WM-Bronze im Sprint-OL

ORIENTIERUNGSLAUF. Monika Ammann aus Berneck gewinnt an den Senioren-Weltmeisterschaften im Sprint-OL die Bronzemedaille und verwirklicht sich damit ihren Traum einer weiteren Auszeichnung in ihrer Paradedisziplin.

Drucken
Teilen
Monika Ammann auf den letzten Metern ihres Medaillenlaufs in Göteborg. (Bild: pd)

Monika Ammann auf den letzten Metern ihres Medaillenlaufs in Göteborg. (Bild: pd)

«Also doch eine Medaille auf Ansage?» – Monika Ammann winkt entschieden ab und erklärt, dass auch Simone Niggli als Ausnahmekönnerin keinen ihrer Erfolge einfach immer auf sicher hatte. «Beim OL können Favoriten auch auf den letzten Metern noch entscheidende Sekunden verlieren», sagt die Berneckerin. Sie weiss, wovon sie spricht: Mit einem fehlerfreien Lauf hätte sie nach 2012 und 2013 ihr drittes Gold gewonnen. Umgekehrt hätte ein weiterer Zeitverlust eine Rangierung neben dem Podest bedeutet.

Pole-Position

Die Senioren-WM im schwedischen Göteborg hatte am Sonntag für Monika Ammann wunschgemäss begonnen. Sie war in einer von drei Vorlaufserien deutlich die Schnellste. «Man kann fast immer noch besser und schneller laufen», erklärt sie. Beim Sprint-OL müsse innerhalb weniger Sekunden feststehen, wo man durchlaufen könne und wolle. Je höher dann das Lauftempo, umso mehr steigt das Fehler-Risiko. Mit der Leistung vom Sonntag war Ammann grundsätzlich zufrieden; mit dem Ergebnis sowieso. Damit gehörte sie auch definitiv zum Kreis der Favoritinnen für das entscheidende A-Finale vom Montag, zu dem sie als Letzte ihrer Altersklasse W55 mit der Startnummer 1 starten konnte.

Monikas Ehemann, Mario Ammann, zeigte ebenfalls eine solide Leistung. Als Elfter seiner Vorlaufserie gehörte auch er zum 80-köpfigen Starterfeld aus insgesamt 220 Teilnehmern seiner Kategorie M55.

Das Finale wurde ebenfalls am Nordufer des Göta Älv ausgetragen, der die Stadt Göteborg durchfliesst. Das Zielgelände war identisch mit dem des Vortags. Entgegen dem Qualifikationslauf standen die Kontrollposten aber nicht nur im überbauten Gebiet und im offenen Parkgelände, sondern auch auf zwei bewaldeten Hügeln mit Felsplatten und unterschiedlich dichter Vegetation.

Traumziel erreicht

Monika Ammann: «Solches Gelände bei einem Sprint-OL ist sogar für die Nordländer ungewohnt. Ich hatte grossen Respekt und habe mir das Gebiet im Voraus gründlich angeschaut.» Aber man habe ja nicht wissen können, wie der Lauf dann angelegt ist, und im Wettkampf sehe unter Zeitdruck sowieso alles anders aus.

Tatsächlich verlor Ammann in diesem schwierigen Teil beim fünften von total 14 Posten eine ganze Minute: «Ich war wie blockiert, als der Posten nicht wie erwartet vor mir auftauchte.» Sie konnte den Schock aber wegstecken und mit einem starken zweiten Teil gegenüber den Konkurrentinnen wieder Boden gutmachen. Im Ziel wurde Ammann mit der drittbesten Zeit gestoppt. Für Silber fehlten zwei Sekunden. Der Vorsprung auf die Viertplatzierte betrug aber auch nur vier Sekunden. «Ich bin bei dieser starken Konkurrenz total glücklich über Bronze», sagt die strahlende Medaillengewinnerin.

Langdistanz-OL als Zugabe

Auch Mario Ammann schlug sich in seinem Final achtsam. Ihm gelang der technisch schwierige Teil besser. Dafür traf er im entscheidenden Moment nicht die beste Routenwahl. Rang 16 ist dennoch ein gutes Ergebnis, auch wenn er bei seinen bisherigen vier Teilnahmen immer besser klassiert war.

Heute Mittwoch und morgen Donnerstag sind die beiden Qualifikationsläufe im Langdistanz-OL mit dem Final am Samstag. «Wir sind froh, wenn wir dort überhaupt den A-Final der besten 80 schaffen», definieren die Bernecker ihre Erwartungen in dieser Disziplin. Sie haben bereits die nächste Senioren-WM im Visier, die 2016 in Estland stattfindet. (pd)