Zarte Sinnlichkeit berührt

ALSTÄTTEN/LÜCHINGEN. Friedrich Enzler stellt in der Residenz Frauenhof aus. «Ich male, um besser zu sehen», sagt der frühere Töpfer, der sich nun in seinen Gemälden ein eigenes Bild vom Universum macht.

Helga Klee
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Friedrich Enzler zeigt Bilder, die noch nie ausgestellt waren. Ihre feinen Strukturen laden zu Entdeckungsreisen ein. (Bild: Max Tinner)

Friedrich Enzler zeigt Bilder, die noch nie ausgestellt waren. Ihre feinen Strukturen laden zu Entdeckungsreisen ein. (Bild: Max Tinner)

ALTSTÄTTEN/LÜCHINGEN. Der an der Feldwiesenstrasse in Lüchingen wohnende Kunstschaffende Friedrich Enzler ist bekannt als Schaffer von einzigartigen Keramikgegenständen. Nachdem er vor acht Jahren aus gesundheitlichen Gründen das Töpferhandwerk aufgeben musste, hat er sich ganz seinem Hobby, dem Bildermalen verschrieben.

Ehrfurcht vor der Schöpfung

Bereits in den 1980er-Jahren malte Friedrich Enzler Landschaften und Blumen. Immer auf der Suche nach Neuem trennte er sich bald vom Gegenständlichen und wandte sich Bildern mit symbolischen Elementen zu. Die Kalligraphie zog ihn magisch an. Vor allem was sich ausserhalb des Kosmos abspielt, faszinierte ihn immer mehr. Diese Faszination brachte er mit Farben und Pinsel zum Ausdruck. Der Rheintaler Künstler lässt die Betrachter mit seinen Bildern teilhaben an Gefühlen und Empfindungen, die er am Tag der Entstehung hatte. «Ich begann zu malen, um besser zu sehen.» Damit bringt Enzler treffend auf den Punkt, welch grosse Ehrfurcht er vor den Schätzen der Natur und vor der Schöpfung hat.

In den letzten Jahren befasste sich Enzler vermehrt mit dem Universum. Er las viel. Vor allem die nordische und keltische Mythologie hatten es ihm angetan. Daraus hat er seine eigene Technik entwickelt, die er ohne Skizze auf der Rückseite von Pavatexplatten malt. Für die Vormalung verwendet er schnell trocknende Acrylfarben, die ihn wegen ihrer Leuchtkraft faszinieren. Danach kommt das Bild auf die Staffelei, wo er ihm mit Ölfarben Inhalt gibt.

Trotz seiner 80 Jahre hat Friedrich Enzler eine ruhige Hand, die es ihm erlaubt, mit feinsten Pinseln sein Kunstwerk so lange zu verfeinern, bis es ihm gefällt. Das dauert manchmal einen Monat. Ist er vertieft in seine Arbeit, vergisst er beinahe zu atmen. Seine Präzisionsarbeit ist in den unvergleichbaren Kunstwerken deutlich sichtbar.

Symbolhaft

In Enzlers Bildern sind viele Symbole erkennbar, die auch in der Mythologie vorkommen und Weisheit ausdrücken. Es ist ihm wichtig, dass die Figuren als Symbol betrachtet werden und nicht als Gegenstand. Jeder Betrachter soll sein Eigenbild im Kunstwerk sehen.

«Bilder müssen dem Betrachter in ihren Farbkompositionen gefallen», ist der Künstler überzeugt, «ob man versteht, was es bedeutet ist nebensächlich – Hauptsache das Bild gefällt.»

Was Besucher der Ausstellung bestaunen können, ist eine Momentaufnahme des Schaffens von Friedrich Enzler.

50 noch nie gezeigte Werke

All die 50 Werke, die zum längeren Betrachten einladen, waren noch nie öffentlich ausgestellt. Die Bilder überraschen durch ihre Ausdrucksstärke und berühren dennoch durch zarte Sinnlichkeit. Sie strahlen eine positive Energie aus und regen zum Gespräch an.

Die einzigartigen Kunstwerke von Friedrich Enzler können in der Residenz Frauenhof (Eingang Swisscom-Shop) diesen Samstag, 1. Dezember, ab 14 Uhr und an den Samstagen vom 15. und 22. Dezember von 11 bis 22 Uhr sowie an den Sonntagen vom 2. und 16. Dezember von 11 bis 17 Uhr betrachtet werden. Die Vernissage findet morgen Freitag, 30. November, um 19 Uhr statt.

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