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«Wilder Westen» im fernen Osten - Ein Rheintaler Landwirt hält Bisons

Seit zwölf Jahren hält sich Andreas Aemisegger bei der Arbeit stets einen Fluchtweg frei. Zusammen mit seiner Frau gehört er zu 13 Bauern in der Schweiz, die Bisons halten und züchten.
Benjamin Schmid
Bisons fühlen sich im Schnee des Appenzeller Vorderlandes heimisch. (Bild: Benjamin Schmid)

Bisons fühlen sich im Schnee des Appenzeller Vorderlandes heimisch. (Bild: Benjamin Schmid)

Beinahe zwei Meter hoch und über eine Tonne schwer werden die Wildtiere. Ein Koloss aus Fleisch, Knochen und Fell. «Ich musste mich auch schon vor dem Stier in Sicherheit bringen», sagt der Landwirt Andreas Aemisegger, «den schlauen Tieren kehrt man besser nicht den Rücken zu.» Glücklicherweise blieb er unverletzt und sei meist mit dem Schrecken davongekommen. Er und seine Frau entschlossen sich im Jahr 2007, neue Wege zu beschreiten. Aus Deutschland importierten sie kanadischstämmige Bisons: fünf Kühe und einen Stier. Zwei Jahre später kamen die ersten Kälber auf die Welt. Doch die Freude darüber sollte nur kurze Zeit währen.

Virus bedrohte die ganze Herde

Nachdem einige Kälber gestorben waren, und auch die Leitkuh verendete, suchte die Familie Rat bei Tierärzten und Jägern. Ihre Befürchtungen wurden wahr, die Bisons hatten sich mit dem «Bösartigen Katarrhalfieber» angesteckt – eine akute, meist tödlich verlaufende Viruserkrankung. Heute halten Aemiseggers einen Stier, vier Kühe und zwei Jungtiere. «Wir wissen nicht, ob wir weitermachen, wenn der Stier stirbt», sagt der Bauer. Einerseits ändern sich die Richtlinien immer wieder, andererseits werfen Bisons bemessen am Aufwand nur wenig Gewinn ab. Nach 20 Monaten werden die Jungtiere geschlachtet. Verwendet wird alles: das Fleisch zum Essen, der Kopf als Trophäe und das Fell für Kleidung.

Der Wisent – das europäische Pendant zum Bison, kommt vorwiegend in Polen, Weissrussland, der Ukraine, der Slowakei und Russland vor. Für Aemisegger bedeuten die Tiere keinen Mehraufwand gegenüber der herkömmlichen Haltung von Rindern. «Ganz im Gegenteil», sagt Erika Aemisegger, «sie bereiten uns Freude und begeistern Menschen von nah und fern.» Immer wieder hielten Passanten an, um mehr über die Tiere, deren Verhalten und Gewohnheiten zu erfahren oder schlicht, um einen Blick auf die unzähmbaren Riesen aus dem «Wilden Westen» zu erhaschen. Entgegen landläufiger Meinung finden die Tiere im Appenzeller Vorderland beinahe ideale Lebensbedingungen vor. «Mit ihrem dicken Fell lieben sie es, im Schnee herumzutollen», sagt Erika Aemisegger.

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