Wohnen und arbeiten am Perron

Bauvisiere kündigen es an: Das Areal des Altstätter Bahnhofs wird weiterentwickelt. Der Güterschuppen wird abgerissen. An seine Stelle werden ein Wohnbau mit Loftwohnungen und ein Bürogebäude für das Architekturbüro geag gebaut.

Max Tinner
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Der alte Güterschuppen wird abgebrochen. In einem Jahr stehen hier ein Bürogebäude und ein Wohngebäude mit Loftwohnungen. (Bild: Max Tinner)

Der alte Güterschuppen wird abgebrochen. In einem Jahr stehen hier ein Bürogebäude und ein Wohngebäude mit Loftwohnungen. (Bild: Max Tinner)

ALTSTÄTTEN. Nächstes Jahr darf sich das Architekturbüro geag (kurz für göldi+eggenberger ag) über 20 Jahre erfolgreiche Tätigkeit im Bereich der hochwertigen Baukultur freuen. Die nächsten Jahre wollen die renommierten Altstätter Architekten von einem Neubau am Altstätter Bahnhof aus weiterwirken. Dies dort, wo heute noch der alte Güterschuppen steht.

Drei Vollgeschosse plus Attika

Die Bauvisiere zeigen es an: Es wird mehr Platz zur Verfügung stehen, als es der gedrungene Güterschuppen einst für den Warenumschlag bot. Wegen der aussergewöhnlichen Lage zwischen Bahngleis und Bahnhofstrasse kann nicht beliebig in die Breite gebaut werden. Das neue Gebäude wird folglich in die Höhe ragen: Drei Vollgeschosse sind geplant, die durch ein Attikageschoss bekrönt werden. Mit 360 m2 Bürofläche werden die Mitarbeiter des Architekturbüros hervorragende Arbeitsräume beziehen und über mehr Platz verfügen als am bisherigen Standort nahe der Post an der Bahnhofstrasse.

Zwei Gebäude

Das Güterschuppenareal gehört der geag bereits seit einigen Jahren. In dieser Zeit war bereits einmal von einem Bauprojekt am selben Ort die Rede. Das damalige Projekt sah einen grossen langgezogenen Büro- und Gewerbebau vor. Davon sind die Planer abgerückt. Das aktuelle Projekt sieht zwei Gebäude vor, wovon das neue Architekturbüro auf der Seite des Bahnübergangs Grüntal das vordere sein wird. Das gleich hohe, etwas längere Gebäude auf der Seite des Bahnhofgebäudes wird acht Loftwohnungen und zwei Attikawohnungen obendrauf beinhalten, die vermietet werden.

Einzigartige Lage

Das Architekturbüro wird aber nicht zur Immobiliengesellschaft, sondern bleibt bei seiner Kernkompetenz, dem hochwertigen Bauen. Für die zehn je 75 m 2 grossen Wohnungen konnte ein Investor gefunden werden: Bauherr für diesen Teil der Überbauung ist die PG Invest AG, hinter welcher der gebürtige Lüchinger Peter Gschwend steht. Zwar sind in den letzten Jahren in Altstätten viele Wohnungen gebaut worden und weitere entstehen zurzeit. Die Projektverantwortlichen Christoph Göldi und Jürg Tobler vom Architekturbüro geag sind aber überzeugt, dass für die geplanten Wohnungen durchaus eine Nachfrage besteht: «Loftwohnungen an bester Lage, direkt am Schnellzugbahnhof, gibt es in Altstätten bisher keine.»

Gewohnt bzw. im Nebenbau gearbeitet wird in den oberen Geschossen. Weil es für die beiden Gebäude keine Unterkellerung geben wird, werden ebenerdig die Garagen und Parkplätze für die Bewohner der Mietwohnungen bzw. die Mitarbeiter des Architekturbüros und deren Besucher ihren Platz finden.

Ein Bekenntnis zu Altstätten

Zwischen den beiden Baukörpern wird es einen öffentlichen Bereich mit Sitzgelegenheit geben. «Dieser offene Bereich wertet das Bahnhofareal auf und schafft für Altstätten einen Mehrwert in Form von Lebensraum», sagt Architekt Christoph Göldi. Für die Zugreisenden wird das Gebäude-Ensemble zwischen den Bushaltestellen und dem Bahnübergang ein Tor zu Altstätten bilden – ein offener Auftakt zur Stadt. «Das Neubauprojekt ist somit ein wichtiger Beitrag an die Entwicklung Altstättens – und ein starkes Bekenntnis zum Standort», betont Göldi.

Einige Wochen wird der Güterschuppen allerdings noch stehen bleiben. Die Abbrucharbeiten sind für Februar vorgesehen; ab März wird gebaut – dann aber zügig. Bezugsbereit sollen die zwei Neubauten nämlich noch vor Ende 2016 sein.