Wie das so ist mit einem Trinker

Am Freitag, 14. Dezember, um 20.15 Uhr ist in der Bühne Marbach in einer Lesung mit Mathias Peter ein Stück Weltliteratur zu hören: die Legende des heiligen Trinkers von Joseph Roth.

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Literarisches zum Advent: Mathias Peter und Urs Gühr am Klavier. (Bild: pd)

Literarisches zum Advent: Mathias Peter und Urs Gühr am Klavier. (Bild: pd)

MARBACH. Eine wunderbare, anrührende Geschichte, unterhaltsam und trotzdem mit Tiefgang wird vom Leiter der Kellerbühne St. Gallen, Mathias Peter, als szenische Lesung auf die Bühne gebracht und von Urs Gühr am Klavier begleitet.

Geld annehmen vom gut gekleideten Herrn, der «den Eindruck eines Reisenden» macht? Nein, der Clochard und Trinker Andreas ist «ein Mann von Ehre, wenn auch ohne Adresse». Er will nichts nehmen, das er nicht zurückzahlen kann. Doch der andere besteht darauf, dass er die 200 Francs nimmt und sie bei Gelegenheit in einer bestimmten Kapelle zuhanden der heiligen Thérèse von Lisieux abgibt. Das ist nur das erste einer ganzen Reihe von Wundern, so nennt es Andreas, was ihm nun alles widerfahren wird. Die Geschichte entwickelt sich und wird zu einem hindernisreichen Weg zur Heiligen und zur Auseinandersetzung mit seinem eigenen Leben.

Mathias Peter lässt mit wirkungsvollen Gesten die Geschichte und ihre leise, liebevolle Selbstironie wirken. Denn der Autor Joseph Roth beschreibt darin seine eigene Trunksucht – ohne anzuklagen, ohne Vorwürfe, Schuldzuweisungen und Alkoholmief: In seiner letzten Erzählung vor dem frühen Tod beschreibt er mit einem milden Blick, wie das ist mit so einem Trinker wie ihm. Tickets für diese besondere und doch in die Weihnachtszeit passende Lesung können unter Telefon 071 775 81 91 auf der Gemeindekanzlei oder auf der Homepage der Bühne Marbach reserviert werden. Türöffnung 19.30 Uhr. (pd)

www.buehnemarbach.ch

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