Zielsprung aus 1000 Metern

FALLSCHIRMSPRINGEN. Mit einem Glanzresultat – 7 cm Differenz nach acht Fallschirmsprüngen – wird der 34-jährige Marcel Schuster aus Au erstmals Schweizer Meister im Zielspringen.

Andreas Küng
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Der Auer Marcel Schuster (Mitte) gewann in Locarno seinen ersten Schweizer Meistertitel im Zielspringen. Mit sieben Zentimetern Differenz nach acht Sprüngen schlug er Christian Frei (rechts) und Till Vogt (links). (Bild: pd)

Der Auer Marcel Schuster (Mitte) gewann in Locarno seinen ersten Schweizer Meistertitel im Zielspringen. Mit sieben Zentimetern Differenz nach acht Sprüngen schlug er Christian Frei (rechts) und Till Vogt (links). (Bild: pd)

Mit nur sieben Zentimetern Differenz nach acht Sprüngen liess Schuster den Zürcher Christian Frei und den Basler Till Vogt (Vize-Weltmeister 2010) um 2 und 4 cm hinter sich. Dieses Resultat ist auch international selten.

Ziel WM-Qualifikation

Im Zielspringen springen die Sportler aus einem Flugzeug zwischen 800 und 1000 Meter Höhe. Ziel ist es, bei der Landung einen zwei Zentimeter kleinen gelben Punkt mit der an der Ferse montierten Spitze zu treffen. Nach dem Erfolg in Locarno möchte der Auer dieses Jahr die Weltcup-Serie 2013 erfolgreich zu Ende bringen und hofft, sich 2014 für die Weltmeisterschaften in Indonesien zu qualifizieren.

Mit 18 Jahren infiziert

Nach rund 6400 Sprüngen geht es dem Amateur-Fallschirmspringer Marcel Schuster längst nicht mehr nur um das Adrenalin. Seit seinem ersten Tandem-Sprung als 18-Jähriger in Hawaii ist Schuster fasziniert vom Fallschirmspringen und arbeitete fortan neben seinem Beruf als Architekt an der Präzision, der mentalen Konzentration und dem fliegerischen Können.

Nach zahlreichen Wochenenden auf dem Flugplatz Hohenems gelangte er über das Militär zum Zielspringen. Seit 2003 gehört er dem Schweizer Militär-Nationalteam CISM an und kann dadurch jährlich rund 300 Sprünge im Training der Luftwaffe absolvieren. Aufgrund dieser häufigen und intensiven Trainings hat er zwar Vorteile gegenüber zivilen Springern, im internationalen Vergleich muss sich das Schweizer Militär-Team aus Amateuren aber mit Profisportlern messen. Nichtsdestotrotz gelingt es dem Schweizer Team immer wieder, an internationalen Grossanlässen Profiteams aus aller Welt auszustechen, wie zum Beispiel die Bronzemedaille an der WM 2008 in der Slowakei belegt.