WM-Fieber mit Olympiasieger

Gian Simmen, 1998 erster Halfpipe-Olympiasieger der Geschichte, hat gestern mit dem Parcours «SchoolTour» 400 Mittel- und Oberstufenschüler der Schule Thal besucht. Der Snowboarder ist auch bei den Fussballern beliebt.

Yves Solenthaler
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Sechstklässler James Bischof: Xherdan Shaqiri locker ausgedribbelt. (Bilder: Yves Solenthaler)

Sechstklässler James Bischof: Xherdan Shaqiri locker ausgedribbelt. (Bilder: Yves Solenthaler)

FUSSBALL. Dass Gian Simmen nicht zum Fussballspielen auf den Bützel gekommen ist, wird an seiner Fussbekleidung klar – Wanderschuhe. «Wir haben am Morgen um 5.30 Uhr angefangen, den Parcours aufzustellen», erklärt Simmen, «wenn ich bei dieser Arbeit die falschen Schuhe trage, habe ich den ganzen Tag nasse Füsse.»

Eine von 13 Schweizer Schulen

Der 37-jährige Bündner ist nicht hier, damit die Schüler seine Künste am runden Leder bestaunen, er ist als Fussball-Botschafter gekommen: Die Berner Kommunikationsagentur «by the way communications», bei der Simmen arbeitet, hat vom Schweizerischen Fussballverband (SFV) das Mandat erhalten, den Parcours «SchoolTour» durchzuführen. Damit tingelt der Snowboarder durch die Schweiz, dieses Jahr macht er an 13 Standorten Halt.

Gian Simmen sagt: «Meine Sportart ist Snowboarden, daraus mache ich kein Geheimnis. Aber Sport ist grundsätzlich etwas Gutes.» Und er geniesse es, Arbeitszeit draussen statt im Büro verbringen zu dürfen. Selbst Regen – gestern blieben Simmen & Co. im Gegensatz zum Montag in Luzern trocken – könne diese Meinung nicht ändern: «Ich bin ja nicht aus Zucker gebaut.»

400 Kinder von der Mittel- und Oberstufe aus Thal, Staad und Altenrhein genossen den Fussballtag mit dem Olympiasieger. Auch wenn sie Simmen als Sportler nicht mehr kennen – ihr Snowboard-Idol ist Iouri Podladtchikov, Halfpipe-Olympiasieger von 2104 – ist er vielen als SRF-Kommentator bekannt. Zum Beispiel für die Fünftklässlerin Simona De Solda: «Ich kannte ihn aus dem Fernsehen. Als die Lehrer von diesem Tag erzählten, freute ich mich <uuh> darauf.»

Die Lehrer hingegen können sich sehr wohl an den Snowboarder Gian Simmen erinnern. Monica Steiner, die 5.- und 6.-Klässler unterrichtet, sagt: «Ich habe zu Hause noch eine Autogrammkarte von Gian Simmen von vor 16 Jahren.» Thomas Müller, ein weiterer Lehrer, sagt: «Wir haben am Morgen noch ein YouTube-Filmchen mit Gian Simmen in Action angeschaut.»

Fragen über Prinz Poldi

Die «SchoolTour» besteht aus fünf Posten: Speedkick und «3 gegen 3» (die beliebtesten Disziplinen) sowie Dribbling, Sprint und einem Quiz mit Fussball-Fragen: Was ist der Spitzname von Lukas Podolski? Simmen sagt: «Die strahlenden Gesichter der Schüler zu sehen, macht Spass.»

Die Laune der Kinder ist hervorragend, auch dank des 3:0-Sieges der Schweiz gegen Honduras vom Vortag. Das sei der perfekte Tag, um einen solchen Anlass durchzuführen.

Das sagen alle: Gian Simmen, die Lehrer und die Schüler – schön, dass Shaqiri und Drmic in Brasilien an die Kinder aus Thal gedacht haben.

Die Resultate von «SchoolTour» findet man im Internet unter www.beatthepro.ch.

Gian Simmen erklärt den Schülern von Thomas Müller den Parcours.

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Wie viele km/h? Blenda Dermaku beim Speedkick.

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