WIDNAU: Marder stört sich nicht am Geläut

Die Finanzen der Evangelischen Kirchgemeinde Diepoldsau-Widnau-Kriessern präsentieren sich als sehr positiv; da können auch Marderschäden, Glocken-Ärger oder die Friedhofsordnung nicht erschüttern.

Maya Seiler
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Kirchgemeinde-Präsidentin Käthi Witschi freute sich über die engagierte Diskussion an der Vorversammlung in Widnau. (Bild: Maya Seiler)

Kirchgemeinde-Präsidentin Käthi Witschi freute sich über die engagierte Diskussion an der Vorversammlung in Widnau. (Bild: Maya Seiler)

WIDNAU. Präsidentin Käthi Witschi freute sich über das Interesse an der Vorversammlung vom Donnerstagabend: Gut 40 Kirchgemeindemitglieder nutzten den Anlass zur Information und gründlichen Aussprache und kamen ins Widnauer Kirchgemeindehaus. Mit dem Hinweis auf den positiven Rechnungsabschluss übergab sie das Wort an Finanzchef Lukas Kuster, der die Rechnung 2015 mit einen Gewinn von 84 000 Franken – statt wie budgetiert mit einem Defizit – präsentierte.

Anschliessend erläuterte Patrick Weder, Bauchef, das Vorhaben, in Diepoldsau einen neuen Unterstand für Geräte und Container zu erstellen. Die bisher für diesen Zweck verwendete Fertiggarage wird abgebrochen; das neue Gebäude doppelt so gross, kommt in die nordöstliche Ecke des Friedhofs und ist über die Zufahrt zwischen Schulhaus Mitteldorf und Friedhof erschlossen.

Stunden nicht zu zählen

Präsidentin Witschi hob die immense Arbeit und das Fachwissen der Ressortleiter hervor. Leider musste sie zwei Rücktritte aus der Kirchenvorsteherschaft ankünden: Madeleine Federer, die organisatorische Belange des Religionsunterrichts in Widnau betreut, und Robi Preising, der für Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und die Homepage verantwortlich ist, legen ihre Ämter nieder.

Madeleine Federer wird durch Katja Roelli abgelöst. Die Betreuung der Homepage übernimmt Peter Rietberger; für die Öffentlichkeitsarbeit sucht man noch eine geeignete Person. Dies umso mehr, als eine Votantin anregte, vermehrt über Aktivitäten der Kirchgemeinde in der Presse zu berichten. Witschi betonte, wie viele Stunden unsichtbare Arbeit von den beiden Zurücktretenden geleistet worden seien.

Wortmeldungen löste ein Foto der Urnenwand auf dem Diepoldsauer Friedhof aus. Die katholische Friedhofsordnung verbietet das Aufstellen von Figuren und Kerzen bei den Urnennischen. Witschi erklärte, man sehe von einem Verbot ab, bat aber, die Dekorationen zu beschränken und defekte und verwitterte Figuren zu entfernen.

Heimlicher Untermieter

Nachbarn der Kirche Diepoldsau haben gegen das Läuten der Glocken protestiert (siehe Zweittext). Den Marder im Dach des Kirchgemeindehauses stören die Kirchenglocken leider nicht. Unbeobachtet hat er sein Unwesen getrieben und das Unterdach so stark zerfressen, dass Wasserschäden an der kürzlich sanierten Decke des Kirchgemeindesaales aufgetreten sind.

Eine Untersuchung des Dachstuhls brachte einen schlechten Allgemeinzustand zutage. Das Haus ist 56-jährig, aber da die Kirchgemeinde es noch weitere fünfzehn bis zwanzig Jahre nutzen möchte, kommt man um eine Dachsanierung nicht herum. Darum hat man im Budget 2016 für neue Ziegel, ein wasserdichtes Unterdach und eine geeignete Isolation 80 000 Franken vorgesehen. So wird man auch den Marder endgültig aussperren können.

Die Kirchgemeindeversammlung findet am Sonntag, 13. März, um 10.30 Uhr (nach dem Gottesdienst) in der evangelischen Kirche in Diepoldsau statt.