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Wind dreht Richtung Rheinpark St.Margrethen

Während sich im Nachbarland Verkehrsgeplagte und Wirtschaftsvertreter um Bauland und grössere Verkaufsflächen zanken, wandert die Vorarlberger Kundschaft stetig, still und leise in die Schweiz ab.
Kurt Latzer
Der Einkaufstourismus im Nachbarland Vorarlberg hat nachgelassen, mehr Österreicher und Deutsche als früher besuchen das St. Margrether Einkaufszentrum. Spürbar mehr, ist die Zentrumsverwaltung überzeugt. (Bild: Kurt Latzer)

Der Einkaufstourismus im Nachbarland Vorarlberg hat nachgelassen, mehr Österreicher und Deutsche als früher besuchen das St. Margrether Einkaufszentrum. Spürbar mehr, ist die Zentrumsverwaltung überzeugt. (Bild: Kurt Latzer)

Günstiger Euro, tiefere Preise und Mehrwehrwertsteuer sind längst nicht mehr alles, was ennet der Grenze glänzt. Oder zum Einkauf lockt. Denn seit vergangenem Jahr ist in Vorarlberg nicht nur der Warenkorb teurer, sondern auch für die europäische Unionswährung müssen Herr und Frau Schweizer mehr berappen. Und während der Detailhandel in Lustenau und Vorarlberger Wirtschaftspolitiker um den Verlust von Ikea trauern, sich beim Messerpark in Dornbirn um mehr oder weniger Verkaufsflächen streiten, hat eine Wende eingesetzt.

«Bei uns hören wir wieder mehr Hochdeutsch und Vorarlberger Dialekt», sagt Andreas Aepli, Leiter des Einkaufszentrums Rheinpark in St.Margrethen. Auch deutsche und österreichische Kennzeichen gebe es auf den Parkplätzen des Zentrums häufiger zu sehen. Kurz, nachdem der Eurokurs auf 1,18 bis 1,20 Franken gestiegen sei, habe die Zahl ausländischer Kundinnen und Kunden «drastisch zugelegt». Einschätzen, wie viel Deutsche und Vorarlberger mehr den Rheinpark besuchen, kann man im Gegensatz zu früher nicht. «Heute bezahlt die auswärtige Kundschaft in Franken, nicht wie früher mit Euro», sagt Aepli. Das Wechseln von der europäischen in die Schweizer Währung lohne sich wieder.

Und da gibt es weitere Gründe, die den Detaillisten diesseits des Rheins in die Hände spielen könnten. Denn neben den Diskussionen um Verkehr und Verkaufsflächen zankt man sich beim Nachbarn auch wegen der Gratisparkplätze.

Veränderungen könnten fürs Rheintal positiv sein

«Ich gehe gerne in den Rheinpark, dort ist Platz und ich kann Schweizer Zeitungen lesen», wird der Lustenauer Grüne Manfred Hagen in den «Vorarlberger Nachrichten» (VN) zitiert. Am Podium «Quo vadis Handel im Rheintal?» sagte Hagen, das St.Margrether Einkaufszentrum sei sehr attraktiv trotz Parkplatzbewirtschaftung.

Mehr als die Abwanderung von Lustenauerinnen und Lus-tenauern in den Rheinpark befürchtet Bürgermeister Kurt Fischer die Kaufkraftabwanderung in Richtung Dornbirn. Walter Bösch, SPÖ Lustenau, sagte am VN-Stammtisch, der Verkehr bleibe, die Kaufkraft aber wandere an andere Vorarlberger Standorte ab.

Gesellte sich ennet des Rheins zur erstarkenden Europawährung die Parkplatzbewirtschaftung, könnte der Wind noch mehr in Richtung Rheinpark und anderer Rheintaler Einkaufszentrum wehen. Fiele dazu der hierzulande heftig diskutierte Freibetrag für den Einkauf im Ausland, könne der gedrehte «Kaufkraft-Wind» an Fahrt gewinnen.

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