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Wie ein Puzzle mit 1000 Teilen

Aus christlicher Sicht
Philipp Hautle
Eine bedenkenswerte Vorstellung: Wir Menschen – ein riesiges Puzzle. (Bild: depositphotos/ibogdan)

Eine bedenkenswerte Vorstellung: Wir Menschen – ein riesiges Puzzle. (Bild: depositphotos/ibogdan)

Ich bestaune Martina. Mit welcher Ruhe und Geduld setzt sie das Puzzle aus 1000 Teilen zusammen. Sie greift nach einem, dreht es, vergleicht, probiert, legt es wieder weg. Nimmt das nächste. Der Rand geht am leichtesten. Dann kommen die markanten, eindeutigen Formen. Schliesslich der Rest, die Füllung, der Hintergrund.

Manchmal liege ich nachts wach im Bett. Dann setzt meine Erinnerung Puzzleteile aus meinem Leben zusammen. Am schnellsten diejenigen am Rand. Wo ich an meine Grenzen gekommen bin. Einschneidende Episoden. Immer wieder kommen sie. Enttäuschungen. Schmerzvolles. Trauriges.

Dann nehmen bedeutende Ereignisse Konturen an. Wundervolle Begegnungen. Vertrauensvolle Gespräche. Gelungenes. Frohe Ereignisse. Die Geburt eines Kindes. Lieblingsmelodien, etwa: «Du Gott bisch min Hirt, mir fehlt’s a nüt.» So manches ist unverbunden nebeneinander. Viele Leerstellen. Mir scheint, je älter ich werde, desto mehr sind es. Was war damals? Wie habe ich das angepackt? Wer war dabei? Fehlende Puzzleteile. Und wie passt das alles zusammen? Eine Atempause. Ich schau mir das unvollständige Puzzle an. Was für ein Bild. Ein Bild von mir, von meiner Geschichte.

Auch Sie kennen solche unfertigen Selbst-Bilder. Puzzleteile Ihres Lebens. Und jedes Puzzle ist anders.

Mein Sinnen greift weiter: Sind wir nicht alle ein Puzzleteil eines viel grösseren, allumfassenden Puzzles? Manchmal sagen wir auch: Wir sind ein Rädchen im ganzen Getriebe dieser Welt. Ein Staubkorn im unendlichen All.

Noch eines kommt mir in den Sinn: Einen Satz aus jener seltsamen, alten biblischen Anfangsgeschichte. Ein Priester am wieder errichteten Tempel von Jerusalem machte sich um 520 v. Chr. Gedanken über die Anfänge der Welt und der Menschen. Er stellte sich vor, Gott habe die Welt in sechs Tagen erschaffen. Am sechsten Tag «schuf Gott den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.» (1. Buch Mose, 1. 27).

Natürlich ist das kein wissenschaftlicher Bericht. Aber eine bedenkenswerte Vorstellung: Wir Menschen – ein riesiges Puzzle. Jedes Puzzleteil an seinem Platz. Sie und ich, jedes Teil ist wichtig. Wir zusammen ein Abbild Gottes. Der Priester am prunkvollen Tempel von Jerusalem spürte, dass in jeder und jedem von uns das unfassbare, göttliche Geheimnis wohnt und aufscheint.

Philipp Hautle

Rebstein

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