Wunde Punkte angesprochen

An der Aussprache mit der Bevölkerung musste sich der Schulrat Thal harsche Kritik gefallen lassen. Mit Miriam Salvisberg – Interimspräsidentin ab August – soll sich die Situation beruhigen.

Gisela Tobler
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THAL. Über hundert Personen haben am Dienstagabend in der Turnhalle Buechen an der Aussprache mit dem Schulrat teilgenommen. In seiner Begrüssung erklärte Schulratspräsident Heinz Herzog, dass ihm der Rücktritt nicht leicht falle, dass er das Amt sehr gerne und mit viel Herzblut ausgeführt habe, aber dass es ihm aufgrund der anstehenden Schulreformen persönlich nicht mehr möglich sei, die Tätigkeit weiter auszuüben. Ab 1. August wird Schulrätin Miriam Salvisberg das Präsidium ad interim übernehmen. Zusätzlich soll Vizepräsident Michael Fitzi mit einigen zeitintensiven Aufgaben betraut werden. Mit dieser Aufgabenteilung wolle der Schulrat ein Zeichen setzen, «künftig eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Akteuren in der Gemeinde zu pflegen».

Ruf der Gemeinde geschadet

Nach einführenden, informativen und beschwichtigenden Worten durch Moderator Jean-Claude Kleiner wurden die Anwesenden in Gruppen aufgeteilt, um Themen wie Qualität der Schule, Sport und Musik, Mittagstisch, Schulweg und Mitspracherecht der Eltern zu diskutieren. Offensichtlich war man sehr bemüht, keine hohen Wogen entstehen zu lassen. Doch dauerte es nicht lange, bis die wunden Punkte angesprochen wurden: Warum verlassen so viele engagierte Lehrkräfte die Schulgemeinde Thal? Warum werden so viele Schüler aus der Schule genommen? Kritisiert wurde vor allem das persönliche Engagement von Schulratsmitgliedern zu Lehrplan 21 und HarmoS, was dem Ruf der Gemeinde sehr geschadet habe.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion im Plenum zeigten sich alle Schulratsmitglieder einsichtig und versprachen, den Lehrplan zu gegebener Zeit umzusetzen und den Lehrpersonen zu vertrauen. Auf die Frage nach den Kündigungen von Lehrkräften verwies Heinz Herzog auf den Persönlichkeitsschutz und erklärte lediglich, dass sich die Fluktuation an den Thaler Schulen mit fünf bis zehn Prozent im Durchschnitt befinde. Auch die Zahl der Schüler, die in andere Schulen wechseln, besonders an Sportschulen, bewege sich im üblichen Rahmen. «Wir sind uns aber bewusst, dass Fehler passiert sind», gab Heinz Herzog zu: «Im Nachhinein ist man immer klüger.» Besonders im Bereich Kommunikation wurde Besserung gelobt und versprochen, den Anliegen der Eltern vermehrt Gehör zu schenken und allgemein besser zu informieren.

Auch lobende Worte

Neben aller Kritik gab es auch lobende Worte, zum Beispiel für die gute Infrastruktur, für das gute Angebot im Bereich Sport und Musik oder für das grosszügige Lager-Budget. Und in einem wichtigen Punkt war man sich einig: «Eine gute Schule steht und fällt mit der Qualität der Lehrperson, die vor der Klasse steht.» In diesem Sinn versprach der Schulrat, dieser Verantwortung wieder vermehrt Rechnung zu tragen.

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