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WIDNAU: Widers Spuren in Taiwan

Metallplastiken und Glasfenster des 1985 verstorbenen Widnauer Bildhauers Albert Wider findet man nicht nur im Rheintal. Kaum jemand kennt aber seine Werke, die er für die Kapelle in Taidong in Taiwan geschaffen hat.
Susi Miara
Die Kapelle mit den Farbfenstern befindet sich im obersten Stock der Handwerkschule in Taidong. (Bild: pd)

Die Kapelle mit den Farbfenstern befindet sich im obersten Stock der Handwerkschule in Taidong. (Bild: pd)

Susi Miara

Dass der Widnauer Bildhauer in vielen Ländern gearbeitet hat, ist bekannt. Er lebte in Deutschland, Italien, Frankreich, England und Afrika, wo er als Bildhauer und Glasmaler tätig war. Seine Stationen sind ausführlich im Buch «Albert Wider – Bildhauer und seine Zeit», das der Verein «Albert Wider, Bildhauer» 2015 herausgab, dokumentiert. Kaum etwas wird aber im Buch von sei- nen Arbeiten in Taiwan erwähnt. «Wir haben in unseren Unter- lagen überhaupt keine Anhaltspunkte dazu», sagt der Präsident des Vereins, Albert Heule.

Erstmals davon habe er nach der Herausgabe des Buches gehört. Kunsthistorikerin Lipen Yu aus Taiwan habe ihn angeschrieben. Sie befasste sich damals mit den Glasmalereien von Albert Wider in der Kapelle der Handwerkschule in Taitung, die von der Schweizerischen Bethlehem-Mission zwischen 1957 und 1960 gegründet wurde. Sie baute in Taitung ein Schulgebäude und die Kapelle.

Der Entwurf dafür kam vom St. Galler Architekten Justus Dahinden. In der Kapelle befinden sich auch 14 Farbfenster, worin 14 Stationen des Kreuzweges dargestellt sind. «Die Kunsthistorikerin war auf der Suche nach Entwürfen», sagt Albert Heule. Eines der Fenster sei zerstört worden, und man würde es gerne wieder herstellen. «Leider konnte ich ihr nicht weiterhelfen», erinnert sich Heule.

14 farbige Glasfenster und Metallplastiken

Kürzlich kam die Kapelle in Taidong wieder ins Gespräch. Laurenz Schelbert aus Immensee meldete sich beim Verein. Er habe 40 Jahre in Taidong gewirkt. Kürzlich habe er seine erste Wirkungsstätte, die Handwerkerschule und die Kapelle wieder besucht. «Diese Kapelle ist ein Bijou, mit Metallplastiken und dem Kreuzweg aus farbigen Glasfenstern von Albert Wider», schrieb er. Es sei schade, dass dies kaum jemand weiss. Ob Albert Wider selbst in Taiwan war, konnte er jedoch auch nicht sagen. Weitere Informationen dazu konnte aber Elisabeth Vetter vom Staatsarchiv des Kantons Luzern geben.

Die Werke wurden in der Schweiz gefertigt

Aus dem Inhalt der zahlreichen Briefe zwischen Albert Wider und Paul Lienert, einem Laienhelfer bei der Mission, kann ein Aufenthalt von Albert Wider in Taiwan ausgeschlossen werden. Im September 1960 schreibt Wider an Lienert: «Die Fenster sind nun fertig geworden in diesen Tagen, und ich darf Ihnen nun mitteilen, dass Sie sicher eine riesige Freude haben werden an deren Ausführung. Auch die Rahmen sind alle fertig, und wir sind ge­rade dabei, die Versandkisten zu machen, damit alles bald weg­geschickt werden kann. Auch die Schmiedarbeiten, der Christus und das Lamm, sind in der Arbeit. Es sind dies alles Kunstgegenstände, die einfach nicht forciert werden können, ich kann die Leute nicht zu einem Pfusch verleiten, sondern wir wollen doch in einem fernen Land für unsere Handwerker in der Schweiz ein gutes Omen aufweisen.»

Aus diesem Brief geht auch hervor, dass Albert Wider ger­- ne vor Ort gewesen wäre. Er schreibt: «Am liebsten würden Dr. Dahinden und ich zu Euch kommen, denn ich weiss, man sollte zur letzten Farbgebung der Kapelle dort sein. Wenn ich nur das Reisegeld finden könnte, würde ich schon kommen, um mit Ihnen zusammen alles recht zu beenden.»

Einige Glasscheiben gingen zu Bruch

Gefunden wurde auch eine Schaden-Abrechnung der Allgemeinen Versicherungs-Gesellschaft Helvetia in St. Gallen. Daraus geht hervor, dass die Glasmalereien und die eisengeschmiedeten Figuren in fünf Kisten verpackt nach Taiwan versandt wurden. Einige Scheiben sind dann aber mit Bruchschäden in Taitung eingetroffen und mussten zur Reparatur wieder in die Schweiz zurückgesandt werden.

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