Yümlü & die Läufer

Der FC Rebstein steigt auf, von Yves Solenthaler

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Yalcin Yümlü ist wieder unter den Fittichen seines einstigen Spieler-Kumpels Nino Vrenezi, was ihm schon in St. Margrethen Frische verliehen hatte. Der Topskorer ist für ein Tor pro Spiel gut und inzwischen auch ein exzellenter Vorbereiter – mit Yümlü wird der Leader seine bisher dürftige Torausbeute bis Ende Saison verdreifachen.

Der Rest der Mannschaft ist das Gegenteil von Yümlü: Die anderen Spieler sind läuferisch die Stärksten der Aufstiegsaspiranten, Yümlü hat 15 Kilo Übergewicht. Die anderen hatten bisher höchstens bei zwei Rheintaler Vereinen gespielt, Yümlü war schon bei einer Handvoll beschäftigt (bei den meisten mehrmals). Die anderen haben vor dem Tor kein kühles Blut, Yümlü erzielt Treffer, die man nicht für möglich hält.

Die beiden Mannschaftsteile ergänzen einander perfekt. Yümlü bringt genau das ein, was den Rebsteinern bisher fehlte.

Die Defensive ist unverändert das Sahnestück der Rebsteiner. Um Roman Federer, den derzeit besten Goalie im Tal, Abwehrturm Philipp Kühnis und Marco «Korber» Lüchinger – aus Rheintaler Eichenholz geschnitzt – wird sie so sattelfest sein wie in der Vorrunde. Auch dank des Trainers Bruder Fatri Vrenezi: Er ist im defensiven Mittelfeld der Staubsauger, dem kaum ein Körnchen entgeht. Allerdings bin ich nicht so vermessen wie Kollege Wälter, der von der Champions League schwafelt.

Dafür reichen die Rebsteiner Qualitäten nicht – aber wer, bitte sehr, sind die Konkurrenten? Rheineck, das den Aufstieg in den letzten zwei Saisons auf dem Silbertablett präsentiert bekam. Zugegriffen haben sie nicht, dieses Jahr müssten sie gar – o weh – für den Erfolg kämpfen. Zudem gewinnt die Städtli-Elf traditionell nie in den Spitzenspielen. Und Au-Berneck ist beim Thema Aufstieg die grösste Lachnummer: Wenn die Spieler hören, dass sie in der 2. Liga öfter trainieren müssen, vergeht ihnen die Lust am Aufstieg.

Es gibt also keinen Zweifel: Mitte Juni steigt in Rebstein die Aufstiegsfeier. Ich hatte einige der vielen Ligaerhalt-Parties auf der Birkenau erlebt (dagegen waren Aufstiegsfeiern bei anderen Clubs zum Gähnen). Ganz Rebstein wird auf den Beinen sein, Gemeindepräsident Andy Eggenberger muss den Ausnahmezustand ausrufen.

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