Wo der Arbeitsweg Lebensqualität ist

Jetzt wirbt das Rheintal auf einem Zug der Regionalbahn Thurbo in der ganzen Ost- und Nordostschweiz um Fachkräfte für Rheintaler Firmen. Die Botschaft: Wer im Rheintal lebt und arbeitet, hat einen solch kurzen Arbeitsweg, dass sich dieser bereits zur Freizeitgestaltung nutzen lässt.

Max Tinner
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Das Standortmarketing des Rheintals wirbt auf einem Thurbo-Zug mit den kurzen Rheintaler Arbeitswegen um gut ausgebildete Fachkräfte. So wie der Widnauer Ely Barbonaglia es im Bild am Zug suggeriert, schätzen auch Sabina Saggioro, Geschäftsführerin des Vereins St. Galler Rheintal, und SFS-CEO Jens Breu es selbst sehr, mit dem Velo zur Arbeit fahren zu können. (Bild: Max Tinner)

Das Standortmarketing des Rheintals wirbt auf einem Thurbo-Zug mit den kurzen Rheintaler Arbeitswegen um gut ausgebildete Fachkräfte. So wie der Widnauer Ely Barbonaglia es im Bild am Zug suggeriert, schätzen auch Sabina Saggioro, Geschäftsführerin des Vereins St. Galler Rheintal, und SFS-CEO Jens Breu es selbst sehr, mit dem Velo zur Arbeit fahren zu können. (Bild: Max Tinner)

ALTSTÄTTEN. «Ignorieren Sie unsere kurzen Arbeitswege!» So wirbt das Standortmarketing des Vereins St. Galler Rheintal seit gestern auf einem S-Bahn-Zug der Regionalbahn Thurbo. Bewirken möchte man freilich genau das Gegenteil: Der Slogan ziele auf einen Reflex, der das Gegenteil bewirkt, ähnlich wie etwas Verbotenes für Kinder erst recht interessant werde, erklärt Sabina Saggioro, die als Geschäftsleiterin des Vereins St. Galler Rheintal auch für das Standortmarketing der Region zuständig ist. Die eigentliche Botschaft ist damit: Im Rheintal sind die Arbeitswege kurz – was der Freizeit und der Lebensqualität zugute kommt.

Die «fahrende Kampagne» richtet sich an gut ausgebildete Fachkräfte, die von manchen Unternehmen im Rheintal schon fast händeringend gesucht werden. Unterwegs ist der Zug auf dem ganzen Streckennetz der Thurbo, das heisst, zwischen Chur und Koblenz im Aargau, zwischen Schaffhausen und Rüti im Zürcher Oberland.

Ein Volk von Pendlern

Sabina Saggioro ist überzeugt, dass die Zielgruppe die Werbung sieht und sich auch ihre Gedanken dazu machen wird. Sie verweist auf Zahlen des Bundesamts für Statistik, nach denen die Schweiz zu einem Volk von Pendlern geworden ist. 3,9 Millionen seien es mittlerweile. Per Definition ist allerdings bereits jeder ein Pendler, der für den Weg zur Arbeit aus dem eigenen Haus hinaus muss. Beachtliche 70% arbeiten aber ausserhalb der eigenen Wohngemeinde, jeder Fünfte sogar ausserhalb des eigenen Kantons.

Was dies bedeutet, ist bestens bekannt: Stau auf den Strassen und übervolle Züge zu den Stosszeiten im Besonderen im Grossraum Zürich.

Mehr Zeit für Freizeit

Da hätten wir es doch geradezu paradiesisch, meint Sabina Saggioro. Das Rheintal biete dermassen kurze Arbeitswege, dass man sie gut mit dem Velo zurücklegen könne. Kurze Arbeitswege seien Voraussetzung für eine ausgewogene Work-Life-Balance, also für ein stimmiges Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit. «Wer im Rheintal wohnt und arbeitet, kann sich langes, mühsames Pendeln sparen», sagt Sabina Saggioro. Die kurzen Distanzen ermöglichten meist auch das Zmittagessen zu Hause zusammen mit der Familie.

Dies unterstreicht auch Jens Breu, der seit Anfang Jahr CEO der SFS-Gruppe ist, des grössten Arbeitgebers in der Region. «Es ist ein Vorteil, hier zu wohnen und zu arbeiten», sagt er. Das Rheintal verfüge über ein gutes Bildungs- und Weiterbildungsangebot, und die Freizeit könne man in der Natur gleich vor der Haustür verbringen. Der Firmenchef wohnt in Lüchingen und fährt oft mit dem Velo durchs Riet an seinen Arbeitsplatz in Heerbrugg. Gelegentlich jogge er auch heim. Breu ist begeistert: «Im Rheintal kann man Sport und Freizeit grad schon mit dem Arbeitsweg verbinden.» Das würden auch viele der 1800 SFS-Mitarbeitenden im Rheintal tun, auch Grenzgänger.

Intakte Karrierechancen

Aufgewachsen in Heiden hat Jens Breu eine Lehre in Oberegg gemacht und in den Weiterbildungsjahren danach auch im Ausland gearbeitet. Rede er mit Bekannten aus dieser Zeit, erinnerten ihn diese immer wieder daran, wie bevorzugt wir im Rheintal lebten. Weil der jungen Generation Freizeit viel bedeutet, ist Sabina Saggioro überzeugt, dass das Rheintal bei dieser so genannten Generation Y als Wohn- und Arbeitsort punkten kann. Darauf ist die jüngste Kampagne des Rheintaler Standortmarketings ausgerichtet. Und dass Rheintaler Firmen auch die Chance bieten, Karriere zu machen, zeigt nicht zuletzt der Werdegang Jens Breus vom Mechanikerlehrling zum Chef eines weltweit tätigen Industriekonzerns.

www.rheintal.com