Wohneigentum bleibt im Rheintal gefragt

Nicht nur das Angebot an Eigentumswohnungen ist gestiegen, sondern auch deren Preise.

Benjamin Schmid
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Im Rheintal entstehen überdurchschnittlich viele Eigentumswohnungen.

Im Rheintal entstehen überdurchschnittlich viele Eigentumswohnungen.

ZVG

Trotz Coronakrise und stark eingetrübter Wirtschaftsaussichten entwickelte sich das Rheintaler Eigenheimsegment im ersten Quar-tal 2020 noch robust. Sowohl die Preise für Eigentumswohnungen wie auch diejenigen für Einfamilienhäuser stiegen gemäss neuestem Immobilienmarktbericht der St.Galler Kantonalbank moderat an. Dennoch könnte sich mit dem Einsetzen der Coronakrise vorerst ein Ende des Preiswachstums einstellen.

Der Verkaufspreis einer typischen Eigentumswohnung lag bei durchschnittlich 660000 Franken und damit um 2,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Am teuersten sind die Eigentumswohnungen in Widnau und Diepoldsau, wo Preise über 725000 Franken verlangt werden. Am günstigsten sind sie in Au, Marbach, Altstätten, Eichberg und Rüthi mit Preisen unter 650000 Franken. Das Interesse an Wohneigentum ist nach wie vor gross. Unter anderem weil das Finanzierungsumfeld für einen Hauskauf weiterhin attraktiv ist. Wer sich in den ersten Monaten dieses Jahres ein Einfamilienhaus kaufen wollte, musste dafür durchschnittlich 1198000 Franken berappen.

Das entspricht einer Zunahme um 1,4 Prozent. Au und Widnau sind die Gemeinden mit den teuersten Objekten und Preisen von über 1300000 Franken. In Marbach, Oberriet und Rüthi kosten Einfamilienhäuser um eine Million Franken. Auch wenn das Rheintaler Bevölkerungswachstum nicht mehr ganz so hoch ausfiel wie noch vor einigen Jahren, lag es mit einem Plus von 0,8 Prozent einmal mehr über dem kantonalen Durchschnitt.

Rund 270 Inserate für Eigentumswohnungen

Weil nach wie vor viele neue Eigentumswohnungen entstehen, steht den potenziellen Käufern ein umfangreiches Angebot zur Verfügung. Dafür dauerte es im vierten Quartal 2019 fast 120 Tage, um ein Objekt zu verkaufen. Auf Onlineportalen werden rund 270 Inserate gezählt. Weitere 130 Objekte sind zudem in Planung, was einem Anstieg von 5,8 Prozent entspricht. Demgegenüber ist die Verfügbarkeit von Einfamilienhäusern mit einem Anteil von einem Prozent am Bestand eher gering und das Ausweiten des Angebots fraglich. Laut Immobilienmarktbericht ist es gut möglich, dass gewisse Käuferkreise aufgrund der konjunkturellen Schwierigkeiten und finanziellen Unsicherheiten den Traum vom Eigenheim aufschieben. Die Baubewilligungen für Einfamilienhäuser sanken gegenüber dem Vorjahr um 12,9 Prozent. Beim Stockwerkeigentum ist mit Blick auf die anhaltende Neubautätigkeit auch künftig mit höheren Vermarktungsaufwänden zu rechnen, wobei grössere Preiskorrekturen eher unwahrscheinlich sind.