Widnau und die Abseitsfalle

In einem unterhaltsamen Spiel erreichte der FC Widnau gegen einen defensiv starken, aber offensiv harmlosen FC Sirnach einen nie gefährdeten 2:0-Sieg.

Gerhard Huber
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Der wieder genesene Diego Liechti war immer zur Stelle, wenn es im Widnauer Strafraum brannte. (Bild: Ulrike Huber)

Der wieder genesene Diego Liechti war immer zur Stelle, wenn es im Widnauer Strafraum brannte. (Bild: Ulrike Huber)

FUSSBALL. Fragte man vor dem Match die Fussballfans auf dem Widnauer Feldherrenhügel, was für ein Ergebnis erwartet werde, tippten alle auf ein torreiches Spiel. 3:1, 4:2, 5:3 lauteten die Vorschläge. Viele dachten wohl an das 5:0 vom letzten Mai – und auch an die gerade in Heimspielen oft löchrige Abwehr der Rheintaler.

Sichere Abwehrreihen

Dass es «nur» ein 2:0 für die Rankovic-Truppe wurde, war den Abwehrreihen geschuldet, die beide sicher standen. Bei den Widnauern hatte der Trainer die Defensive beinahe komplett umgekrempelt. In der Innenverteidigung sorgte der von einem Leistenbruch genesene Diego Liechti gemeinsam mit Lüchinger dafür, dass nichts anbrennen konnte. Die beiden Aussenverteidiger Ogün Hot und Bujar Thaqi lieferten eine ruhig-routiniert gute Partie ohne Auffälligkeiten. Und Goalie Frei räumte in gewohnter Manier alles weg, was noch auf seinen Kasten flog.

Das Resultat dieser Defensivstärke: Sirnach hatte kaum reelle Chancen, und hinten stand die Null. Wozu aber auch Göttin Fortuna ihr Scherflein beitrug, als der ansonsten souveräne Schiedsrichter Bognar nach einer halben Stunde bei einem penaltywürdigen Foul an einem Sirnacher beide Augen zudrückte.

Die Aegeten-Boys starteten furios in den Match. Schon nach drei Minuten liessen sie es im Sirnacher Netz klingeln. Ein Tor, das in seiner Entstehungsgeschichte zu den Highlights der in den letzten Jahren auf der Aegeten geschossenen Tore gehört. Der Treffer entsprang einer unwiderstehlichen Kombination im Mittelfeld, an der beinahe alle Widnauer Offensivkräfte beteiligt waren. Raum und Tempo wurden optimal genutzt. Das Kunstleder kam von Arton Thaqi zu Irisme auf der Aussenbahn, von diesem nach halbrechts zu Bösch und von Bösch zu dem wieder einmal goldrichtig stehenden Abdoski. Was macht ein Torschützenkönig mit einer solchen Vorlage? Er erzielt natürlich einen Tor, bereits das achte in dieser Saison.

Sirnach spielte, wie es die Widnauer lieben. Die Gäste übernahmen die Spielgestaltung, waren optisch ein wenig überlegen. Was den Widnauern die Möglichkeit des Konterspiels eröffnete. Doch mehr als eine Stunde lang wurden beinahe alle Angriffsbemühungen der Weiss-Blauen vom Linienrichter abgewinkt. Die Sirnacher stellten eine Abseitsfalle nach der anderen. Meist nur um Zentimeter im Abseits hiess es für Bärlocher, Irisme und Co., die geduldig auf die nächste Chance, das nächste Tor warteten.

Nüesch trifft nach Einwechslung

Dieses kam dann als Klassiker: Der in der 68. Minute eingewechselte Nüesch verwertete mit seiner ersten Ballberührung einen Abpraller nach Schuss von Arton Thaqi bombensicher zum 2:0. Damit war die Partie entschieden. Beide Teams hatten in der herrschenden Sommerhitze viel Kraft und Energie gelassen.