«Wir schrauben mit viel Herzblut»

Mitglieder des Rheintaler Motorradclubs Black Shadow präsentieren sich vom 18. bis 21. Februar an der Swiss-Moto in Zürich mit einer «Schrauber-Werkstatt». Die Rheintaler Hobbyschrauber pflegen die Leidenschaft, britischen Töff-Ruinen neues Leben einzuhauchen.

Cécile Alge
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OBERRIET. Sie läutet quasi den Frühling ein und ist für vier Tage das Mekka Tausender Töfffans: die Motorrad-, Roller- und Tuning-Messe Swiss-Moto in der Messe Zürich. Am Donnerstag öffnet sie wieder ihre Türen. Neben den Saison-Highlights von über 400 Marken wird ein breit gefächertes Begleitprogramm geboten. Bei diesem wirken auch Rheintaler mit, nämlich einige Mitglieder des Motorradclubs Black Shadow. Sie präsentieren eine sogenannte Hinterhof- oder Schrauber-Werkstatt.

Fachsimpeln unter Freunden

«Wir selber schrauben schon seit vielen Jahren mit viel Herzblut an unseren Motorrädern. Die Modelle, die wir fahren, kann man nicht fixfertig kaufen, sondern man gestaltet sie selber und individuell», erklären Roger Sieber und Rolf Mazenauer, Präsident und ehemaliger Aktuar des MC Black Shadow in ihrer Werkstatt im Oberrieter Moos. Dort treffen sie sich und andere Kollegen zwei-, dreimal pro Woche. Das Schöne am gemeinsamen Schrauben sei, dass man sich gegenseitig berate, unterstütze und bei Bedarf auch mit Teilen aushelfe. Fachsimpeln unter Freunden und am Schluss eine tolle Maschine fahren, so mache das Hobby richtig Spass.

Ruinen restaurieren

Rolf Mazenauer kramt im Schrank und zieht ein paar Fotos hervor. Darauf sind Ruinen von Motorrädern abgebildet; von einem sind lediglich noch ein paar rostige Rahmenstangen übrig. «Viele Marken der abgebildeten Vehikel sind längst verschwunden: Panther, Douglas, Norton, Velocette, Vincent …», sagt Mazenauer. Sie werden von den Rheintaler Hobbyschraubern in unzähligen Arbeitsstunden zu neuem Leben erweckt. Dazu fertigen sie mit viel Geschick selber Teile oder besorgen sich welche von speziellen Märkten.

An den Markt nach England

«Jedes Jahr reisen ein paar von uns Ende April an den Teilemarkt nach Stafford in England. Dort besorgen wir uns Zubehör, lassen uns inspirieren und geniessen das Zusammensein unter Gleichgesinnten», so Roger Sieber. Das klingt zwar nach einem teuren Spass, hält sich aber laut Rolf Mazenauer in Grenzen. «Weil wir sehr vieles selbst machen, brauchen wir nicht so viel Geld, dafür mehr Zeit.» Ausserdem wollen die British-Bike-Fans keine aufgemotzten Motorräder – im Gegenteil. In der Einfachheit liege die Schönheit dieser Maschinen. Das denke er immer wieder, wenn er sehe, was an der Swiss-Moto gezeigt werde. «Bei so viel schnellem Plastik werden wir mit unserem Stand eine ruhige Oase sein», schmunzelt Sieber.

Töff mit eigener Note

Dass die Hinterhof-Werkstatt von Black Shadow etwas Besonders ist, sieht auch die Swiss-Moto so, denn sie hat den Rheintaler Club aus eigenen Stücken kontaktiert. «Das hat uns sehr gefreut und macht uns auch ein bisschen stolz. So können wir einem breiten Publikum zeigen, was wir in so vielen Stunden zustande bringen», sagt Präsident Roger Sieber.

Die MC-Mitglieder zeigen eine nachgeahmte Werkstatt mit Werkzeugen, Accessoires und zwei angefangenen und einem fertigen Motorrad – klein, fein und authentisch. Ein Ort eben, wo Freundschaften und gemeinsame Interessen gepflegt werden und wo Motorräder mit einer ganz eigenen Note entstehen.

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