Wunderbare menschliche Stimme

Der Schwerpunkt der Heerbrugger Schlosskonzerte 2010 liegt auf dem ältesten und vielseitigsten Instrument, der menschlichen Stimme. Lieder, Arien und Duette aus Opern, Operetten und Musicals werden von Meistern ihres Faches zur Aufführung gebracht.

Max Pflüger
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«Pimpinone», eine Kammeroper voller Musikalität und Dramatik von Georg Philipp Telemann. (Bilder: pd)

«Pimpinone», eine Kammeroper voller Musikalität und Dramatik von Georg Philipp Telemann. (Bilder: pd)

Heerbrugg. Am 14. und 15. sowie am 20., 21. und 22. August steht Schloss Heerbrugg im Mittelpunkt der Opernwelt. Namhafte Künstlerinnen und Künstler geben in der Schlossremise hoch stehende Konzerte, welche weit über das Rheintal hinaus strahlen werden.

Oper, Operette und Musical

Freitag, 13. August 2010

Eröffnet werden die diesjährigen Schlosskonzerte mit einem unvergesslichen Gesangsabend. Er bietet eine Mischung von Melodien aus bekannten Opern, Operetten und Musicals, vorgetragen von bekannten internationalen Künstlern. Es singen die Sopranistin Andrea Viaricci, die Mezzosopranistin Dora Kutschi-Doceva (www.dora-kutschi.com) und die Tenöre Anton Klotzner (www. klotzner.de) und Karl Jerolitsch. Als spezieller Gast des Abends wird der erst 15-jährige Äneas Humm auftreten. Er ist erster Preisträger des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbes 2009.

Das Programm verspricht unvergessliche Melodien aus der «Lustigen Witwe» von Lehár, der «Fledermaus» von Strauss, «Turandot» von Puccini, «Rigoletto» und «La Traviata» von Verdi, «Carmen» von Bizet, dem «Phantom der Oper» von Webber und viele beliebte Melodien mehr. Es steht unter der künstlerischen Leitung von Drazen Domjanic.

Die schweizerische Sopranistin Andrea Viaricci wurde in St. Gallen geboren und genoss ihre Gesangsausbildung in Zürich und Biel. Ob Oper, Operette oder Musical, Andrea Viaricci fühlte sich in allen Sparten gleichermassen wohl. Mit ihrer klaren Stimme, ihrer Ausstrahlung, ihrem Lachen und ihrem Feuer hat Andrea Viaricci die Gäste schnell auf ihrer Seite. Mit kräftiger, glasklarer Stimme, die sich durch ihre besondere Beweglichkeit vor allem in den hohen Registern auszeichnet, und jeder Menge Charme vermag die Sängerin zu begeistern. (www.viaricci.com)

Der am 11. April 1995 in Richterswil (ZH) geborene Jungmusiker Äneas Humm erhielt mit vier Jahren ersten Geigenunterricht und singt seit seinem sechsten Lebensjahr im Chor der Zürcher Sängerknaben. Gegenwärtig erhält er Gesangsunterricht am Konservatorium Winterthur bei Davide Thorner. Er ist mehrfacher Preisträger des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbes sowie des Zürcher Gesangswettbewerbs. Verschiedene solistische Auftritte und Konzertreisen führten ihn durch die Konzertsäle der Schweiz sowie nach Deutschland, Russland und China. (www.aeneashumm.com)

Kammeroper «Pimpinone»

Samstag, 14. August 2010

Der Verein KammerOperSchweiz (www.kammeroperschweiz.ch) hat es sich zum Ziel gesetzt, Kammeropern, des 18. und 19. Jahrhunderts, die für verschiedene Höfe als eine Form der repräsentativen Unterhaltung geschrieben wurden, neu zu beleben und eine kulturelle Institution mit Wirkung über Zürichs Grenzen hinaus aufzubauen. Die intime Atmosphäre der Aufführungen schafft Nähe zum Publikum und ermöglicht einmalige Opernabende.

Die Oper «Pimpinone» oder «Die ungleiche Heirat» war 1725 Telemanns grösster Bühnenerfolg.

Pimpinone ein älterer reicher Herr, trifft auf Vespetta, die sich ihm als Kammermädchen anbietet. Pimpinone ist von Vespettas Charme und ihrer scheinbaren Bescheidenheit so hingerissen, dass er sich sofort in sie verliebt und sie um hohen Lohn engagiert. Zusehends ergreift Vespetta die Oberhand im Haushalt, wird immer mehr Dame und macht sich lustig über Pimpinone.

Pimpinone überlässt ihr sogar den Schlüssel zum Geldschrank, in welchem sie ein kostbares Geschmeide findet, welches Pimpinone schon für sie auserkoren hatte. In einer meisterhaft gekünstelten Selbstdarstellung preist sie ihre Vorzüge als Ehefrau an und gelobt Fleiss, Häuslichkeit und Sittsamkeit. Vespetta ist nun ganz Dame geworden und streitet sich mit dem etwas heruntergekommenen Pimpinone, und beide sagen sich ungeschminkt die Meinung.

Sie besteht darauf auszugehen, um ihre Gevatterin zu besuchen, worauf Pimpinone der sie nicht daran hindern kann, ihr in seiner Arie zu verstehen gibt: «Ich weiss, wie man redet, ich weiss, wie man's macht» indem er die über die Männer schwatzenden Damen imitiert. Vespetta zeigt nun ihrerseits, woran wirklich ihr Interesse liegt mit der Arie: «Tanzen viel, sprechen französisch, fein gekleidet will ich poussieren». Pimpinone, der ihr zu bedenken gibt, dass er sie ja verprügeln könnte, erhält daraufhin von Vespetta eine schallende Ohrfeige.

Nun sind die Verhältnisse eindeutig geklärt, Pimpinone muss nachgeben, und während sie die reiche Damen spielt, wird er immer mehr zum armen Mann.

Arien und Duette

20./21. August 2010

Der bekannte Tenor Giuseppe Giacomini tritt am Samstagabend (Freitag geschlossene Vorstellung) an den Schlosskonzerten Heerbrugg auf. Zusammen mit seiner Partnerin Olga Romanko bildet er ein stimmgewaltiges Duett.

Normalerweise singen sie auf den grossen Bühnen der klassischen Musik: Arena die Verona, La Scala di Milano, Wiener Staatsoper, Metropolitan Opera New York, Opernhaus Zürich, Deutsche Oper Berlin, Gran Teatre del Liceu Barcelona und vielen anderen grossen Häusern. Und am 12. Juni traten sie anlässlich der offiziellen Feier des russischen Nationalfeiertages beim russischen Präsidenten Medwedew auf.

Er heisst Giuseppe Giacomini, ist bekannt als «dramatischer Tenor» und wird bewundert wegen seinem starken baritonalen Timbre. Dank seinem aussergewöhnlichen Tonumfang gehört er zu den gefragtesten Tenören seiner Generation. Sie heisst Olga Romanko, ist Sopranistin und hat sich rund um die Welt einen Namen als versierte Bühnen- und Konzertsängerin gemacht.

Ob «Le Nozze di Figaro», «Othello», «Tosca», «La Forza del Destino» oder «Andrea Chenier»: Olga Romanko verfügt über ein unglaublich breitgefächertes Repertoire.

Im August singen die beiden grossartigen Solisten im Duett für Sie in der Schlossremise auf Schloss Heerbrugg. Der Abend verspricht einen grossartigen Querschnitt durch die Welt der Oper.

Konzert mit jungen Talenten

Sonntag, 22.08.10, 11.00 Uhr

Der Sonntagmorgen bietet ein Konzert mit jungen Sängerinnen und Sängern aus Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz, alle aus der Gesangsklasse von Prof. Dora Kutschi-Doceva. Bereichert wird der Gesang von einer junge Panflötistin aus Oberriet und einem jungen Pianist aus Liechtenstein, beide mehrfache Preisträger verschiedener Wettbewerbe. Das Konzert findet in Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen Stiftung «Musik & Jugend» unter der künstlerischen Leitung von Drazen Domjanic statt. (www.musikundjugend. com)

Nadia Maria Endrizzi (geboren 1993 in St. Gallen), Sopran, stand bereits im Alter von vier Jahren vor grossem Publikum auf der Bühne.

Sie erhält Unterricht in Gesang und Klavier und hat schon bei zahlreichen Produktionen, Konzerten und Veranstaltungen in Österreich, Liechtenstein und der Schweiz gesungen. Sie ist mehrfache Preisträgerin des Liechtensteinischen Musikschulwettbewerbes und des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbes.

Corinna Scheurle (geboren 1991 in Badenweiler D), Sopran, erhielt mit 13 Jahren ihren ersten Gesangsunterricht.

Bei Prima la Musica gewann sie schon mehrere erste Preise und nahm 2009 an einem Meisterkurs bei Kurt Widmer in Vaduz (FL) teil. Ausserdem wirkte sie bereits bei zahlreichen Opern und Musicals mit.

Isabel Pfefferkorn (geboren 1991 in Bludenz A), Mezzosopran, erhielt schon früh Cellounterricht, begann aber mit 14 Jahren auch eine Gesangsausbildung.

Zurzeit ist sie Studentin der Förderklasse für musikalische Hochbegabungen am Musikgymnasium in Feldkirch, hat in Aufführungen und Opern mitgewirkt und erste und zweite Preise beim Liechtensteinischen Musikwettbewerb und bei Prima la Musica gewonnen.

Nadia Nigg (geboren 1989 in Vaduz FL), Mezzospran, begann ihre musikalische Laufbahn im Mädchenchor und Jugendchor Balzers.

Die junge Sängerin besuchte neben ihrem Unterricht am Landeskonservatorium in Feldkirch auch Meisterkurse bei Noëmi Nadelmann und Kurt Widmer. Am Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb gewann sie schon mehrere Preise und ist in zahlreichen Musicals und in Opernproduktionen aufgetreten.

Andreas Moosbrugger (geboren 1992 in Feldkirch A), Bariton, erhielt seinen ersten Musikunterricht im Alter von fünf Jahren.

Sein Unterricht in Gesang und Klavier haben ihm schon zu Preisen bei Prima la Musica und beim Wendl & Lung Klavierwettbewerb verholfen. Weiter besuchte er einen Meisterkurs bei Noëmi Nadelmann, konzertierte schon mehrmals als Solist und wirkte bei zahlreichen Opernprojekten mit.

Nadine Büchel (geboren 1991 in Oberriet) entdeckte ihre Liebe zur Panflöte im Alter von fünf Jahren. Seit 2003 steht sie unter der musikalischen Obhut von Khosro Soltani und gab schon zahlreiche Konzerte. Unterdessen hat die junge Musikerin bereits ihre erste Solo-CD aufgenommen. (www.nadinebuechel.com)

Andreas Domjanic (geboren 1995 in Vaduz FL), Klavier, spielt seit seinem sechsten Lebensjahr. Zurzeit wird er von Arbo Valdma an der Musikhochschule Köln unterrichtet. Andreas ist mehrfacher Erstpreisträger verschiedener nationaler und internationaler Wettbewerbe und konzertierte bereits im In- und Ausland. (www.andreasdomjanic.com)

Andrea Viaricci, Mezzosporan

Andrea Viaricci, Mezzosporan

Andreas Humm, Schüler.

Andreas Humm, Schüler.

Giuseppe Giacomini, Tenor.

Giuseppe Giacomini, Tenor.

Nadja Büchel, Panflöte.

Nadja Büchel, Panflöte.

Andreas Domjanic, Klavier.

Andreas Domjanic, Klavier.