Zentrumsgestaltung findet Anklang

ST.MARGRETHEN. Anwohner, Gewerbetreibende und Immobilienbesitzer nahmen Stellung zur geplanten Zentrumsgestaltung in St. Margrethen.

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ST. MARGRETHEN. Was wird im Dorfzentrum geplant, wo soll der Verkehr rollen und wie sieht das Kanalkonzept aus? Darüber informierten letzte Woche Gemeindepräsident Reto Friedauer, Bauverwalter Claudio Senn und Markus Wüst von der Bänziger Partner AG, Oberriet, im Detail. Es gilt, das Zentrum zu reaktivieren, die Attraktivität mit guten Nutzungen für Gastronomie- und Gewerbebetriebe zu steigern, den öffentlichen Raum gestalterisch zu verbessern und den Langsamverkehr zu sichern. Parallel dazu sollen die Kanäle, Werkleitungen und Strassen saniert werden.

Zu kleine Kanäle

Fragen werfen die zu klein dimensionierten Kanäle im Siedlungsgebiet auf. Nötig wäre eine weiträumige Trennung von Schmutz- und Sauberwasser. Dies ist – wie ein Bach- und Kanalkonzept belegt – nur mit umfangreichen baulichen Massnahmen möglich. Allein in der Bahnhofstrasse wären Investitionen in Höhe von 3 Mio. Franken erforderlich. Derzeit wird die Mitfinanzierung durch Bund und Kanton abgeklärt. Kommt der neue Sauberwasser-Kanal in der Bahnhofstrasse, ist eine Koordination mit der Neugestaltung des Zentrums unerlässlich.

Genügend Parkplätze

Ein Immobilienbesitzer wandte sich gegen allfällige Perimeterbeiträge für die Kanalumlegung. Dem Gewerbe werde mit der langen Bauzeit ohnehin schon viel zugemutet. Einzelne Gewerbetreibende setzten sich für mehr Parkplätze und weniger Strassenraumgestaltung ein. Die grosse Mehrheit der Anstösser befürwortete dagegen die Neugestaltung des Zentrums mit viel Platz zum Flanieren, für Gartenwirtschaften und Laden-Aktionen im Freien. «Wir wollen das Dorf attraktiver machen», formulierte es ein Anstösser. «In Flawil sieht das Zentrum heute ganz anders aus. Das fehlt uns.» Auch in St. Margrethen sollen die Strassen mit Bäumen gestaltet und die Parkplätze auf der Fahrbahn oder im Trottoir neben den Alleebäumen angeordnet werden. Zwischen Bahnhofplatz und Gemeindehaus gäbe es Raum für 80 öffentliche Parkplätze. Weitere Möglichkeiten werden beim Gemeindehaus geprüft. Eine massgebliche Reduktion des aktuellen Parkplatzbestandes sei nicht vorgesehen, sagte Reto Friedauer, der die Zentrumsgestaltung zusammen mit dem Gewerbe angehen will: «Wir nehmen die Bedenken der Anstösser ernst.»

Lastwagen sollen gemäss Erschliessungskonzept das Zentrum nur noch als Zubringer befahren. Die Bahnhofstrasse wird in Richtung Norden zur Einbahnstrasse. Im Zentrum gilt Tempo 30 und der Bahnübergang bleibt in beiden Richtungen offen, zumal der Transitverkehr auf der Grenzstrasse als wenig störend empfunden wird. Die Variante bedingt jedoch eine Anpassung des Erica-Kreisels. Dieser soll aufgehoben und durch eine Knotenkreuzung mit zusätzlicher Linksabbiegespur in Richtung Dorfzentrum ersetzt werden, um die Stausituationen bei geschlossener SBB-Barriere zu entschärfen.

Zeithorizont

Und wie sieht der zeitliche Horizont der Zentrumsgestaltung aus? Reto Friedauer: «Sofern die Bürgerschaft dem Gesamtkonzept im Frühjahr 2012 zustimmt, können wir umgehend mit der Parkstrasse West und der Grenzstrasse beginnen.» Bahnhofstrasse und Parkstrasse Ost würden im Jahr 2013 in einer zweiten Etappe umgestaltet und der Bahnhofplatz 2014. (pd)