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WIDNAU: Lockruf für die Mauersegler

Mit dem Abbruch der Menzi-Muck-Betriebsgebäude verschwinden auch die Nistplätze der Widnauer Mauersegler-Kolonie. Ein Audio-Player lockt die Zugvögel jetzt zum nahegelegenen Schulhaus Wyden.
In diesen Nistkästen sollen die Mauersegler brüten. Montiert wurden sie mit weiteren Kästen auf dem Dach des Schulhauses Wyden. Die Beteiligten von links: Metallbauer Hubert Spirig, Forti Frei, Kurt Moor, Daniela Leuch, Menzi Muck Gruppe, und Bauverwalter René Altherr. (Bild: gk)

In diesen Nistkästen sollen die Mauersegler brüten. Montiert wurden sie mit weiteren Kästen auf dem Dach des Schulhauses Wyden. Die Beteiligten von links: Metallbauer Hubert Spirig, Forti Frei, Kurt Moor, Daniela Leuch, Menzi Muck Gruppe, und Bauverwalter René Altherr. (Bild: gk)

Bis zum letzten Sommer brütete regelmässig eine kräftige Mauersegler-Kolonie in den Lüftungs­löchern des ehemaligen Menzi-Muck-Betriebsgebäudes. Inzwischen ist der Rückbau der Bauten im Gang, die Einflugstellen sind mit PU-Schaum verklebt. Wo früher Schreitbagger gefertigt wurden, steht bald eine Wohnüberbauung für Menschen.

«Wohin mit den Zugvögeln?», fragte sich Kurt Moor, als er vom Bauprojekt erfuhr. Der Naturschützer weiss um die Besonderheiten des federleichten Klein­vogels, der neun Monate ohne Zwischenlandung über dem afrikanischen Kontinent verbringt und nur zum Brüten in die Schweiz fliegt: «Die Rekordhalter im Dauerflug fressen, lieben und schlafen in der Luft.»

Nistkästen und Anlockset mit Mauersegler-Ruf

Die Gemeinde Widnau schaltete den Bauverwalter ein, der den Obmann Natur- und Vogelschutz, Forti Frei, beizog. Der Primarlehrer bestellte die Nistkästen bei der Vogelwarte Sempach, schliff sie mit seinen Schülern glatt und imprägnierte sie mit Wachs. Damit kein Hitzestau entsteht, baute die Spirig-Sieber AG einen passenden Sonnenschutz und befestigte die Nistkästen mit Metallbügeln auf dem Dach des Schulhauses Wyden.

Nun stehen die Kästen bereit, doch wie merken die eleganten Mauersegler, im Volksmund Spyren genannt, wo sie künftig ihre Nester bauen sollen? Forti Frei hat auch hier vorgesorgt. Er hat bei der Vogelwarte einen Audio-Player mit Netzteil, Lautsprecher und Schaltuhr bestellt, die er in einen der Kästen eingebaut hat. Dreimal pro Tag wird sich der Mauersegler-Ruf einschalten. Der Lockruf-Loop ist dynamisch aufgebaut und hört sich so natürlich an, als würden echte Vögel ihre Kurven um die Häuser drehen. Forti Frei: «Wir hoffen natürlich, dass die Zugvögel hier vorbei­fliegen und die Kästen finden.»

Langjährige Paare treffen zusammen

Wegen ihrer sichelförmigen Flügel werden die Mauersegler häufig für Schwalben gehalten. Die beiden Vogelarten sind aber nicht näher verwandt. Die Spyren waren ursprünglich Felsenbrüter. Sie lassen sich vom Nest in die Luft fallen, bevor sie mit den Flügeln zu schlagen beginnen. Hoch gelegene Brutplätze mit genügend Freiraum sind deshalb unerlässlich. Da Männchen und Weibchen ihrem Brutort treu bleiben, treffen die Paare Ende April oft über viele Jahre hinweg am gleichen Ort zusammen. Im August, wenn die Jungen ausgeflogen sind, geht’s erneut in Richtung Afrika. Dafür legen die Kleinvögel, die über zwanzig Jahre alt werden können, 7000 Kilometer zurück.

Bezahlt wird die Umsiedelungsaktion der Mauersegler von der Menzi Muck Gruppe, die ihnen viele Jahre lang Unterschlupf geboten hat. (gk)

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