Winzer sind Politikern voraus

HEERBRUGG. Die Rheintaler Weine sind heute aktiver Bestandteil der Marke Bodensee Wein. Darin schliessen sich rund um den Bodensee vier Länder zu einer Weinregion zusammen. – Die Vereinigung Rheintalwein traf sich am Freitag zur Mitgliederversammlung.

René Jann
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Im Geschäftshaus Zentral in Heerbrugg informierten sich die Rheintaler Winzer über das vergangene Geschäftsjahr, das Präsident Pino Zünd (rechts) Revue passieren liess. (Bilder: René Jann)

Im Geschäftshaus Zentral in Heerbrugg informierten sich die Rheintaler Winzer über das vergangene Geschäftsjahr, das Präsident Pino Zünd (rechts) Revue passieren liess. (Bilder: René Jann)

An der Mitgliederversammlung von Rheintalwein blickte am Freitagabend Vereinspräsident Pino Zünd, Berneck, auf ein aktives Geschäftsjahr zurück. Mit der Bildung der Marke Bodensee Wein würden vier Länder (Schweiz, Deutschland, Österreich, Fürstentum Liechtenstein) eine Weinregion bilden, erklärte Zünd. Einen wesentlichen Anteil dazu trage die Vereinigung Rheintalwein bei, zu der sich 25 Rheintaler Winzer aus dem Einzugsgebiet Oberriet bis Thal zusammengeschlossen hätten.

Auch auf Facebook präsent

Im Internet kann man sich auf www.weinregion-bodensee.com bereits eine eigene Meinung bilden. Die «Rheintaler» kämen dabei recht gut heraus, betonte der Präsident in seinem Jahresbericht. «Unsere Winzer haben wohl das geschafft, was der Politik nicht gelungen ist», stellte Pino Zünd fest.

Allein auf der Social-Media-Plattform Facebook seien zwei Wochen nach dem Start schon 180 Mitglieder verzeichnet worden, die die Rheintaler Weine auch «likten».

Zusammen mit der Vereinigung St. Gallen Bodensee Tourismus wolle man künftig weiter auf das Rheintal als Weinregion aufmerksam machen. Auch zum «Culinarium» würden erfolgreiche Kontakte gepflegt.

Das Tal entdecken

Pino Zünd wies darauf hin, dass zurzeit im Kreis der Rheintaler Winzer ein Generationenwechsel im Gange sei.

Damit verbunden seien viele innovative Ideen, die sich in neuen, aber auch edlen Tropfen äussern würden.

So waren selbst gestandene Önologen und Winzer am vergangenen Freitagabend gefordert, als es galt, in einer Blinddegustation unter 16 ausgeschenkten Weinen die grosse Vielfalt der Talschaft am Rhein herauszuschmecken und dabei auch neue Topweine aus der Region zu entdecken.

«Unsere Winzer und ihre Weine brauchen sich nicht zu verstecken», kommentierte der Präsident von Rheintalwein und freute sich umso mehr darüber, dass selbst in der gehobenen Gastronomie zunehmend auch «Rheintaler» vertreten seien. Es liege nun aber auch an den Rheintaler Gourmets, vermehrt in den Gaststätten nach Rheintaler Weinen im Angebot zu fragen.

Ideale Präsentation

Rheintalwein konnte sich in der Überbauung Zentrum in Heerbrugg kurzfristig einmieten, um da an bester Lage in der ehemaligen Küchenausstellung der AFG der breiten Bevölkerung während sechs Samstagen die innovativen Produkte aus den Rheintaler Reblagen zu präsentieren und zur Degustation anzubieten. Für Auskünfte werden immer auch zwei Winzer anwesend sein. Gruppen können Termine vereinbaren (info@rhein talwein.ch). – Wie Franz Gutmann zum Kassabericht erwähnte, kostete der Aufbau der Vereinsinfrastruktur einiges. Andererseits hätten noch nicht alle Unterstützungsbeitragsleistungen in die Abrechnung Eingang gefunden.

Beiträge zugesagt

So schloss die Jahresrechnung mit einem Verlust von 18 576 Franken ab. Dank bereits fest zugesagter Beiträge aus der EU (Weinregion Bodensee) sowie vom St. Galler Amt für Wirtschaft sowie einem Sponsorenbeitrag seitens der Brandwork AG über 36 720 Franken sehe das Budget 2014 einen Überschuss in Höhe von 3440 Franken vor. Jahresbericht, Kassabericht 2013 und das Budget 2014 wurden gutgeheissen und der Geschäftsführung Entlastung erteilt.

«Auf dem richtigen Weg»

In der Allgemeinen Umfrage wies Andreas Müller, Balgach, auf das bevorstehende Balgacher Suserfäscht vom 13. und 14. September hin, bei dem am Freitagabend ebenfalls die Rheintaler Winzer zu einer Degustation ihrer edlen Tropfen einladen.

Karl Hardegger, Rebbaukommissär des Kantons St. Gallen, zeigte sich beeindruckt von den Ideen der in Rheintalwein zusammengeschlossenen Winzer aus der Talschaft und ermunterte dazu, die sich daraus ergebenden Synergien weiter zu nutzen.

«Ihr seid auf dem richtigen Weg», bestätigte Hardegger. Dann war es am Catering von «Mehrlust», die Winzer sowie die Freundinnen und Freunde des einheimischen Rebensaftes mit schmackhaften Gaumenfreuden zu verwöhnen.

In angeregtem Gespräch (v. l.): Ernst Gschwend, Rebbaukommissär Markus Hardegger, Jürg Jüstrich und Peter Schmid.

In angeregtem Gespräch (v. l.): Ernst Gschwend, Rebbaukommissär Markus Hardegger, Jürg Jüstrich und Peter Schmid.

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