachen in den Dorfvereinen hat auch das Blutspenden eine gesellschaftliche Komponente. Nach dem Spenden sitzt man gerne beim vom Samariterverein offerierten Sandwich und Getränk beisammen. Manche witzeln, man komme eh nur deswegen.

Die Oberrieter Samariter führen jährlich zwei Spendeaktionen durch, eine im Sommer, weil dann erfahrungsgemäss die Blutreserven knapp zu werden drohen, und eine im Winter, meist anfangs Dezember. Dass das Blutspendezentrum den Oberrieter Termin heuer in die Woche kurz vor Weihnachten legte, hat aber nicht mit einem akuten Bedarf zu tun, erklärt Dr. Monica Braisch, die stellvertretende Leiterin des Blutspendezentrums.

Laufend auf Spenden angewiesen

Grund für den Spendetermin ist die Haltbarkeit der Blutpräparate: Plasma ist zwei Jahre lagerbar, Konzentrat mit roten Blutkörperchen aber nur 49 Tage. Deshalb ist das Blutspendezentrum laufend auf Spenden angewiesen.