Zecken: Risikogebiet Rheintal

RHEINTAL. Zecken können das Virus FSME, das zu einer Hirnhautentzündung führt, übertragen. Im Rheintal zählen Balgach und St. Margrethen zu den sogenannten Hochrisikogebieten.

Larissa Binder
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Die Überträger von FSME lieben feuchte Gebiete und Wälder wie im Rheintal. (Bild: Archiv)

Die Überträger von FSME lieben feuchte Gebiete und Wälder wie im Rheintal. (Bild: Archiv)

Warum dieses Virus sich gerade in Balgach und St. Margrethen eingenistet hat, ist laut Allgemeinmediziner Paul Papp aus Balgach schwer zu erklären. «Ein Virus taucht irgendwo auf, und wenn es sich dann zu vermehren beginnt, ist es fast unmöglich, es zu stoppen.» Auf früheren Risikokarten sind Balgach und St. Margrethen noch nicht als Hochrisikogebiete gekennzeichnet.

Das könnte aber auch daran liegen, dass die Untersuchungsmethoden von früher nicht so genaue Angaben über die Krankheit gaben.

Bekannte Fälle im Rheintal

«Ich selber hatte drei Fälle mit dem Erreger FSME in meiner Praxis», sagt Paul Papp. «Die Fälle befanden sich alle im Raum Balgach-Rebstein.» Auch in St. Margrethen war ein Fall bekannt.

Gemäss Paul Papp lässt sich aber nicht hundertprozentig sagen, dass sich die Betroffenen auch wirklich im Rheintal angesteckt haben.

Auch in Schulen ein Thema

«Das Thema <Zecken> wird an unserer Schule immer wieder im Zusammenhang mit Sportanlässen im Freien oder im Wald angesprochen», sagt Bruno Baumberger, Schulleiter der Oberstufe Gässeli in Widnau. Die OGW informiert zu solchen Anlässen die Schüler ausführlich und gibt Merkblätter an die Eltern ab.

Am letztjährigen Sporttag, hatte jede Lehrperson sogar eine Zeckenkarte dabei, mit der man die Zecke von der Haut lösen konnte.

Impfung als Schutz

Menschen, die in Hochrisikogebieten wohnen oder sich häufig dort aufhalten, wird empfohlen, sich gegen das gefährliche Virus, das Hirnhautentzündung auslöst, impfen zu lassen.

«Diese Impfung ist nicht unbedingt als Schutzimpfung für Kinder gedacht, wie dies sonst häufig der Fall ist, sondern eher für Erwachsene und ältere Personen. Der Krankheitsverlauf wird umso schwerer, je älter man ist», sagt der stellvertretende Kantonsarzt Hans Gammeter. Ob die Zahl der erkrankten Personen in der Schweiz seit Gebrauch des Impfstoffes gesunken ist, lässt sich nicht genau sagen. Sicher ist jedoch, dass bei der Infektion verschiedene Faktoren eine Rolle spielen.

Obwohl sich das Risikogebiet ausweitet, kann man mit einer Schutzimpfung gegen Hirnhautentzündung der Krankheit entgegenwirken.

Wichtig sei es, sich über die Risiko- und vor allem über die Hochrisikogebiete zu informieren und sich dadurch rechtzeitig zu schützen, sagt Kantonsarzt Hans Gammeter.