Wirkliches Leben ist Begegnung

RHEINECK. In Rheineck luden die Ortsgemeinde und der Verkehrsverein Rheineck zum Neujahrs-Apéro mit einer Lesung des jungen Schriftstellers Stefan Sigg in den Waisenhaus-Keller ein.

Gerhard Huber
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Im Gewölbekeller des ehemaligen Waisenhauses: (v. l.) Martin Lutz, Stefan Sigg und Katharina Linsi. (Bild: Ulrike Huber)

Im Gewölbekeller des ehemaligen Waisenhauses: (v. l.) Martin Lutz, Stefan Sigg und Katharina Linsi. (Bild: Ulrike Huber)

Zahlreiche Besucher fanden sich im wunderschönen Gewölbekeller des alten Waisenhauses ein. Katharina Linsi und Martin Lutz begrüssten namens des Verkehrsvereins und der Ortsgemeinde Rheineck die Rheinecker Bürgerinnen und Bürger. Zum zweiten Mal fand der Neujahrs-Apéro in dieser Form statt und wurde als Start ins neue Jahr gern angenommen.

Einen herzlichen Dank entboten die Veranstalter dem Bläserensemble des Musikvereins Rheineck unter der Leitung von Dani Forrer für die musikalische Begleitung, dem Team des Restaurants Kreuz für die kulinarische Unterstützung sowie vor allem Lydia Spirig, die als Eigentümerin des alten Waisenhauses die Räumlichkeiten gern bereitgestellt und die Veranstalter nach Kräften unterstützt hatte.

Eine zufällige Begegnung

In ihrer kurzen Ansprache erzählte Gemeinderätin Katharina Linsi von einer unerwarteten Begegnung am frühen Silvestermorgen. Jugendliche aus einem kirchlichen Seminar feierten dessen Abschluss mit einem lautstarken Umzug mit Kuhglocken. Und diese Begegnung brachte für sie Gelegenheit, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Sich mit ihnen über ihre Motive, über ihr Leben und ihre Einstellungen zu unterhalten. «Alles wirkliche Leben ist Begegnung», zog Katharina Linsi das Resümee aus diesem zufälligen Zusammentreffen und wünschte den Zuhörern viele interessante Begegnungen im neuen Jahr.

Neujahrsvorsätze

Als ironischen Impuls, seine Neujahrsvorsätze nicht nur auf sich selbst zu beziehen sondern auch auf andere, bezeichnete der Schriftsteller und Rheinecker Stefan Sigg seine Lesung aus seinem neuesten Buch «Die 7 Todsünden». Mit der Geschichte «Die Geräusche von unten» wurde die Todsünde der Trägheit anschaulich gemacht. Eine Geschichte von einem aus unerklärlichen Gründen bellenden Hund im Untergeschoss. Die darüber wohnenden Protagonisten verharren lange darin, nur Ausreden für sich selbst zu finden, die bequeme Couch und den Fernseher nicht verlassen zu müssen, um nachzusehen, warum der Hund so lange gebellt hatte und ob denn bei ihrem Nachbarn alles in Ordnung sei. Die Essenz aus dieser Geschichte? Der junge, sympathische Autor gibt den Besuchern des Neujahrs-Apéros mit auf den Weg, den Vorsatz zu fassen, nicht aus Trägheit auf soziale Kontakte, auf Begegnungen zu verzichten. Auch den Mut für spannende Begegnungen zu haben und den sozialen Kontakt wo immer möglich zu pflegen.

Kontakte gepflegt

Jedenfalls nutzten die Anwesenden, unter ihnen auch Gemeinderat Stephan Vitzthum, gerne die Gelegenheit, sich bei Getränken, Suppe, Nussgipfeln und einem Kaffee mit Freunden, Bekannten und auch Unbekannten zu unterhalten und so auch den Neujahrs-Apéro als Ort der Begegnung zu nutzen.