Widnauer Kinder in Bewegung

WIDNAU. Die Gemeinde Widnau macht am Kinderbewegungsprojekt Open Sunday mit. Gemeinderätin Marlen Hasler ist Präsidentin der Jugendkommission und erläutert die Bedeutung der Teilnahme am Projekt der Stiftung idée:sport.

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Marlen Hasler, Präsidentin der Jugendkommission der Gemeinde Widnau, ist vom Projekt Open Sunday überzeugt: «Die Kinder haben eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und sind sozial in eine Gruppe eingebunden.» (Bild: Bea Sutter)

Marlen Hasler, Präsidentin der Jugendkommission der Gemeinde Widnau, ist vom Projekt Open Sunday überzeugt: «Die Kinder haben eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und sind sozial in eine Gruppe eingebunden.» (Bild: Bea Sutter)

Frau Marlen Hasler, bald wird in Widnau eine Turnhalle an den Sonntagen für die Kinder zum Spielen und Turnen geöffnet sein. Wann wird das sein?

Marlen Hasler: Wir werden nach den Herbstferien mit dem Projekt «Open Sunday» starten. Die Turnhalle beim Oberstufenschulhaus Gässeli ist dann an allen Sonntagen von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet.

Wie alt können die Kinder sein, welche an diesen Sonntagen in der Turnhalle spielen und turnen dürfen?

Hasler: Das Projekt Open Sunday spricht Mädchen und Knaben im Primarschulalter an. Das sind Kinder zwischen der ersten und sechsten Klasse.

Und die Älteren?

Hasler: Für die Jugendlichen im Oberstufenalter gibt es genügend Angebote. Eines davon ist das Projekt Midnight Sports. Dieses wird in anlehnender Form vom Jugendnetzwerk angeboten. 2006 wurde das nationale Projekt Open Sunday lanciert. Der Gemeinderat Widnau und die Jugendkommission waren überzeugt davon, dass dies auch für die Kinder unserer Gemeinde eine gute Sache ist.

Wie haben Sie herausgefunden, dass es solche Projekte gibt?

Hasler: Wir von der Jugendkommission sind ständig bestrebt, nach Angeboten und Ideen Ausschau zu halten, welche die Kinder und Jugendlichen ansprechen könnten. Als Präsidentin der Jugendkommission bekomme ich viel Informationsmaterial für diverse Projekte und Veranstaltungen, welche die Jugendarbeit betreffen.

Was gefiel Ihnen am Projekt Open Sunday besonders?

Hasler: Dass dieses Projekt den Kindern an Sonntagnachmittagen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bietet und sie dadurch nicht stundenlang vor dem TV oder dem Computer sitzen.

Was möchte die Stiftung idée:sport?

Hasler: Ihre Ziele sind, die Jugendlichen für Sport und Spiel zu begeistern. Der Sport dient der Förderung der Beweglichkeit und der Gesundheit. Der Sport ist erwiesenermassen ein wichtiges Mittel zur Prävention von Sucht und Gewalt. Zudem hat das Projekt auch noch eine wichtige soziale Komponente.

Nun wird die Turnhalle Gässeli von Ende Oktober bis zu den Frühlingsferien jeden Sonntag für Primarschulkinder offen sein. Werden diese beaufsichtigt und betreut?

Hasler: Ja, natürlich.

Von wem?

Hasler: Von zwei erwachsenen Personen, die einen sportlichen und pädagogischen Hintergrund mitbringen. Es können zum Beispiel Studenten der pädagogischen Hochschule oder der Fachhochschule für Sozialarbeit sein, welche das ganze Winterhalbjahr jeden Sonntagnachmittag mit den Kindern spielen und ihnen auch verschiedene Sportarten näher bringen.

Ist das Projekt keine Konkurrenz für die Vereine?

Hasler: Nein, absolut nicht. Die Kinder lernen hier, sich in der Gemeinschaft zu integrieren. Ich kann mir auch vorstellen, dass zu einem späteren Zeitpunkt den Vereinen Gelegenheit geboten wird, sich an einem dieser Open Sundays vorzustellen.

Nur zwei Personen als Betreuer?

Hasler: Die Verantwortung tragen diese zwei Personen. Sie sind jeden Sonntag anwesend, damit werden sie für die Kinder zu Bezugspersonen. Die Kinder aber auch die Eltern fühlen sich wohler, wenn sie die Leiter kennen.

Mit wie vielen Widnauer Kindern rechnen Sie am Anfang?

Hasler: Am Anfang werden es vielleicht so etwa 20 Kinder sein. Aber ich glaube, wenn sich das unter den Gspänli herumspricht, können wir mit gegen 50 Schülerinnen und Schüler rechnen.

Und da genügen zwei Betreuer?

Hasler: Nein. Es werden Oberstufenschülerinnen und -schüler als Helfer rekrutiert. Diese Einbindung von Jugendlichen in Form der Mitarbeit als Juniorcoaches gilt als «Projekt im Projekt» und ist ein wesentlicher Bestandteil von Open Sunday.

Dann werden auch diese in eine verantwortungsvolle Aufgabe eingebunden. Welche Voraussetzungen müssen diese Schüler erfüllen?

Hasler: Sie müssen sich bewerben und einen Einführungskurs absolvieren. Ein Zustupf für ihr Taschengeld ist ihnen gewiss.

Wer bezahlt das ganze Projekt?

Hasler: Die Kosten teilen sich die Stiftung idée:sport, der Bund, der Kanton und die Gemeinde.

Was erhoffen Sie sich vom ganzen Projekt Open Sunday?

Hasler: Dass bei den Eltern und Kindern eine gute Resonanz da ist. Im Frühling werden wir eine Analyse machen. War das Projekt erfolgreich, wird es weitergeführt. Ziel ist, dass das Projekt Open Sunday institutionalisiert wird.

Interview: Bea Sutter

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