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«Widnauer» Flugplatz muss weg

Weil «Rheintal Mitte» Ausgleichsfläche braucht, muss der Modellsportlieger-Club nach Dornbirn umziehen.
Kurt Latzer
Michael Rädlers elektrisch betriebener Eurofighter absolvierte den Erstflug und landete danach sicher auf dem «Widnau-Airport» des MSFC. Mittlerweile verfügen die meisten Flugmodelle der MSFC-Mitglieder über Elektromotoren. (Bild: Montage/Kurt Latzer)

Michael Rädlers elektrisch betriebener Eurofighter absolvierte den Erstflug und landete danach sicher auf dem «Widnau-Airport» des MSFC. Mittlerweile verfügen die meisten Flugmodelle der MSFC-Mitglieder über Elektromotoren. (Bild: Montage/Kurt Latzer)

Michael Rädler steht im Schatten in einem kleinen Zelt an der Schweizerstrasse in Lustenau. Den Boden, auf dem Flugpiste und Clubhaus stehen, hat der Verein von der Ortsgemeinde Widnau gepachtet. Schon seit bald 60 Jahren.

Es ist heiss und das Mitglied des Modellsportflieger-Clubs Dornbirn (MSFC) angespannt. Vor dem Erstflug seines Eurofighters checkt er wieder und wieder die Systeme. Michael Rädler sagt:

«Wenn da mit den Rudern etwas nicht hundertprozentig klappt, gibt es Schrott.»

Wenige Minuten später, nach weiteren Tests am Boden, steigt das Kampfjet-Modell in den Himmel. Es liegt schön in der Luft, zieht seine Bahnen und ist wegen des Elektroantriebes kaum zu hören. Am Ende setzt der Jet sanft beim Flugplatz auf. «Jetzt geht es mir besser. Das Adrenalin wirkt noch, die Nervosität ist weg», sagt der junge Vorarlberger.

Auf der Suche nach einem neuen Platz

Nicht gewichen ist die Anspannung bei der Vereinsleitung und den Mitgliedern. Spätestens, wenn die Bauarbeiten für den neuen A14-Autobahnanschluss Rheintal Mitte beginnen, müssen sie das Flugfeld räumen. Denn die etwa 80 Aren, die der MSFC Dornbirn von der Ortsgemeinde gepachtet hat, liegen im Natura-2000-Gebiet. Karl Köppel, Präsident der Ortsgemeinde Widnau, sagt:

«Wir können dem Club eine Ersatzfläche, nicht weit entfernt vom heutigen Flugplatz bieten.»

Es handle sich um einen sehr guten Pächter, der nie einen Grund für Beanstandungen gab. Und das Land auf der Lustenauer Seite, auf dem der neue Modellflugplatz entstehen könnte, liegt nicht im Natura-2000-Gebiet. Und wie Karl Köppel sagte, sind auch der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser an einer Lösung interessiert, die dem bald 60 Jahre alten Verein das Überleben ermöglicht.

Ortsgemeinde hätte es sich leicht machen können

Eigentlich ist es ja paradox: Denn die Natura-2000-Parzelle, auf der sich heute der Modellflugplatz befindet, wird durch den Bau des Autobahnanschlusses ökologisch abgewertet. Folglich wäre der MSFC für die Natur noch weniger schädlich, als er das schon heute ist – oder?

«Wie und warum der Boden des Flugplatzes bei der Planung des Autobahnanschlusses Rheintal Mitte ins Spiel gebracht wurde, weiss ich nicht», sagt Kurt Fischer, Bürgermeister von Lustenau. Der Ansicht, dass das Land entlang von Rheintal Mitte ökologisch entwertet wird, ist auch Fischer. Und die Auflagen des Naturschutzes erfüllt der Modellsportflieger-Club längst.

Sollte die Flugplatz-Alternative auf Lustenauer Boden liegen, sagt der Bürgermeister dem Verein seine volle Unterstützung zu. Aus verschiedenen Gründen. «Der Club existiert seit bald 60 Jahren, ich bin seit neun Jahren Lustenauer Bürgermeister. In der ganzen Zeit ist mir nicht eine einzige Beschwerde zu ­Ohren gekommen», sagt Kurt Fischer.

Auch das Engagement der Ortsgemeinde Widnau würdigt der Bürgermeister sehr, er ist dem Ortsverwaltungsrat dankbar. «Die Ortsgemeinde hätte es sich wegen des Flugplatzes ja einfach machen und dem Club eine Absage erteilen können», sagt Kurt Fischer. Auf eine fristgerechte Lösung hofft auch der Obmann des Modellsportflieger-Clubs. Erich Burkhart sagt:

«Die Verantwortlichen haben uns zugesichert, dass wir bis zum Baubeginn von Rheintal Mitte bleiben können.»

Wie es heute aussieht, könnte dies noch eine Weile dauern. Denn bevor der Bau beginnen kann, müssen Enteignungsverfahren durchgeführt werden. Und die können erfahrungsgemäss einige Zeit in Anspruch nehmen. Bleibt zu wünschen, dass der traditionsreiche Club an einem geeigneten Ort in Dornbirn oder Lustenau Asyl findet.

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