Zauberstab, Wunderlampe und «Polar Express» – Das bietet des Galakonzert der Musikgesellschaft Montlingen-Eichenwies

Die Musikgesellschaft Montlingen-Eichenwies überzeugte bei ihrem Galakonzert im Wintergarten.

Gerhard Huber
Drucken
Teilen
Die Musiker der MG Montlingen-Eichenwies mit Dirigent Mathias Beno bereiteten bei ihrem Galakonzert dem Publikum einen wunderbaren Abend. (Bild: Ulrike Huber)

Die Musiker der MG Montlingen-Eichenwies mit Dirigent Mathias Beno bereiteten bei ihrem Galakonzert dem Publikum einen wunderbaren Abend. (Bild: Ulrike Huber)

Das Galakonzert der Musikgesellschaft Montlingen-Eichenwies, alljährlich im bestens als Konzertsaal geeigneten Wintergarten der CHT Switzerland AG präsentiert, war für alle Besucher wieder ein unvergessliches Erlebnis. Bezaubernde Melodien, unterhaltsam und gefühlvoll mit Talent und Können interpretiert. Exakt und einfühlsam dirigiert von Matthias Beno, dessen Taktstock von Moderator Patrick Pichler als Zauberstab tituliert wurde. Es war bereits Matthias Benos drittes Gala­konzert als Dirigent der Montlinger Blasmusiker, die er in Harmonie mit seinen musikalischen Schützlingen anleitete. Ein fordernder Dirigent, der seinen sechzig Musikern ein Kompliment machte: «Die Proben auf dieses Konzert waren nicht ganz einfach, aber das gehört dazu. Ich freue mich, dass es jetzt so gut geklappt hat, wir haben viel Zeit aufgewendet, was neben Beruf, Haushalt, Kindern, Oma und Opa oft nicht leicht ist.» Tatsächlich bleibt den Zuhörern eines Konzerts meist verborgen, wieviel Arbeit und Aufwand hinter einer perfekten Darbietung steckt.

Wettspielstück für Kreismusiktag

Und perfekt war die Vorstellung der Montlinger Musiker. Besonders eindrücklich die Präsentation jener Komposition, die im kommenden Jahr beim Kreismusiktag in Widnau als Wettspielstück zum Einsatz kommen wird. «Virginia» wurde vom Niederländer Jacob de Haan komponiert und handelt vom gleichnamigen amerikanischen Bundesstaat. Von Kolonisation, Sklaverei und Bürgerkrieg. Ein ausdrucksstarkes Werk mit Versatzstücken im typischen Western-Style, den wir aus opulenten Filmmusiken alter Wild-West-Filme kennen. Mit Voll­- gaspassagen für das Trompeten- und Posaunenregister, einem lyrisch-ruhigen Mittelteil, aus dem ein gefühlvolles leises Flötensolo hervorsticht, bevor die musikalische Stampede erneut losgeht und die Kavallerie der Konföderierten wieder gegen die Yankees reitet.

Regina Butenberg, Finanzchefin der gastgebenden CHT Switzerland AG, durfte den diesjährigen Jugendförderpreis verleihen und eine Laudatio halten. Der erst zwölfjährige Enea Simone aus Eichenwies spielt seit vier Jahren leidenschaftlich Trompete. Wie gut, demon­strierte er sogleich mit dem für ihn komponierten Stück Trompetenliebe sowie mit drei Sätzen aus der «Pop Suite» von Daniel Hellbach. Hier wächst ein ganz grosser Musiker heran.

Dass sich die Musiker der MG Montlingen-Eichenwies vor niemandem verstecken müssen, zeigten sie mit der von Alan Menken komponierten Filmmusik aus dem Disney-Zeichentrickfilm «Aladdin». Verspielt- orientalische Musik, die lautmalend die berühmte Geschichte des Jungen mit der Wunderlampe und seinem Dschinn erzählt.  Amerikanischer Big-Band-Sound, verfeinert nach Art des Morgenlandes, voller überraschender Einfälle. Von den Musikern mit hörbarem Spass, Freude und Empathie für die Komposition gespielt.

Wie auch die weitere Filmmusik aus dem «Polar Express». Ein computeranimierter Kinder-Film mit Tom Hanks in der Hauptrolle, der an den Kinokassen floppte. Aber sicher nicht wegen der Musik von Alan Silvestri. In der Interpre­tation der Montlinger Musiker brachte das Stück eingängige Melodien im Hollywood-Bombasto-Sound, gehörgefällig und solide gespielt. Ein schönes Erlebnis, so wie es das ganze Galakonzert war.