Widnau
«Wir sind die, die das Heim verschönern»: Gruppenangebote im Alterszentrum Augiessen bringen Abwechslung

«Turnen», «Musig-Gnuss» oder «Gedächtnistraining»: Das sind die Aktivitäten, die den Bewohnerinnen und Bewohner im Alterszentrum Augiessen angeboten werden.

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Die Arbeit mit den Blumen bringt Farbe in den Heimalltag.

Die Arbeit mit den Blumen bringt Farbe in den Heimalltag.

Bild: PD

(pd) Grosse Behälter mit Tulpensträussen stehen auf dem Tisch. Weil sie nach dem Wochenende aussortiert werden, dürfen sie für eine Weile im Haus Augiessen weiterblühen. Die ersten Bewohnerinnen nehmen Platz. Angela Bösch, Leiterin Aktivierung und Freiwilligenarbeit, teilt die Scheren aus, mit denen Verpackungsfolie und Gummibänder zu durchtrennen sind.

Die Frauen arbeiten voll konzentriert im Blumenmeer. Langsam füllt sich der Grünabfallbehälter – und es füllen sich auch die bereitgestellten Vasen. «Ganz Paris träumt von der Liebe», tönt es aus dem Laptop, oder «Tulpen aus Amsterdam». Die Leichtigkeit der alten Schlager geht auf die Bewohnerinnen über. Sie lächeln, schwärmen von den leuchtenden Tulpen und erzählen von früher. «Warst du schon mal in Amsterdam?» – «Nein, aber dafür in Amerika!»

Motorische Fähigkeiten und soziale Komponente

«Es geht um Aktivität», sagt Angela Bösch, Aktivierungsfachfrau HF. Blumen zusammenzustellen sei für die Bewohnerinnen nichts Neues.

«Das kennen die Frauen von früher und sie machen es sehr gerne.»

In der Runde kommt das Soziale dazu: «Wir sprechen miteinander, die motorischen Fähigkeiten werden genutzt und die Sinne angeregt.» Schliesslich werden die fertigen Sträusse überall im Haus verteilt; beim Apérotisch, im Speisesaal, auf den Etagen.

«Wir sind die, die das Heim verschönern», tönt es aus der Runde. Manche Sträusse halten sich fast eine Woche. «Die Ar­beit mit den Blumen ist super», sagt Elisabeth Schmitter, die fast alle Aktivitäten mitmacht. Diese reichen vom «Turnen» über den «Musig-Gnuss» und das «Gedächtnistraining» bis zum «Kunterbunten Nachmittagstreff». Im Haus Augiessen ist jeden Tag etwas los.

Angela Bösch trat ihre Stelle im letzten Oktober an und baute die Gruppenangebote aus, um den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner zu strukturieren und deren Lebensqualität zu fördern. Es funktioniert: Das Angebot stösst auf grosse Resonanz und die Bewohnerinnen und Bewohner haben ihre Aktivierungs­therapeutin ins Herz geschlossen.