WOLFHALDEN: Die Villa Ilg wird verkauft

Das an die Blütezeit der Stickereiindustrie erinnernde, von der Stiftung «You count» genutzte Jugendstilgebäude «Villa Ilg» steht zum Verkauf. Das hier geführte Internat der Stiftung verbleibt bis Sommer 2018.

Peter Eggenberger
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Die stattliche, an die Blütezeit der Stickerei erinnernde Villa Ilg wird verkauft. (Bild: Peter Eggenberger)

Die stattliche, an die Blütezeit der Stickerei erinnernde Villa Ilg wird verkauft. (Bild: Peter Eggenberger)

WOLFHALDEN. Die Stiftung «You count» mit Hauptsitz im bernischen Erlenbach betreut und schult an verschiedenen Orten Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen keine Regelklassen besuchen können. Die Zuweisungen erfolgen durch Schulbehörden und die KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden).

Unter dem Namen «Jugendheim Sternen» wurde vor elf Jahren in der Villa Ilg ein weiteres Internat eröffnet, das seit Beginn von Urs und Heidi Schoch geleitet wird.

Standort ist zu abgelegen

«You count» ist Mieterin der Liegenschaft Ilg und wird im Sommer 2018 den Schulstandort Wolfhalden aufgeben. Da sich alle übrigen Internate der Stiftung im Kanton Bern befinden, wird Wolfhalden heute als zu abgelegen erachtet.

Dazu kommt, dass das Ehepaar Schoch 2018 pensioniert wird, so dass der Zeitpunkt der Aufgabe auch aus dieser Sicht als ideal beurteilt wird. Der Schul- und Internatsbetrieb mit derzeit zehn Burschen bleibt bis zu diesem Zeitpunkt bestehen, wobei ein Käufer den bestehenden Mietvertrag einzuhalten hat.

Beeindruckendes Raumangebot

Die Villa Ilg befindet sich im Eigentum der Jugendheim Sternen AG mit Verwaltungsrats-Präsident Hans-Ulrich Birenstihl. Jetzt wird die gepflegte Immobilie samt Umschwung zum Preis von 2,49 Millionen Franken im Internet angeboten.

Aufgelistet wird ein beeindruckendes Raumangebot, das dem künftigen Besitzer verschiedene Nutzungen ermöglicht.

Nach Feuersbrunst neu erbaut

«1883 erbaute Tobias Rohner im Wegkreuz der Strassen Zelg/Walzenhausen und Sonder/Weid ein Wohnhaus mit Stickereibetrieb. Die Liegenschaft brannte 1911 nieder, worauf Schwiegersohn Heinrich Ilg-Rohner das stattliche, bis heute als Villa Ilg bekannte Jugendstil-Gebäude erbauen liess», schreibt Ernst Züst in seinem Buch «Geschichte der Gemeinde Wolfhalden».

Nach dem Ende der Stickerei-Ära diente das Gebäude mit seinem ostseitigen Anbau als Wohnhaus.