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Wimmen für das Seelenheil

Am Buechberg in Thal werden die Trauben gelesen. Potenzielle Erntehelfer bombardieren Winzer mit Anfragen.
Ruedi Hirtl
Christian Herzog erklärt bei den Chardonnay-Trauben, wieso Edelfäulnis nicht schlecht ist für den Weisswein. (Bild: Rudolf Hirtl)

Christian Herzog erklärt bei den Chardonnay-Trauben, wieso Edelfäulnis nicht schlecht ist für den Weisswein. (Bild: Rudolf Hirtl)

Bei schönem Wetter in der Natur sein, ab und zu eine zuckersüsse Beere in den Mund stecken und nach getaner Arbeit ein Glas Wein geniessen: So stellt sich vermutlich so mancher Zeitgenosse den Wimmet vor. Und, es ist tatsächlich so. Zumindest an einem Nachmittag dieser Woche, als sich beim Torkel vom Weingut am Steinig Tisch 30 Erntehelferinnen und -helfer zuprosten.

«An engagieren Helferinnen und Helfern mangelt es uns nicht», sagt Winzer Roman Rutishauser.

«Wir bekommen jedes Jahr mehr Anfragen von Frauen und Männern, die beim Wimmet mithelfen möchten. Diesmal auch einige aus Zürich.»

Er habe dankend abgelehnt, sagt der 35-Jährige, der vom Gault-Millau zum «Rookie of the Year 2019» gekürt wurde. Schliesslich könne das Weingut auf ein ­bewährtes Ernteteam zurückgreifen.

Das aktuelle Wetter ist gut für die Aromenbildung

Es sei wohl der Wunsch vieler Menschen, dem Alltag zu entfliehen und im Weinberg ein Stück heile Welt zu finden. Doch auch dort mehren sich die Probleme durch vermehrte Wetterextreme. Dennoch ist Roman Rutishauser mit Qualität und Quantität der Ernte zufrieden. «Wir bewegen uns in einem guten Durchschnittsjahr. Einzig die Menge der blauen Trauben bewegt sich leicht darunter.» Was nach der Kelterung in die Flaschen komme, werde sicher von sehr guter Qualität sein.

Davon ist auch Christian Herzog von gleichnamigen Weingut in Thal überzeugt. Was der Laie beim Blick auf seine Chardonnay-Trauben als Fäulnis taxiert, sei Edelfäule.

«Einzelne Beeren sind überreif und haben daher zehn Öchsle mehr als das restliche Traubengut, was sich positiv auf den Wein auswirkt.»

Als Faustregel gilt: 105 Tage nach der Traubenblüte ist der richtige Moment für den Wimmet. Je nach Sorte variiert dies. Mit dem Pinot noir wartet Herzog noch etwas. Die kalten Nächten und warmen Tagen seien gut für die Aromenbildung. Dass jede Traubensorte individuell zu behandeln ist, bestätigt Tom Kobel vom Ochsentorkel in Thal. Er hat alle Trauben bereits im Keller, mit Ausnahme der Spätlese. Bei den blauen und den weissen Sorten erwartet er eine ausgezeichnete Qualität. «Den Sauvignon blanc haben wir mit 93 Öchsle von den Stöcken geholt. Das wird ein perfekter Wein.» Gute Weine entstehen nicht von selber. Die Arbeit im Keller ist entscheidend.

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