«Wissen entwertet sich schamlos»

Die Übergabe der Zeugnisse geriet gestern in der katholischen Kirche in Au für alle 40 Absolventinnen und Absolventen der Wirtschafts- und der Fachmittelschule zum Freudenfest. Ausnahmslos alle hatten bestanden.
Monika von der Linden
Die Abschlussfeier der Kantonsschule wird stets mit musikalischen Beiträgen aus den eigenen Reihen bereichert. Der Kantichor singt ein Medley aus «Les Misérables» unter der Leitung von Suso Mattle und am Klavier begleitet von Karl Hardegger. (Bilder: Monika von der Linden)

Die Abschlussfeier der Kantonsschule wird stets mit musikalischen Beiträgen aus den eigenen Reihen bereichert. Der Kantichor singt ein Medley aus «Les Misérables» unter der Leitung von Suso Mattle und am Klavier begleitet von Karl Hardegger. (Bilder: Monika von der Linden)

AU. Gestern waren nicht nur die ehemaligen Schülerinnen und Schüler nervös. Auch Erziehungsrat Florin Rupper gestand zu Beginn ein wenig Nervosität: «Ich habe schon viele Ansprachen in meiner Karriere gehalten. Aber es ist das erste Mal, dass ich dies von der Kanzel herab mache.» Mit diesem sympathischen Bekenntnis hatte der Erziehungsrat einen Teil dieses allgemeinen Lampenfiebers bereits vertrieben.

Rupper vermied es, den 40 erfolgreichen Berufsmaturanden, Fachmaturanden sowie Absolventinnen und Absolventen der Fachmittelschule viele gute Ratschläge zu geben. Er wisse, niemandem sei der Abschluss geschenkt worden. «Wissen entwertet sich schamlos.» Dennoch sei intensives Lernen nötig. Jeder sei sich selbst verantwortlich, müsse offen gegenüber Neuem sein und dabei eine kritische Haltung und Urteilsvermögen bewahren, sagte der Festredner. Diese Fähigkeiten seien Rüstzeug für den persönlichen Werdegang und ein wichtiger Beitrag für die Gesellschaft.

Rückblick im Dialog

Anja Halef und Giuliana Schär liessen die nun zurückliegende Schulzeit im Zwiegespräch Revue passieren. Es sei nicht immer einfach gewesen. Obwohl es viel Stress gab, hätten sie lustige und gute Jahre miteinander erlebt. Der am ersten Schultag gefasste Vorsatz «Allein das Durchhalten zählt» habe im Rückblick Gültigkeit behalten, so das Fazit.

Als eine der Klassenlehrerinnen der drei Abschlussklassen erinnerte sich Judith Mark an das wohl originellste Kostüm des letzten Schultags. Ein Schüler hielt, wie nun auch Mark, einige Federn in der Hand. «Mussten die Schüler Federn lassen oder waren es die Lehrpersonen, die gerupft wurden?», stellte Mark die Frage in den Raum. Es freue sie, dass sie alle zur Abschlussfeier begrüssen durfte, da alle bestanden hätten. Zu ihren Glückwünschen gab sie den jungen Erwachsenen ein Zitat von Lucius Annaeus Seneca mit: «Glück ist, was passiert, wenn Gelegenheit auf Vorbereitung trifft.»

«Das muss ein Druckfehler sein»

«Wenn ich auf einem Zettel die Namen der Besten in ihrem Fachbereich und die Abschlussnote lese, denke ich, das muss ein Druckfehler sein. Wie kann man überhaupt so gut sein?» Mit diesen bewundernden Worten ehrte Marcel Rzeplinski die beiden besten Absolventinnen des Jahrgangs. Désiré Gasser (WMS 4E, Rebstein) schloss mit der Note 5, 6 und Livia Schmidheiny (FMS 3F, Widnau) mit 5,2 ab. Dafür überreichte ihnen Rzeplinski den Anerkennungspreis des Ehemaligenvereins.

Gruppenfotos der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen werden in einer späteren Ausgabe unserer Zeitung erscheinen.

Désiré Gasser (WMS 4E) aus Rebstein hat mit der Note 5,6 als beste Schülerin des Jahrgangs die Berufsmatura abgeschlossen. Marcel Rzeplinski verleiht ihr den Anerkennungspreis des Ehemaligenvereins.

Désiré Gasser (WMS 4E) aus Rebstein hat mit der Note 5,6 als beste Schülerin des Jahrgangs die Berufsmatura abgeschlossen. Marcel Rzeplinski verleiht ihr den Anerkennungspreis des Ehemaligenvereins.

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