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Zeltmonster und Rattenfänger

Im März finden die ersten Ostschweizer Schultheatertage statt. Schulklassen aus den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden führen Theaterstücke zum Thema «Netz» auf. Mit dabei sind zwei Klassen aus dem Rheintal.
Anina Gächter
Die Kostüme haben die Montlinger Kinder schon organisiert. Jetzt ist Proben angesagt. (Bild: Anina Gächter)

Die Kostüme haben die Montlinger Kinder schon organisiert. Jetzt ist Proben angesagt. (Bild: Anina Gächter)

MONTLINGEN/WIDNAU. «Ich bin ein Werwolf und ich komme aus der Traumwelt», grummelt Emily Stegemann unter ihrer Werwolf- Maske. «Und kannst Du auch heulen?», fragt ihre Lehrerin Marina Jankovic. «Natürlich, schauen sie: ah-uh.» Emily ist eine von 20 Fünftklässlern der Primarschule Montlingen, die mit ihrer Lehrerin Marina Jankovic und der Praktikantin Beatrix Kühne an einem Theaterstück für die ersten Ostschweizer Schultheatertage arbeiten.

Ostschweiz verknüpfen

Bei Schultheatertagen erhalten 24 Schulklassen der zweiten bis neunten Stufe aus den Kantonen Thurgau, St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden die Chance, auf einer grossen regionalen Bühne ein Theaterstück vorzuführen und ein Feedback von Theaterfachleuten zu erhalten. Unterstützt werden sie von professionellen Theaterpädagogen, die die Schulklassen während zehn Lektionen begleiten.

Das Motto der Theatertage lautet «Netz» und spielt auf die Absicht an, die Ostschweiz und ihre verschiedenen Theaterszenen miteinander zu verknüpfen.

Zwischen Traum und Realität

Das selbst geschriebene Stück der Montlinger Klasse handelt vom Montlinger Buben Alex, der seine Erlebnisse vom Vortag im Traum verarbeitet. Dadurch entsteht ein wirres Netz aus Traum und Realität, in dem Zelte zu fressenden Monstern und überhebliche Pingpong-Spieler zu Roger Federer werden. Das Stück entstand aus verschiedenen Szenen, die die Schüler als Improvisationstheater aufgeführt haben. Dadurch hat jeder Schüler etwas zum Theaterstück beigetragen.

«Als ich von der Schulleitung von diesem Projekt erfahren habe, wusste ich sofort, dass es zu meiner Klasse passt. Meine Schüler sind etwas scheu, darum ist eine Theatervorführung eine super Chance, sie ein wenig aus sich herauszulocken», erklärt Marina Jankovic. Sie habe daraufhin den Kindern im Klassenrat den Vorschlag gemacht, mit einem selbst geschriebenen Stück an den Schultheatertagen teilzunehmen. Sie hätten sofort zugesagt und seien seither mit viel Herzblut dabei. Dem kann Emily nur zustimmen: «Theaterspielen macht Riesenspass. Als Werwolf darf ich mich gruslig verkleiden und so tun, als sei ich ganz böse. Das finde ich cool. Das einzig Schwierige beim Theaterspielen ist, dass man nicht lachen darf. Dafür braucht es schon etwas Konzentration.»

Im Netz gefangen

Ein ganz anderes Problem hat die Widnauer Schülerin Chiara Skaro. Mit ihrer Klasse führt sie eine selbst geschriebene Version des berühmten Märchens «Der Rattenfänger von Hameln» auf. «Ich spiele den Rattenfänger und muss in einer Szene absichtlich lachen. Es ist ganz schön schwer, zu lachen, ohne dass es künstlich tönt», erklärt die Viertklässlerin. Da sie in der ersten Klasse schon einmal die Hauptrolle in einem Stück gespielt hat, fühlt sie sich sehr wohl auf der Bühne. Das Stück gefalle ihr auch sehr gut, da gesungen und getanzt werde.

Ausgesucht wurde das Märchen der Gebrüder Grimm vom Primarlehrer Peter Riedener, der sich durch seine langjährige Mitgliedschaft in der Theatergruppe Widnau mit der Theaterwelt auskennt. «Theaterspielen ist pädagogisch sehr wertvoll. Es spricht alle Sinne an, fördert die Konzentration, schult die Sprache und erweitert den Horizont. In einer Schulklasse bringt es auch den Vorteil, dass Vertrauen geschaffen wird und es so weniger Streit zwischen den Schülern gibt», erklärt Riedener.

Um das Stück etwas fröhlicher zu machen, schlug er seiner Klasse vor, anstatt des Schlusses der Originalfassung, bei dem die Kinder vom Rattenfänger entführt werden, ein Happy End in das Stück einzubauen.

Gemeinsam mit einer Theaterpädagogin erarbeitete die Klasse ein alternatives Ende, in dem die Kinder wieder zurück ins Dorf kommen und der Rattenfänger sich dem Dorf anschliesst.

Da die Rollen doppelt besetzt sind, wird das Stück zweimal den Eltern vorgeführt, bevor die Klasse an die Schultheatertage nach Mels reist.

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