Zu viel riskiert

Flavio Freuler schied an der Europameisterschaft der Junioren-Greco-Ringer in Bukarest aus.

Gerhard Remus
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Mit solchen Aktionen lag Flavio Freuler (unten) gegen den Norweger Sörensen bis zur Pause noch in Führung. (Bild: Gerhard Remus)

Mit solchen Aktionen lag Flavio Freuler (unten) gegen den Norweger Sörensen bis zur Pause noch in Führung. (Bild: Gerhard Remus)

RINGEN. Der Ringer des RC Oberriet-Grabs nahm sich viel für die europäischen Titelkämpfe der Junioren im griechisch-römischen Stil (bei der nur vom Kopf bis zur Hüfte attackiert werden darf) in Bukarest vor. Vor allem nach einer anstrengenden Zeit der Koordinierung – von Lehrabschlussprüfung und den hauptsächlichen im Ausland stattfindenden Trainingslehrgängen und Turnieren – konnte er befreiend an die EM denken. Nach den Titelgewinnen bei den Junioren und Aktiven bis 66 kg an den Schweizer Meisterschaften 2016 äusserte er sich für seine sportliche Zukunft optimistisch: «Mir ist eine hemmende Last genommen.» So reiste er mit zwei weiteren Athleten des Verbandes Swiss Wrestling sowie Nationaltrainer Sergej Sirenko nach Rumänien.

Souveräner Auftaktsieg

Die Auslosung am Vorabend ergab den Ungarn Bence Balatoni als ersten Kontrahenten. Man sah die Willensstärke Freulers in dieser Auseinandersetzung. Sein Widerpart erhielt einen sogenannten Aktivitätspunkt. Das war der Auslöser für eine erfolgreiche Umsetzung von Freulers Kampfkonzept zum Sieg nach 4:1 Punkten. Es folgte im Achtelfinal der Norweger Sörensen. Es kam zu einem Match bis zur Erschöpfung beider Athleten. Dabei führte Freuler nach drei Minuten zur Pause mit 5:1.

Freuler wählt falsche Taktik

Eigentlich schon eine klare Sache für den cleveren jungen Mann. Aber nein, statt die Versuche von zwei Würfen bereits beim Fassen zu vereiteln, wollte er diese in der Wurfphase kontern. Beim ersten Mal schenkte er dem Norweger bereits Zähler, und auch der zweite Konterversuch ging schief. Nationaltrainer Sirenko verzweifelte fast in der Betreuerecke. Beim 5:6 versuchte Freuler alles; doch vergebens. Der Gegner entzog sich den Angriffen und das Kampfgericht war nicht bereit, das zu bestrafen. Das war das Aus für den RCOG-Athleten. Er ist Sportler durch und durch, kann diesen Fehler verarbeiten und weiter nach vorne schauen Richtung WM Anfang September in Frankreich. Dort wird wohl auch der frühzeitig ausgeschiedene Fabio Dietsche (74 kg) starten und auch sein Vereinskamerad Ramon Betschart.