Wissen ist die Frucht eines Kurses

BERNECK. Die Volkshochschule Rheintal hat ihr Kursprogramm 2013/14 herausgegeben. «Wir haben drei Fokus-Punkte», sagt Präsident Reinhard Waibel, «das Globale, das Lokale und den Menschen.»

Monika von der Linden
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Reinhard Waibel: «Wissen und Bildung zahlen sich aus. Die Früchte wird jeder ernten können. Man braucht keinen akademischen Grad, um die Volkshochschule Rheintal zu nutzen.» (Bild: Monika von der Linden)

Reinhard Waibel: «Wissen und Bildung zahlen sich aus. Die Früchte wird jeder ernten können. Man braucht keinen akademischen Grad, um die Volkshochschule Rheintal zu nutzen.» (Bild: Monika von der Linden)

«Vor etwa sechs Jahren veränderten wir das Erscheinungsbild des Programmheftes», sagt Reinhard Waibel. Er ist Präsident der Volkshochschule Rheintal (VHS) und spricht über das unmittelbar bevorstehende Kursjahr 2013/14.

«Wir wählten damals Begriffe Kunst, Wissen und Mensch, um unsere Schwerpunkte zu beschreiben. Heute tauschte ich den Begriff Kunst lieber gegen Kultur ein.» Die Kunst sei ein Bestandteil der Kultur und das von der VHS angebotene Spektrum weitaus grösser. «Zum Beispiel das Brauchtum: In diesem Jahr bieten wir eine geführte Silvester-Carfahrt nach Urnäsch an.» Das Brauchtum der Appenzeller Silvesterkläuse sei zwar bekannt. «Von denjenigen, die ich gefragt habe, war aber kaum jemand einmal dabei und erlebte, wie dieses wertvolle Kulturgut gepflegt wird.» Er könne sich vorstellen, diese Schiene weiter auszubauen, sagt Reinhard Waibel.

Drei Fokus-Punkte

Das Kursprogramm hat die VHS allen Mitgliedern zugesandt und es liegt seit einigen Tagen in Banken und öffentlichen Einrichtungen auf. Es umfasst 26 Kurse – zwischen September und Mai 2014. «Wir richten unser Augenmerk auf drei Fokus-Punkte.» Punkt 1 sei das Globale: «Zum Beispiel hält Peter Geiger ein Referat über die Geschichte und Gegenwart Chinas und die Ethnologin Nadja Buser über die Einsätze der Caritas Schweiz in Kriegs- und Krisengebieten. Oder die Historikerin Magdalena Bless Grabher. Sie führt uns ein in die Emilia Romagna, in byzantinische Mosaike und romanische Kunst.» Ein weiterer Fokus sei das Lokale. «Bei einem Stadtspaziergang entdecken wir das unbekannte Konstanz und auf einem Rundgang durch Bregenz bewegen wir uns auf den Spuren der städtischen Siedlungsgeschichte. Zu diesem Brennpunkt zähle ich auch das erwähnte Brauchtum und die Exkursion in den Steinbruch oberhalb von Thal.»

Beim Schwerpunkt Gesundheit werde der Mensch ins Zentrum gerückt. Der Augenoptiker Herbert Scheiwiler spricht über Winkelfehlsichtigkeit bei Kindern, und über Herzklappenfehler referiert der Arzt Hans Rickli. «Wir gehen den Fragen nach, wie sinnvoll Sport im Alltag ist und ob sich die Lebensqualität durch die Verwendung der richtigen Lebensmittel steigern lässt.

Anmeldungen bereits möglich

«Die Rückmeldungen, die ich bislang auf das Programm erhalten habe, sind sehr positiv. Es sei gelungen und enthalte interessante Themen.» Die Aussage: «Ich melde mich an!» lässt Reinhard Waibel von der neu gestalten Homepage berichten. «Man kann sich zwar noch mit Telefon, E-Mail oder einem Einzahlungsschein für die Kurse anmelden.» Die einfachere Methode sei aber das Internet. Direkt in der Detailbeschreibung der einzelnen Kurse erreiche man über einen Button das Anmeldeformular und erhalte umgehend eine Bestätigung per E-Mail. «Wer sich früh anmeldet, sichert sich bei begehrten Anlässen eine Teilnahme. Ausserdem können wir und die Referenten schnell einschätzen, ob ein Kurs zustande kommt oder unter Umständen ein grösser Raum gebucht werden sollte.»

Neu sei an der Homepage der komfortable Zugriff auf aktuelle Informationen. Werde ein Kurs abgesagt oder der Termin wegen Krankheit des Referenten verschoben, werde dies dort umgehend publiziert. Als Erinnerungsdienst könne der Newsletter der Volkshochschule bestellt werden, denn: «Abonnenten werden automatisch über das Programm der nächsten zwei bis drei Wochen informiert.»

Bildung für Erwachsene

«Mir ist es ein besonderes Anliegen, den Bekanntheitsgrad der VHS als eine Einrichtung der Erwachsenenbildung mit hochwertiger Qualität zu steigern», sagt Reinhard Waibel. Er erachte es als eine persönliche Bereicherung, wenn er sich mit Kultur und Wissen beschäftige. Und diese Erfahrung möchte auch die VHS vermitteln. «Man braucht keinen akademischen Grad, um die VHS zu nutzen.» Die Frage, wie die VHS das Spannungsfeld zwischen «Volk» und «Hochschule» bewerte, beantwortet Waibel: «Wichtig ist, die Referenten wenden die richtige Mischung aus Fachwissen und Methode an. Der Inhalt und der Vortrag müssen verständlich auf den Teilnehmerkreis zugeschnitten sein.» Die Besucherzahlen in den Kursen würden nur so ausgeschrieben, dass sich jeder wohlfühlen könne und keine Angst haben müsse, sich bei Fragen zu blamieren.

«Ich komme noch einmal auf die Herzklappen zu sprechen. Ist jemand interessiert, kann er dem referierenden Arzt konkrete Fragen stellen. Diese Gelegenheit wird bei allen Themen gerne genutzt.»

«Den Fotokurs leitet zum Beispiel Kurt Schwendener», sagt Waibel. «Er fragt zu Beginn die Teilnehmer, was sie erwarten, welche Wünsche und Probleme sie beim Fotografieren haben. Am Ende reflektiert er, welche offenen Fragen noch bestehen. Dies entspricht der besondern Qualität, die wir unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern immer wieder neu bieten.»

www.vhs-rheintal.ch

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