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WIDNAU: Sind die Rheintaler wirklich so?

Auf seiner «Tour de Cliché» rund um den Kanton St. Gallen hinterfragte Regierungspräsident Martin Klöti am Montagabend im Pflanzencenter Bucher die Klischees und Vorurteile rund um das Rheintal.
Max Pflüger
Im Gewächshaus diskutierten Regierungspräsident Martin Klöti und Braumeisterin und Sonnenbräu-Geschäftsführerin Claudia Graf. Die Fragen stellte «Rheintaler»-Chefredaktor Gert Bruderer. (Bild: Max Pflüger)

Im Gewächshaus diskutierten Regierungspräsident Martin Klöti und Braumeisterin und Sonnenbräu-Geschäftsführerin Claudia Graf. Die Fragen stellte «Rheintaler»-Chefredaktor Gert Bruderer. (Bild: Max Pflüger)

«Mit Regierungspräsident Klöti Klischees entsorgen», das ist die Idee, die hinter der Tour von Regierungsrat Martin Klöti in seinem Präsidialjahr kreuz und quer durch den Kanton und seine Regionen steckt. Zusammen mit lokalen Grössen will er in ungezwungenen Begegnungen mit den Bürgern die vielen existierenden Vorurteile hinterfragen und abbauen.

Am Montagabend besuchte er das Rheintal und sprach hier mit der Braumeisterin und Geschäftsführerin der Sonnenbräu AG Claudia Graf. Moderiert wurde das Gespräch von «Rheintaler»-Chefredaktor Gert Bruderer.

Für seine «Tour de Cliché» wählt Martin Klöti an jedem Auftrittsort eine Gärtnerei und ein geeignetes Gewächshaus aus. «Weil ich unter anderem auch ein Studium in Landschaftsarchitektur absolvierte», begründete er diese Wahl. Im Rheintal sprach er am Montagabend in einem Gewächshaus des Bucher Pflanzencenters Widnau.

Klischees zum Abbauen gibt es viele
In einer gemütlichen und familiären Atmosphäre betrachteten die Podiumsteilnehmer eine Reihe von mehr oder weniger weit verbreiteten Klischees über das Rheintal und seine Einwohner: Föhn, Rhein und Grenzlage, Provinz, für andere nur schwer verständliche Dialekte, ein eigenes Völklein und eine SVP-Hochburg, schlechte Löhne und tiefe Maturaquote.

Das waren einige der Themen aus dem bunten und abwechslungsreichen Strauss der Vorurteile. Regierungsrat Klöti wies viele davon als unhaltbar zurück, andere dagegen wollte er eher als positiven Vorteil denn als negatives Vorurteil sehen. So zum Beispiel die etwas tiefe Maturitätsquote und das leicht unter dem Durchschnitt liegende Lohnniveau: Der hohe Stellenwert der dualen Berufslehre mit Weiterbildungsmöglichkeiten an der nahen Fachhochschule in Buchs sowie die vielen Stellenangebote in der Rheintaler Industrie auch im weniger anspruchsvollen Sektor sei durchaus auch ein gesellschaftlicher Gewinn.

Und immer wieder kamen Martin Klöti und Claudia Graf auf die grosse wirtschaftliche Bedeutung des Rheintals für das ganze Land zu sprechen.

Wichtiges Industriezentrum im Herzen Europas
«Das Rheintal leistet im Export mehr als der ganze Kanton Zürich.» Das Tal liegt nicht in einer fernen Einöde oder am Rande der Welt, sondern ist eine der wichtigsten Wirtschaftsadern im Herzen Europas. «Wir im Kanton kennen seine Bedeutung und schätzen die Region hoch ein», sagte Klöti. Ein Problem allerdings besteht: Wie tritt man den in der Schweiz vorherrschenden Klischees entgegen? Der Rheintaler dürfe die Klischees nicht zusätzlich bedienen, sondern müsse seine Bescheidenheit etwas abbauen und mit mehr Selbstsicherheit auftreten. Etwas Understatement sei zwar sympathisch, zu viel aber kontraproduktiv.

Vielfältiges Rheintaler Kulturangebot
Auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum meinte Martin Klöti dann, das Rheintal sei auch bei der kantonalen Kulturförderung kein vergessenes Land. Die Beiträge aus dem Lotteriefond fliessen immer wieder auch reichlich in Rheintaler Projekte. Gerade im kulturellen Bereich sei das Rheintal mit seinen zahlreichen aktiven Vereinen vorbildlich und präsentiere immer wieder Konzerte, Theateraufführungen und Vorträge von erstaunlich hohem Niveau. Möglich sei dies nicht zuletzt dank der Rheintaler Kulturstiftung. Auch kulturelle Leuchttürme gebe es durchaus im Tal, meinte Gert Bruderer und erwähnte das Museum Prestegg in Altstätten (das inklusive Theater ausgebaut werden soll) sowie das Kinotheater Madlen in Heerbrugg.

In diesem Zusammenhang brach dann Regierungspräsident Klöti auch eine Lanze für grosszügige staatliche Kulturförderung und erhielt dafür kräftigen Applaus.

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