WIDNAU/KIEW: Ex-SCR-Coach ist verstorben

Die SCR-Familie trauert um ihren ehemaligen Nachwuchstrainer Anatolij Demin. Der 63-Jährige verstarb am 22. Januar unerwartet an seinem Wohnort in Kiew.

Susi Miara
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Bestürzt musste die Eishockey­gemeinde die Nachricht vom Tod des ehemaligen SCR-Nachwuchstrainers Anatolij Demin entgegennehmen. Der in der Nähe von Moskau geborene Stürmer und langjährige Kapitän von Sokol Kiew starb nur wenige Tage nach seinem 63. Geburtstag an einem Blutgerinnsel.

Bevor Anatolij Demin 1992 als Trainer zum Schlittschuhclub Rheintal stiess, spielte er zwei Saisons (von 1985 bis 1987) bei der VEU Feldkirch. Nach Beendigung seiner Spielerkarriere fand er als Trainer eine neue Berufung. «Bevor wir Anatolij Demin als Nachwuchscoach für den SCR verpflichtet haben, fuhren wir mit einer Delegation nach Kiew, um dort seine Trainingsmethode kennenzulernen», erinnert sich Fritz Berhalter. «Das Training war sehr individuell, aber auch sehr effektiv.» Mit seiner ruhigen Art konnte Anatolij Demin schnell auch seine Schützlinge im Rheintal überzeugen. Obwohl die Eltern seine Methoden, wie das Treppentraining, einen Autoreifen hinter sich ziehen oder sich vor dem Tor in den Schuss werfen, nicht verstanden, hatten die jungen Eishockeycracks daran grosse Freude. «Einige Schüler von Anatolij konnten dank seines Wissens sogar eine Eishockey-Karriere starten. Ein Highlight war auch das Turnier in Kiew, das die damals 13- bis 14-jährigen Sportler besuchten.» Unvergesslich bleibt das Freundschaftsspiel zwischen den ehemaligen russischen Nationalspielern und dem SCR-Team I.

Auch Georges Lüchinger, damals Trainer des FC Widnau, fand in Anatolij Demin einen ­guten Freund. «Er war ein russischer Bär mit weicher Seele», sagt er. Als hoch professionellen Trainer habe er ihn kennengelernt. Zwei Jahre habe Anatolij Demin das Wintertraining des FC Widnau geleitet und mit seinem Wissen zum Aufstieg der ersten Mannschaft einiges beigetragen. «Als Sportler, aber auch als Mensch war er ein Vorbild mit sehr hoher Sozialkompetenz», sagt Georges Lüchinger.

Susi Miara