WIDNAU: Verabschiedung von Marlen Hasler

Nach zwanzigjähriger Amtszeit tritt Marlen Hasler auf Ende dieses Jahres als Gemeinderätin zurück. Die Gemeinde ist ihr für ihren grossen Einsatz dankbar.

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Marlen Hasler hat sich für unzählige Anliegen eingesetzt. (Bild: gk)

Marlen Hasler hat sich für unzählige Anliegen eingesetzt. (Bild: gk)

Marlen Hasler beendet auf Ende 2016 ihr langjähriges Engagement als Gemeinderätin. Von 2000 bis 2014 war sie auch Mitglied des Kantonsrates. Ihr politischer Schwerpunkt lag bei der Familien-, Sozial-, Generationen- und Gesundheitspolitik. Dafür setzte sich Marlen Hasler auf kommunaler, auf regionaler und auf kantonaler Ebene unermüdlich ein. Sie war es, die sich um die Institutionalisierung der Kinderbetreuungsangebote kümmerte. Zuerst in Widnau, dann – mit den Anschubfinanzierungen des Bundes 2002 – initiierte Marlen Hasler als Verwaltungsrätin der Sozialen Dienste Mittelrheintal (SDM) mit viel Innovationsgeist und Engagement im Bereich der Kinderbetreuung ein Zusammenarbeitsmodell mit der Wirtschaft. Sie ruhte nicht, bis in allen fünf Mittelrheintaler Gemeinden je eine Kinderkrippe eröffnet werden konnte. Eine Erfolgsgeschichte! Weiter lancierte Marlen Hasler in Widnau den Schülerhort und den Mittagstisch, womit die Betreuung durchgehend auch für schulpflichtige Kinder gewährleistet wurde.

Engagierte Fürsprecherin der Jugendlichen

Ebenso innovativ war das Konzept fürs Jugendnetzwerk Mittelrheintal. Im Wissen, dass der Bewegungsraum der Jugendlichen nicht an den Gemeindegrenzen «Halt» macht, hat sie das Konzept der regionalen Jugendarbeit unterstützt. Auch war es ihre Idee, die Skater-Halle im Rahmen einer Vertragsvereinbarung für die Mittelrheintaler Jugend zu öffnen. In Marlen Hasler hatten die Jugendlichen in Widnau, ja im ganzen Mittelrheintal, eine engagierte Fürsprecherin. Sie ermunterte die Gemeinderatskollegen, sich für die Bedürfnisse der Jugendlichen zu öffnen, auch wenn es manchmal mit Frustration verbunden war, wenn die Jugendlichen Grosszügigkeit nur mässig zu schätzen wussten.

Marlen Hasler behielt immer die Nerven und ein grundsätzliches Wohlwollen gegenüber den Kindern, den Heranwachsenden und den jungen Erwachsenen. Sie hat die Jugendkommission Widnau ins Leben gerufen und vernetzte in diesem Gremium die Jugendverantwortlichen sämtlicher Korporationen und der Schule. Sie hielt auch den Kontakt mit den Jugendverantwortlichen der Widnauer Vereine. Deren Arbeit wird seit Jahren in der zwischenzeitlich bereits legen­dären, von Marlen Hasler eingeführten «Nacht der Vereine» gewürdigt. Aus der Jugendkommission entstanden ist auch «Open Sunday», ein Spiel- und Bewegungsangebot in der Turnhalle Gässeli für Kinder am Sonntagnachmittag im Winterhalbjahr. Marlen Hasler ist es gelungen, die von ihr aufgebauten Strukturen und Netzwerke so zu etablieren, dass sie heute zum Standard gehören und nun von den Mittelrheintaler Gemeinden und der Gemeinde Widnau weitergeführt werden. Die Liegenschaft Stoffel, wo jetzt alle Betreuungsangebote unter einem Dach angesiedelt sind, zusammen mit der Bibliothek, dem Jugendtreff und einem Architekturbüro – ein Haus für Kinder, Jugendliche, Bildung und Kreativwirtschaft – steht exem­plarisch für das politische Wirken von Marlen Hasler.

Über die Jugendarbeit hinaus war Marlen Hasler von 2005 bis 2012 auch Mitglied der Baukommission. In ihrer Amtszeit wurden verschiedene, für die Gemeindeentwicklung wichtige Projekte verwirklicht. So die Modernisierung der Gemeinschaftsantennenanlage zu einem modernen Kommunikationsnetz, die Inkorporation der Schulgemeinde in die Politische Gemeinde (Einheitsgemeinde), die Fusion der Feuerwehren von Balg­ach, Diepoldsau und Widnau, der Neubau der Industrieerschliessung Espenstrasse, die die Entwicklung der Industriebrache der Viscose ermöglichte, sowie die Neugestaltung der Bahnhofstrasse, eine erhebliche Aufwertung der Zentrumsachse.

Auch für den Sport im Einsatz

Auch dem Sport und den Sportvereinen war Marlen Hasler stets gewogen: Sie unterstützte den Bau des Allwetterplatzes und den Garderobenanbau auf dem Sportplatz Aegeten. Sie war seit der Gründung des Zweckverbands Kunsteisbahn Rheintal Mitglied im Verwaltungsrat und seit 2010 arbeitete sie als Gemeindevertreterin in der Kommission «Sport-verein-t» des Kantons St. Gallen mit. Eine Initiative, die die Sportvereine dazu motiviert, sich für das Thema Integration und Gleichbehandlung fit zu machen. Der Erwerb des Labels «Sport-verein-t» wird mit einer grosszügigeren Zufinanzierung mit Sport-Toto-Geldern belohnt.

Fachwissen bleibt der Gemeinde erhalten

Zukunftsorientierte Konzepte hat Marlen Hasler auch in der kommunalen Gesundheits- und Alterspolitik unterstützt. Sie hat die Entwicklung vom Krankenpflegeverein über den Spitex-Verein bis zur Zusammenlegung der ambulanten und der stationären Dienste im Zentrum Augiessen begleitet. Ebenso hat sie sich für den Neubau eines Alterszen­trums im Zentrum von Widnau stark gemacht, ein Projekt, für das aktuell der Studienwettbewerb läuft. Marlen Hasler hat die Erarbeitung der Wettbewerbsunterlagen massgeblich mitgeprägt. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in der Genera­tionenpolitik wurde sie vom Gemeinderat eingeladen, weiterhin als Expertin und Mitglied in der Jury des Neubauprojekts mitzuarbeiten. Die Gemeinde freut sich sehr, dass sie mit ihrer Zusage eine Fachperson gewinnen konnte, die sie bürgernah und mit fundierten Kenntnissen bei den anstehenden Herausforderungen im Zusammenhang mit dem neuen Alterszentrum für Widnau unterstützt. (gk)