Zahlen für Zahlen

Wir lieben Zahlen. Und noch mehr lieben wir Zahlen, die man sich gut merken kann. Darum heiraten Verliebte am 11.11.11 und feiern fast alle den 50. Geburtstag viel doller als den 47.

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Andreas Rüdisüli (Bild: Archiv)

Andreas Rüdisüli (Bild: Archiv)

Wir lieben Zahlen. Und noch mehr lieben wir Zahlen, die man sich gut merken kann. Darum heiraten Verliebte am 11.11.11 und feiern fast alle den 50. Geburtstag viel doller als den 47.

Zahlenliebhaberei der etwas ernsteren Art betreiben Menschen (ich behaupte: ausschliesslich Männer), die viel Geld dafür ausgeben, eine bestimmte Anordnung von Ziffern auf dem Nummernschild ihres Autos lesen zu dürfen. Dabei sind zwei Dinge wichtig: Zum einen muss die Zahl möglichst klein sein – also lieber SG 2434 als SG 391 343. Zum andern soll die Ziffernfolge möglichst einfach zu merken sein (ja, wie der Hochzeitstag). Am besten SG 55 555 oder SG 101 010.

So viel Zahlenmystik gibt's natürlich nicht umsonst. Aber weil eine tiefe, gut merkbare Autonummer natürlich das Image ihres Besitzers drastisch verbessert, greift Mann dafür gerne etwas tiefer in die Tasche. Es müssen ja nicht gleich sechsstellige Beträge sein für eine einstellige Zahl.

Der Kanton St. Gallen hat den Trend schon länger erkannt und versteigert besonders hübsche Autonummern online. Wobei: So besonders hübsch muss eine Nummer gar nicht sein, um ein paar Franken Erlös zu erzielen. Eine ganz gewöhnliche Zahl im Bereich von SG 50 000 geht für 500 Franken über den digitalen Tisch. Zum Vergleich: für gewöhnlich zahlt man für ein Nummernset 45 Franken.

Beim Verfassen dieser Zeilen betrug das höchste Angebot auf der Seite des Kantons 3250 Franken. Für die Nummer SG 646. Sollten Sie nun Lust auf eine knackige Autonummer bekommen haben – ich mache Ihnen einen guten Preis für einen Satz Schilder im mittleren Zweihunderttausender-Bereich.

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