«Wir waren quasi der Lockvogel»

Am Freitagabend war Bundesrat Johann Schneider-Ammann in Heiden zu Besuch und sprach zu aktuellen Themen. Varioprint-Geschäftsführer Andreas Schmidheini sagt, wie er zu diesem aussergewöhnlichen Gast kam.

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Bundesrat Johann Schneider-Ammann (r.) stellte sich am Freitagabend den Fragen von Markus Bänziger. (Bild: pk)

Bundesrat Johann Schneider-Ammann (r.) stellte sich am Freitagabend den Fragen von Markus Bänziger. (Bild: pk)

HEIDEN. Bundesrat Johann Schneider-Ammann nahm am Freitag an der Wahlveranstaltung «Politik trifft Wirtschaft» bei Varioprint in Heiden teil. Der Wirtschaftsminister zeigte sich gut aufgelegt und nahm pointiert zu aktuellen politischen Themen Stellung.

Johann Schneider-Ammann stellte sich den Fragen der Ausserrhoder FDP-Kandidaten für den Nationalrat Markus Bänziger und Ständerat Andrea Caroni. Bänziger wollte etwa wissen, was der Bundesrat konkret für die Wirtschaft mache. «Nichts – behaupten böse Zungen», antwortete der Magistrat, erwähnte dann aber, dass der Bundesrat beispielsweise in der Herbstsession dem Parlament einen Nachtragskredit von 20 Mio. Franken für Innovationsförderung beantragen wird. In diesem Frühjahr habe er ausserdem seine Mitarbeiter aufgefordert, die Landwirtschaft zu entbürokratisieren und die Vorschriften zu reduzieren. Er habe hundert Vorschläge erhalten, wovon ein Dutzend sehr einträglich sein könnten, so Schneider-Ammann. Weitere Themen waren die Arbeitszeiterfassung, die Handelsbeziehungen zu China und das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und den USA. Der Wirtschaftsminister gewährte auch kleine Einblicke hinter die Kulissen. Er erzählte von Begegnungen mit dem deutschen Vizekanzler Sigmar Gabriel, dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras und dem «Ministre de l'Agriculture», Stéphane Le Foll.

Herr Schmidheini, wie ist es Ihnen gelungen, einen Bundesrat in Ihren Betrieb zu bringen? Wir kamen zu dem Anlass wie die Jungfrau zum Kind.

Lanciert hat ihn Nationalrat Andrea Caroni. Man sagt, Bundesrat Schneider-Ammann besuche gerne industrienahe Betriebe, die ein gewisses Renommée haben. Die Varioprint AG war quasi der Lockvogel. Meine Aufgabe bestand darin, einige pointierte Begrüssungsworte aus KMU-Sicht an die Gäste zu richten und die Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Die Herren Schneider-Ammann, Andrea Caroni und Hans Altherr kamen direkt nach der Fraktionssitzung mit dem Flugzeug von Bern.

Wie haben Sie den Bundesrat erlebt?

Er wirkte authentisch und war direkt, persönlich und offen. Schneider-Ammann kam sehr klar rüber und erwies sich als dossiergewandter und engagierter Verfechter einer wirtschaftsliberalen Politik. Er hat sich auf einen kurzen Betriebsrundgang begeben.

Waren Sie zufrieden mit dem Anlass?

Es war ein sehr interessanter Abend. Wir konnten 75 Vertreter aus der Landwirtschaft, der Industrie und dem Gewerbe begrüssen. Das Themenspektrum reichte von Freihandelsabkommen bis Swissness. Besonders viel zu reden gab die Vorschriftenflut von Bund und Kanton, mit der wir Unternehmer zusätzlich zur bestehenden Währungsproblematik gebeutelt werden. Gegen das neue Arbeitsrecht mit dem Wechsel von der Vertrauensarbeitszeit zur obligatorischen Zeiterfassung laufen viele Unternehmer Sturm. (PK/ker)

Andreas Schmidheini Geschäftsführer Varioprint AG (Bild: sgt)

Andreas Schmidheini Geschäftsführer Varioprint AG (Bild: sgt)